556 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1912,
wegen der vorherrschenden südöstlichen Winde nicht zu empfehlen, da diese es
notwendig machen, ein- oder zweimal zu wenden, ehe man auf freieres Fahr-
wasser kommt. Auch tritt grobe See und unregelmäßige Gezeitenströmung in
der Durchfahrt auf. Von Cooktown auslaufende Schiffe benutzen diese Durch-
fahrt aber zur Zeit des Südost-Passates öfter. Nach Ansicht des Kapt. J. Zimdars
ist diese Durchfahrt die beste, um zur Zeit des Südost-Passates die freie See
baldmöglichst zu erreichen, Er rät jedoch, die Durchsegelung der Durchfahrt
nur mit günstigem Winde und einer Segelführung, die rasches Manövrieren mit
dem Schiffe erlaubt, zu unternehmen, Von oben ist bei gutem Ausguck jede
Untiefe leicht zu erkennen, Man muß jedoch seine ganze Ruhe bewahren und
darf sich nicht irre machen lassen, wenn es manchmal wegen der vielen Krüm-
mungen der Riffe aussieht, als ob der Durchgang verschlossen wäre. (Siehe
auch Ansicht A auf der Brit. Adm-Krt. Nr, 2923.)
Cook’s Passage führt ihren Namen nach Kapt. Cook, der diese Durch-
fahrt im Jahre 1770 benutzte, um von Cooktown nach See zu laufen. Diese
Durchfahrt liegt etwa 10.5 Sm nordöstlich von Lizard-Eiland und verläuft in
etwa mw. SWzS-Richtung. Sie ist zwischen den Riffen, die unter Wasser steil
abfallen, ungefähr %/, Sm breit und etwa 1 Sm lang. Gefährliche Stellen sind
in der Durchfahrt nicht vorhanden. Die Wassertiefe schwankt zwischen 18 m
und 46 m; das tiefste Wasser findet man an ihrer Südostseite, Unmittelbar see-
wärts von der Durchfahrt nehmen die Tiefen rasch auf mehr als 183m zu. Bei
Südostwinden steht hier hohe Dünung, wodurch es auf den Riffen brandet und
dieselben gut gekennzeichnet werden. Ein auffälliger Felsblock liegt 21/, Sm
nordwestlich von der Durchfahrt an der Kante des Riffes. Nordwestlicher Strom
setzt oft mit 1!/„, Sm Geschwindigkeit in der Stunde längs des Riffes. Die Durch-
fahrt wird hauptsächlich von Schiffen benutzt, die von Neu-Guinea kommen.
(Siehe auch Gezeitenströme weiter hinten.)
Cormoran Pass liegt etwa 91/, Sm südöstlich von der Cook’s Passage.
H. M, S. »Cormoran« benutzte ihn im Jahre 1879, um von See nach dem Wege
innerhalb des Barrier-Riffes zu gelangen. Die Durchfahrt ist 3 Kblg breit und
angeblich für Segelschiffe sicher, wenn sie sich an der Luvseite der Durchfahrt
halten. Die Riffe an beiden Seiten der Durchfahrt sind deutlich zu erkennen,
die Gezeitenströme setzen aber mit großer Geschwindigkeit hindurch.
Lark Pass liegt 34 Sm nordöstlich von Grassy Hill an der Einfahrt zum
Endeavour-Flusse. Die Durchfahrt ist 1l/, Sm breit und für nach Cooktown
oder von da nach See bestimmte Schiffe insofern vorteilhaft, als der gewöhnlich
wehende Südost-Passat auf beiden Wegen günstiger Wind ist. Auf der andern
Seite jedoch liegen mehrere Riffe im Fahrwasser, die ein sorgfältiges Navigieren
erfordern, namentlich bei Stille und glatter See, da sie dann bei Hochwasser
sehr schwer auszumachen sind, Harrier-Riff, das eben innerhalb der Einfahrt
des Passes liegt, ist 1 Sm lang und !/, Sm breit. Es wird durch eine 5.8 m (19)
hohe rote Bake mit Dreiecktoppzeichen gekennzeichnet, die an der Nordseite des
Riffes auf einer Sandbank steht, die bei Springniedrigwasser 1.2 m aus dem
Wasser ragt. Ungefähr !/, Sm südöstlich von dem Riff liegt eine Korallenklippe
4.6 m (15’) unter Wasser, Das nächste, weiter westlich gelegene Marx-Riff ist
11/, Sm lang bei !/, Sm größter Breite. Eine rote Bake mit Dreiecktoppzeichen ragt
nahe seinem Südwestende 5,5 m (18') über Hochwasser, Westlich von ihm ist in
der Karte ein Riff von größerer Ausdehnung, und zwischen beiden ist eine 3.2 m
(1%, Fad.)-Stelle eingezeichnet. Pullen Reefs sind schmale, 1!/, Sm lange Riffe,
von deren Westende die Bake auf Swinger-Riff rw. 282° (mw. W'/„N), etwa 2%/, Sm
entfernt, peilt. Sehr gefährlich sind die Lark-Riffe am Westausgange des Lark-
Passes, Dieselben liegen größtenteils unter Wasser und sind nur bei sehr gutem
Wetter bei Niedrigwasser auszumachen, da dann an ihrer Südwestseite ein Teil
trocken liegt, Verschiedene einzelne Korallenklippen liegen vor der Westkante
der Riffe, die man erst sieht, wenn man dicht bei denselben ist, Es ist daher
große Vorsicht geboten, wenn man sich in der Nähe dieser Riffe befindet. Nörd-
lich von diesen Riffen liegt das 8 Kblg lange und 61/, Kblg breite Swinger-Riff,
das immer zu sehen ist. Eine 4.9 m (16) hohe Bake steht am Südostende der