Kleinere Mitteilungen,
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wilde See, Brechseen über Deck und Luken., Stromversetzung in 24 Stunden
rw. N 33°O0, 21.6 Sm. Am 7. Juli 6 20min V war das Besteck 12° 59’ N-Br. und
54° 24’ O-Lg. Die Stromversetzung betrug in 181/, Stunden 27 Sm nach rw. N 86°0.
Mittags desselben Tages, auf 12° 56’ N-Br. und 53° 44’ O-Lg., fanden Strom-
versetzung in 5?/, Stunden 26 Sm nach rw. N 77°0, '
An der Nordküste von Sokotra hatte der Monsun einen mehr böigen
Charakter, Windstärke 10 bis 7, bei sehr diesiger Luft, nachts starker Tau, Eine
auffallende Erscheinung war es hier, daß, sobald der Wind etwas abflaute, die
Luft klarer wurde und die Gebirgsmassen zu sehen waren. Nahm der Wind da-
gegen an Stärke zu, so war sofort alles in Dunst gehüllt und keine Spur von
den mächtigen Gebirgsmassen auszumachen, mit Ausnahme von zwei großen
hellen Sandflächen, Also gerade umgekehrt als in unseren Breiten, wo es bei
unsichtigem Wetter nach auffrischender Brise meistens klar wird.
Um 2b 50in N erreichten 12° 52’ N-Br. und 53° 35’ O-Lg. nach Peilung. In
diesen 2 Stunden und 50 Minuten wurde keine Stromversetzung bemerkt. Nach
Querpeilung von Sabunja standen um 6r 25" N auf 12° 48’N-Br. und 53° 9’ O-Lg.,
Stromversetzung in 4 Stunden rw. N 44°O, 2.4 Sm.
Unter Zugrundelegung der am 8. Juli um 6% 12minV gefundenen astro-
nomischen Berechnungen befand sich der Dampfer um 6b 26WirV auf 12° 36’ N-Br,
und 51° 43’ O-Lg., Stromversetzung in den letzten 12 Stunden rw. N 55°0, 16 Sm.
Um 12% mittags befand das Schiff sich auf 12° 20’ N-Br. und 50° 59’ O-Lg., Strom-
versetzung in 5 Stunden 34 Minuten: rw. N 79°0, 5 Sm. Nach Querpeilung von
Ras Filuk um 3% 45m N hatten wir 12° 0’ N-Br. und 50° 34’ O-Lg. erreicht und
in diesen 3%, Stunden 5 Sm Strom nach rw. S 53°W gefunden. Am 8. Juli gegen
Mittag nahmen Wind und See schnell ab; Landvögel zeigten sich beim Schiff,
wie auch große Schwärme von Boniten. Außerdem trieben auf dem Wasser
breite gelbe Streifen, die sich als feine Pfanzenteilchen erwiesen und nicht als
Sand, wie es den Anschein hatte.
2. Sebenico-Kanal und Hafen, Dalmatien, Nach Bericht des Kapitän
G. Sacher, D. »Persepolis« vom Juni 1912, .
Das Einlaufen in den Sebenico-Kanal bietet keine Schwierigkeiten, namentlich
nicht die südliche Einfahrt, da die Inseln steil abfallen. Der einzige Seelotse, der
sich gewöhnlich hier aufhält, wird, falls man einen Seelotsen benötigt, durch drei
lange Töne mit der Dampfpfeife herbeigerufen, Häufig verkehrende oder kleine
Dampfer fahren. ohne Seelotsen in den Kanal. Falls der St. Antonio-Kanal frei
ist, werden bei der Annäherung eines Dampfers zwei Bälle auf dem Fort St. Nicolo
gehißt, während auf dem Fort der Stadt ein Kegel gezeigt wird, zum Zeichen,
daß von dieser Seite kein Schiff in den Kanal einlaufen darf, in welchem sich
wegen der Enge und der Krümmungen Dampfer nicht passieren können.
Das. in den Hafen eingelaufene Schiff ‚muß vor dem Hafenmeister-Amt
ankern; der Kapitän oder I. Offizier muß mit den Papieren (Gesundheitspässe,
General-Manifest, Musterrolle oder Mannschaftsliste und Meßbrief) an Land fahren,
um einzuklarieren. Hierauf fährt ein Hafenlotse mit an Bord, um das Schiff an
den Pier zu legen, doch ist der Hafenlotse nicht verantwortlich.
Von der Zollbehörde, die während des Ankerns an Bord kommt, wird
eine Proviantliste verlangt; alle Tabakfabrikate sowie Kaffee und Zucker werden
bis auf einen kleinen Bedarf versiegelt, doch sind die Beamten in jeder Weise
zuvorkommend.
An Hafenabgaben sind für die R-T. netto beim ersten Anlaufen im
Jahre 0.80, beim zweiten 0.60, beim dritten 0.40 Kr. zu zahlen, bei weiterem An-
laufen ist das Schiff frei.
Für Ein- und Ausklarieren nebst Gesundheitspaß sind 10 bis 14 Kr.
zu zahlen. Der an Bord kommende Zollbeamte erhält 2 Kr., der Hafenlotse
10 Kr.; letzterer ist jedoch nur einlaufend zu nehmen, Falls ein Seelotse ge-
nommen wird, erhält derselbe bei größeren Schiffen von über 20 Fuß Tiefgang
120 Kr. für Ein- und Ausgehen, Das Festmacheboot erhält für Ein- und Aus-
gehen 24 Kr.