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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1912, 
Betrachten wir die gezeichneten Temperaturkurven, dann fällt besonders 
Kap Horn mit der geringen Amplitude von 0.48° auf, Der Grund hierfür liegt 
in dem großen Einfluß der Bewölkung, die im Mittel fast 8 betrug, Auf der 
Strecke Sydney—Kap Horn wurden größere Schwankungen durch häufige Hagel-, 
Schnee- und Regenschauer hervorgerufen. Alle Kurven zeigen ein steiles An- 
steigen am Vormittag und ein langsameres Fallen nach dem Maximum. Es folgt 
hieraus, daß sich die Luft am Vormittag schneller erwärmt, als sie sich in der 
gleichen Zeit am Nachmittag wieder abkühlt. 
Vergleicht man die einzelnen Beobachtungen mit dem mittleren Verlauf 
der Lufttemperatur, dann finden sich häufig größere Unterschiede, die ihre Er- 
klärung in dem Einfluß der Niederschläge und des Windes sowie in der Ein- 
wirkung des Wassers auf die Luft finden. Als Beispiele seien hier folgende 
angeführt: 
1. Einfluß der Niederschläge auf den Gang der Lufttemperatur. 
Juni 12, 4% V zeigte das Luftthermometer noch 26.0°, ein einsetzender 
Regen drückte die Temperatur bis auf 24.8° herab (8% und 9% V). Als der 
Himmel abklarte, erreichte die Luft bei einer mittleren Bewölkung von 5 cum. str. 
wieder 26.6°%°. Ahnliche Verhältnisse herrschten an den drei folgenden Beob- 
achtungstagen: 
‘910 
14! 
PA 
091 
Nov. 9 
Luft 
Wasser 
März 6 
Luft 
Wasser 
März 24° Luft 
Wasser 
1B30mN 26.79 27.1° Sb45mV 206° 216° 
3b 40m N 26.6 27.0 1k05mV 20.9 21.5 
5b 10m N 24,85 26.5 12h um V 20.0 21.5 
sh Om N 24.4 26,6 JB30MN 19.0 21.9 
10h 05m N 242 26.6 3h50MN 19.9 21.6 
I nn V u. 26.5 5R33M N. 19,9 21,5 
, 3 URS En Se ı 1b 30m X Regen. 
In allen vier Fällen zeigt die Wassertemperatur keine große Veränderung. 
Wir dürfen demnach annehmen, daß Niederschläge von mäßiger Dauer die 
Temperatur der Luft für einige Stunden um mehrere Grade herabdrücken 
können, daß sie jedoch die Wasserwärme nur wenig beeinflussen. 
2. Einfluß des Windes. 
Auf der Ausreise in 26° S und 42° W weisen ganz ähnlich wie im Jahre 1910 
die meteorologischen Elemente, besonders die Lufttemperatur und die Feuchtigkeit, 
starke Schwankungen auf, Die Temperatur der Luft lag am 3. Juli bei NW-lichen 
Winden über 21° (Max, 21.8°). Am 4. Juli vormittags flaute der Wind ab und 
kam am Nachmittag aus dem SW-lichen Viertel wieder durch. Die Luft- 
temperatur fiel dabei bis auf 16.9° (Juli 5, 7% 30m V) und hielt sich auch in den 
nächsten Tagen unter 18° (Maximum: Juli 6, 17.3°; Juli 7, 17.0°). 
Die Wassertemperatur machte diesen starken Sprung nicht mit; sie betrug 
mittags am 4. Juli 20.9°, am 5. Juli 20.9°, am 6. Juli 19.6°. Die Folge hiervon 
war ein großer Unterschied zwischen der Wasser- und der Lufttemperatur sowie 
ein Sinken der Feuchtigkeit. 
Juli 4, 42 0mN —0.5°W--L 92% % relat. Feuchtigkeit. 
5, 8h 30m V +4.5° « 85 € 
5, 0b 10m N +3.4° « 76 « 
6. 1r 30m N 492.0° + 65 « 
12h Om V 4.10 23.5° 
Ih Om'N 24.1 23.7 
3b 50m N 224 23.2 
6R 30m N. 219 23.0 
10h 0m N 21.7 22,8 
1h 35m bis Ib 40m Regenbö mit 
mit 7.7 mm Wasser, 
3 Einwirkung des Wassers auf die Lufttemperatur. . 
Ein interessantes Beispiel für die Abhängigkeit der Lufttemperatur von 
der Wasserwärme liefern die Beobachtungen beim Übergang vom warmen zum 
kalten Wasser in der Nähe von Kap Horn am 11. Juli. Die Wassertemperatur
	        
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