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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1912,
Um die Verhältnisse im Skagerrak zu verstehen, müssen wir bedenken,
daß fortwährend salzreiches Wasser aus westlicher Richtung einströmt, und zwar
hauptsächlich durch die Mitte des Skagerrak hindurch, wo an der Station
D. N. 11 der Salzgehalt mit 34.93°% ,, seinen höchsten Wert erreicht. Nördlich
und südlich davon lagert salzärmeres und zugleich viel kälteres Wasser, das
kälteste des ganzen Untersuchungsgebietes überhaupt. Doch sind auch an der
nördlichen Küste die oberen Schichten manchmal wesentlich salzreicher und
wärmer als zur Mitte hin, aus demselben Grunde wie im Profil S II. Im Mittel
wird die Grenze des kältesten Wassers von unter 5.0° durch die 34.50 °%) Isohaline
an beiden Küsten angezeigt. Zwischen diesen ist die Temperatur des Wassers
ungleich höher,
In den mittleren Tiefen von D. N. 9 hat das Nordsee-, in denen von D. N. 10
das atlantische Wasser die Oberhand, Doch ist der Wirkungsbereich der beiden
Wasserarten von Jahr zu Jahr beträchtlichen Schwankungen unterworfen, die
mit denen im Tiefenwasser des Profils S II korrespondieren. Das Nordseewasser
kann unter Umständen, wie z. B. im Jahre 1906, eine solche Ausdehnung erreichen,
daß es selbst noch bei D. N. 10 die Tiefen bis zu 150 m beherrscht.
Während im südlichen Teile Temperatur und Salzgehalt von der Ober-
fläche bis zum Boden nahezu konstant sind, treffen wir wieder in den Tiefen der
Norwegischen Rinne und in den mittleren Schichten des Profils mannigfache
Unterschiede an. Ebenso wie im Profil S II ragt auch hier ein Hügel warmen
Wassers aus der Mitte des Skagerrak hervor, über, unter und neben dem
niedrigere Temperaturen vorwalten. Es steht diese intermediäre warme Schicht
mit derjenigen im Profil S II in Zusammenhang und beruht, wie Knudsen‘)
annimmt, darauf, daß ein Teil des warmen atlantischen Wassers nördlich von
Schottland schon früher im Winter mit einer höheren Temperatur den Haupt-
strom verlassen hat, um gegen die intermediären Schichten der Norwegischen
Rinne vorzudringen.
III. Unperiodische Schwankungen des Salzgehalts und der Temperatur im
Februar.
(Vgl. Tabelle 11.)
An den Stationen, an denen jahraus jahrein immer derselbe
Einfluß maßgebend ist, werden naturgemäß die unperiodischen Schwankungen
in allen Jahreszeiten am kleinsten sein, Das gilt in erster Linie für den zen-
tralen Nordseebereich, wo neben der Beeinflussung durch das ozeanische Wasser
zumeist kein anderer bestimmender Faktor hinzutritt. Wenn wir uns von hier
aus den Küsten nähern, werden die Schwankungen größer, weniger zur west-
lichen und südlichen Küste hin, mehr zur norwegischen, wo noch die Einwirkung
durch den Baltischen Strom hinzutritt, der hinsichtlich seines Salzgehalts und
seiner Temperatur ungleich höheren Schwankungen unterworfen ist als das 0zea-
nische Wasser. Im Skagerrak endlich sind die Küstengebiete größeren Schwan-
kungen unterworfen als die Mitte, namentlich das nördliche wegen des mannig-
fachen Wechsels in den Wasserverhältnissen, die durch den Baltischen Strom und
das eindringende Nordseewasser bedingt werden.
Im Winter weicht das Bild der Oberflächenschwankungen von Salzgehalt
und Temperatur nicht wesentlich von dem allgemeinen ab.
Die kleinsten Salzgehaltsamplituden der Oberfläche von nur 0.04 %/09
liegen im Wasser über der Großen Fischerbank, die Minima der Temperatur-
schwankungen gehören D. N. 4 an. Im Nordseegebiete unmittelbar nördlich der
Doggerbank und auf dieser selbst sind die letzteren nahezu gleich, etwa 0.25°,
in der Deutschen Bucht aber für beide Elemente ungleich höher.
Zur norwegischen SW-Küste hin nehmen die Salzgehaltsschwankungen erst
zu bis nach D. N. 6, dann aber wieder ab im engeren Küstenbereiche; hier hat
das Küstenwasser ständig die Oberhand, dort stehen die Wassermassen in dem
i) Conseil permanent ...... Partie Supplementaire Annge 1906 bis 1907.