300 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1912,
Inselchen liegen die vier kleinen Rocky-Inseln 10 Sm vom Festlande entfernt.
Das nördlichste Inselchen ist das größte. Die ganze Gruppe wird von Brandung
umgeben, und es scheint, als ob sich letztere vor dem Südwestende der Gruppe
am weitesten ausdehnt. Eine kleine Brandungsstelle liegt 3 Sm ostnordöstlich
von der größten Insel der Gruppe. Die Wassertiefen nehmen südlich vom
Oldfield-Fluß bis zu einer Stelle, die 5 Sm nördlich von der zuletzt genannten
Brandungsstelle liegt, von 64 m auf 42 m ab, und es ist nicht ausgeschlossen,
daß außer der auf 34° 1’$S-Br. und 120° 44’ O-Lg. beobachteten Brandungsstelle
noch mehrere blinde Klippen in dieser noch nicht vermessenen Gegend vor-
handen sind,
Vom Osten kommende Schiffe müssen in angemessenem Abstande südlich
und westlich von dem Inselmeer passieren, das der Küste östlich vom Butty
Head vorgelagert ist.
Nach dem Ankerplatz im Fanny Cove führen zwei Durchfahrten, die
11 bis 14.6 m Wassertiefe haben. Die südwestliche führt zwischen Riff Nr. 1
und 3, die nordöstliche zwischen Riff Nr. 3 und 4 durch, Schiffe mit geringem
Tiefgange können bei gutem Wetter auch über das Riff Nr. 1 laufen, das 4,9 m
unter Wasser liegt. Kapt. A. Walden bevorzugte die nordöstliche Durchfahrt, da
es, als er die Bucht besuchte, auf dem Riff Nr. 4 immer, auf dem Riff Nr. 3 aber
nur gelegentlich brandete; auf dem Riff Nr. 1 steht niemals Brandung. Beim
Einlaufen steuere man unter ständigem Gebrauch des Lotes mit rw. 291° (mw.
NWzW 7’/,W)-Kurs zwischen den Riffen Nr. 3 und 4 hindurch, lasse hierbei das
Riff Nr. 4 etwa 5/, Kblg an St-B. liegen und hole nach Passieren der Riffe all-
mählich nach dem Ankerplatze auf. Die Durchfahrt zwischen Riff Nr. 1 und 3
wird auf demselben Kurse durchlaufen. Im Fahrwasser zum Ankerplatze findet
man ebenfalls 11 bis 14,6 m Wassertiefe.
Man kann nur am Tage und unter sorgfältiger Benutzung des Lotes
einlaufen.
Leuchtfeuer. Siehe »Leuchtfeuer aller Meere« 1912, Tit. IX, Nr. 2624.
Ankerplatz. Auf dem Ankerplatz ist 5.5 bis 9,1 m Wassertiefe. Diese nimmt
nach dem Lande zu ab und beträgt nahe am Strande nur noch 3.7 m. Auf 64m
Wassertiefe über ziemlich gut haltendem Sandgrunde ankert man, wenn der Woll-
schuppen rw. 189° (mw. SzW), die Klippen vor der inneren Huk rw. 138° (mw,
S01/„S) peilen; Schiffe mit 3.3 m Tiefgang haben hier genügend Raum zum
Schwaien, wenn sie nicht mehr als 55 m Kettenlänge aushaben.
Kleinere Mitteilungen.
1. Stromverhältnisse an der Ost- und Nordküste von Sokotra vom
4. bis 8. Juli 1912, Bericht des Kapitäns C. Schmehl, D. »Werdenfels«.
Westwärts steuernd erreichten am Mittag des 4. Juli 8° 17’ N-Br. und
59° 28’ O-Lg.; fanden während der letzten 24 Stunden eine Stromversetzung
rw. N 76°0, 21 Sm. Der Wind hatte in dieser Zeit aus’SW, Stärke 6 bis 7, ge-
weht, in Begleitung grober See und bei leicht bewölkter Luft. Am Mittag des
5. Juli hatten 8° 35’ N-Br. und 57° 22’ O-Lg. erreicht bei häsiger Monsunlud$t;
Wind SW 7 bis 8, sehr grobe See. Da nach Verlassen des sogenannten Schön-
wetter-Eies, einer Ellipse, deren große Achse zwischen 72° und 59° O-Lg. und
deren kleine Achse zwischen 11° und 5° N-Br. liegt, schon steifer Wind einsetzte,
so hielt ich es für vorteilhafter, nachdem 57° O-Lg. erreicht war, abzuhalten und
mit raumem Wind und günstigem Strom an der Ost- und Nordküste von Sokotra
entlangzusteuern. Läuft man mit der eben ausgesprochenen Absicht westlicher
als 57° O-Lg., so wird man höchstwahrscheinlich in den auf diesen Längen südlich
setzenden Strom geraten.
Am Mittag des 6. Juli erreichten 11° 22’ N-Br. und 55° 34’ O-Lg. Der
Monsun wehte mit aller Kraft, Stärke 10 bis 11, stark diesige Luft, hohe und