Cook Harbour (Cooktown), Queensland.
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von der Barrow-Huk bis Kap Melville. Dieselben setzen hier mit, größerer
Geschwindigkeit in der Richtung des Fahrwassers, sie werden aber auch stark
von den vorherrschenden Südostwinden beeinflußt. Bei der Channel-Klippe,
nördlich von Kap Melville, setzt der Strom während des Südost-Passates im all-
gemeinen beständig nach Nordwesten, die Flut drängt ihn aber gewöhnlich
westwärts nach der Princess Charlotte-Bucht. Seine Geschwindigkeit ist haupt-
sächlich vom Winde abhängig, wird aber, meistens bei Springtide, bei halber
Flut um !/, bis !/, Sm beschleunigt, bei halber Ebbe ebensoviel verringert.
Seine größte Geschwindigkeit beträgt 1'/, Sm. Im Nordwest-Monsun, wenn Stille
und leichte Winde vorherrschen, trifft man unregelmäßige Strömungen an, meistens
setzen sie aber mit dem Winde. Es ist auch anzunehmen, daß man beim Passieren
tieferer Buchten bei Flut einen in die Bucht hinein, bei Ebbe einen aus der
Bucht heraus setzenden Strom vorfindet. Bei der Flinders-Gruppe wird der
Gezeitenstrom stark durch die Princess Charlotte-Bucht beeinflußt. Der Flutstrom
setzt hier im allgemeinen nach Südwesten, der Ebbstrom nach Nordenund Nordwesten;
westlich vom Clack-Riff ist auch schon nach Nordosten setzender Ebbstrom beob-
achtet worden. Im Sommer wird der Flutstrom manchmal durch den aus der
Princess Charlotte-Bucht heraussetzenden Strom überwältigt, der wahrscheinlich
durch große Wassermengen entsteht, die in die Bucht mündende Ströme mit sich
führen. Diese Erscheinung wird jedoch nicht so sehr in der Nähe der Insel-
gruppe bemerkt, als weiter nach Westen quer vor der Bucht. Die Gezeitenströme
scheinen hier regelmäßig bei Eintritt von Flut und Ebbe zu kentern. Die größte
Geschwindigkeit der Gezeitenströme beträgt bei Springtide gewöhnlich 1'/, Sm;
man hat jedoch in der Nähe der Landvorsprünge auch schon größere Geschwin-
digkeiten gefunden.
Nahe der Außenkante des Barrier-Riffes ist zwischen der Trinity- und der
One-and-half-mile-Durchfahrt in den Monaten Mai bis November südwärts, ge-
wöhnlich parallel zur Rifflinie setzender Strom beobachtet worden. Bei Flut
wird der Strom mehr südwestwärts durch die Riffdurchfahrten abgelenkt. Die
Geschwindigkeit des Stromes ist sehr unregelmäßig, häufig erreicht sie jedoch
11/2 Sm in der Stunde. Die vorherrschenden Passatwinde scheinen keinen Ein-
fluß auf sie zu haben, während der nach Norden setzende Flutstrom sie schwächt,
der nach Süden setzende Ebbstrom -sie beschleunigt. Außerhalb der Cook’s-
Passage hat man jedoch auch schon einen mit 11/2 Sm Geschwindigkeit in entgegen-
gesetzter Richtung, nach Nordwesten, setzenden Strom gefunden.
20 bis 30 Sm außerhalb des Barrier-Riffes ist der Strom sehr unsicher.
Bei steifen südöstlichen Winden findet man häufig einen bis zu 1Sm Ge-
schwindigkeit mit dem Winde setzenden Oberflächenstrom, dem aber eine
Strömung aus entgegengesetzter Richtung folgt, sobald die Stärke der südöst-
lichen Winde nachläßt.
Gezeitensignale, die die Tiefe auf der Barre angeben, werden sowohl
am Tage wie bei Nacht an der Rahenock des Signalmastes auf Grassy Hill in
der auf S. 562 und 563 dargestellten Weise gegeben.
Wind, Wetter. An der nördlichen Hälfte der Ostküste von Australien
weht von April bis September beständiger Südost-Passat, der am Tage als See-
wind auffrischt und bei Nacht in nächster Nähe des Landes durch Landwind
ersetzt wird. Dabei ist das Wetter schön, und zwar um so anhaltender, je mehr
man sich Kap York nähert. Wenn somit der Südost-Passat zwischen dem Wende-
kreise und der Torres-Straße von April bis September als beständig betrachtet
werden kann, so sind doch auch schon heftige Stürme in dieser Gegend in den
Monaten März bis Mai beobachtet worden. Nebel befindet sich gewöhnlich im
Gefolge des Südost-Passates, und tritt um so dichter auf, je steifer der Wind weht;
manchmal regnet es auch sehr stark dabei. In der Periode des Nordwest-Mon-
suns, von Oktober bis März, sind die Winde veränderlich, vorwiegend aber
nördlich mit gelegentlichen Stillen bei abwechselnd regnerischem und schönem
Wetter. Nicht selten treten jedoch auch heftige, von Gewittern und Regen be-
gleitete Stürme auf, bei denen durch die grobe ozeanische See starke Wasser-
mengen durch die Öffnungen des Barrier-Riffes und über dieses selbst nach
Ann. d. Hyar. usw. 1912, Heft X.