Keller, H.: Die hydrographischen Verhältnisse der Nordsee usw. 519
einen Jahre unter dem Einflusse des atlantischen, in dem anderen unter dem
des Küstenwassers. Im Skagerrak sind namentlich an der nördlichen Seite hohe
Schwankungen vorhanden, ;
Tabelle II.
Unperiodische Schwankungen des Salz- | Unperiodische Schwankungen der Tem-
gehalts im Februar (% 40). peratur im Februar (C°).
Z
x
m.
{
ic
30
an
1
5C
25
00
150
200
250
300
400
‚ialslalsliolrlealelolnle
1lels3l4lsle
I7 [81911012
„.1010.22/0.0910.13 0.04/0.6910.220.2412.05 0.360.46 ee 0.24 10.05/0.5210.92/0.05/1.09/2.31/0.25/1.45/1.20
1.1410.17 0.100.11/0.0510.6110.09'0.6412.3110.04'0,46 0.9410.80/0.28/0.26/0.1110.2610.92/0.3210.66/2.48 0.08 1.41|1.22
1.2310.200.1010.12'0.04/0.6110.25/0.9612.08 (5910.46 0.94 0.720025 0.2610.10/0.2610.9110.47/1.1912.1611.70/1.39/1.21
1.09(0.22.0.0710.13/0.04/0.61/0.34'0.7911.59/0.54/0.37/0.9410.5610.28/0.26/0.7710.2610.9110.60{1.11/1.75/ 1.5811.30/1.21
1.0010.22 0.07'0.1310.04/0.6110.3710.7910.99/0.58 0.38 0.561028 0.260.717/0.26/0.83/0.4110.9611.49/1.38/1.29
0.11/0.1310.04/0,43/0.6110.87'0.8110.03/0.40 10.26/0.720.26 0.52/1.17/1.27/1.23/0.23/1.27
0.11 0.1510.4410.0610.4710.46 0.20 19.27(0.85/0.21/0.81 11.59
0.1610.2710.08/0.08/0.37 10.7510.3510.45/0.5011.28
0.11'0.31/0.700.37° 0.14/1.00/0.44 (0,72
0.18 0.20/0.08 0.15 0.250 6810.07]0.10
.0.16'0.1110.07 0.18/0.2110.35
l9.0210.02 0.22/0.04
0.09 | 0.05
1 J | I 1 . 1 z ‘ x 4 1 I
Fette Zahlen —= Maxima. Kursive Zahlen = Minima.,
Mit dem Maximum der Schwankungen des Salzgehalts bei D.N. 9
ist natürlich auch ein solches der Temperatur verbunden; denn
das Nordseewasser ist weit wärmer als das baltische. Ob wir in den geringen
Schwankungen von D. N. 7 und D. N. 10 zwischen ungleich höheren bei D. N. 6
und D. N, 8 einerseits und bei D. N. 9 und D. N. 11 anderseits eine Gesetz-
mäßigkeit oder nur eine Zufälligkeit infolge der bloß 2jährigen Messungen
zu erblicken haben, ist fraglich. Wenn man bedenkt, daß die oberen Schichten
von D. N. 9 und D. N. 8 in dem einen Jahre durch kaltes Küstenwasser, in dem
anderen durch aufsteigendes wärmeres Tiefenwasser beherrscht werden, während
bei D. N. 7 und D. N. 10 in beiden Fällen kälteres Wasser vorhanden ist, das
entweder dort stationär lagert oder an der Oberfläche hierhin abgeflossen ist,
so hat die Annahme einer Gesetzmäßigkeit mehr Wahrscheinlichkeit für sich.
Nach der Tiefe zu verändern die Schwankungen der hydrologischen Ele-
mente entsprechend der Gleichmäßigkeit der letzteren ihren Wert nicht wesent-
lich. Nur in den Tiefenschichten über der Norwegischen Rinne von D. N. 7 bis
D. N. 10 vollzieht sich ein Wechsel. An der norwegischen Küste bei D. N. 8
steigen die Schwankungen des Salzgehalts von der Oberfläche zu den Tiefen
bis 50 m ganz wesentlich an; denn in dem einen Jahre dringt das Oberflächen-
wasser tief ein, in dem andern wird es durch das aufsteigende salzreiche Tiefen-
wasser verdrängt. Entsprechend behalten auch die Temperaturschwankungen
einen hohen Wert. Beide sind wohl geringer als an der nördlichen Skager-
rakküste, korrespondieren aber in ihrer Entstehung vollkommen mit ihnen,
Dagegen fehlt in den oberen Tiefen von D. N. 7 der letztere Faktor, das salz-
reiche aufsteigende Ticfenwasser; eine größere Gleichmäßigkeit der beiden
Elemente in den einzelnen Tiefen und eine gleichmäßigere Zunahme derselben
ist die Folge, und so entstehen hier in den oberen Schichten auffallende
Minima der Schwankungen zwischen den weit höheren von D.N. 8 und
D. N. 6. Umgekehrt zeigen die beträchtlichen Salzgehalts- und Temperaturampli-
tuden in 50 bis 75 m von D. N. 7 und in 20 bis 40 m von D. N. 10, die oben und
unten von weit geringeren begrenzt werden, die Gebiete an, die in dem einen
Jahre unter dem Einflusse eines warmen und zugleich sehr salzreichen Wassers
stehen, das wir schon oben bei der Betrachtung der allgemeinen Lage berück-
sichtigten, in dem andern von salzärmerem und kälterem Oberflächenwasser. ein-
genommen werden.