198 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1912.
kostete Fleisch 25 bis 30 Sen, Gemüse 5 Sen das Kilo, Hühnereier 5 bis 6 Sen das
Dutzend. Kartoffeln werden von China eingeführt. Gutes Trinkwasser kann
man zum Preise von 1 Yen pt bekommen; es wird in einem Wasserboot längs-
seit gebracht. Das Flußwasser kann gut als Wasch- und Kesselwasser benutzt
werden, es ist aber stark getrübt und man sollte es daher vor dem Gebrauche
abstehen lassen.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Ein Kaiserliches Konsulat ist nicht am
Orte. Kapt. W. Hülsebusch hatte die Vertreter der Standart Oil Co. als Agenten,
Einrichtungen zum Prüfen nautischer Instrumente sind nicht vorhanden;
auch sind Seekarten und nautische Bücher nicht zu haben.
Fanny Cove an der Südküste von West-Australien.
(Amtlich.)
Quellen: Hydrographie Bulletin Nr. 1176 vom 13, März 1912, Washington; engl. Shb. Australia
Directory, Vol. I, 1907. Brit, Adm-Krt. Nr. 2759b, Australia, Southern Portion; Nr. 1059, Doubtful
Island Bav to the Head of the (ireat Australian Bight. (Hierzu eine Skizze.)
Fanny Cove ist eine kleine Bucht, die unmittelbar östlich vom Shoal Cape
liegt. Sie dient ausschließlich als Verschiffungsplatz für Wolle, die aus der Um-
gebung hierher gebracht wird. Der Raum in der Bucht ist nur beschränkt. Die
geographische Lage des Ankerplatzes in der Bucht ist ungefähr 33° 53’ S-Br.
und 121° 7 O-Lg. Die Mißweisung für das Jahr 1912 beträgt etwa 2.5° W; die
jährliche Anderung ist gering.
Allgemeines. Fanny Cove liegt ungeschützt nach Südosten hin; Wind und
See aus dieser Richtung stehen recht in die Bucht hinein. Gegen westliche und
südwestliche Winde ist die Bucht geschützt. Bei südwestlichen Winden jedoch
sind die Ausläufer der südwestlichen Dünung noch etwas innerhalb der inneren
Huk fühlbar, die sich etwa 1 Sm nördlich vom äußersten Ende des Kap Shoal
mehrere hundert Meter weit ausdehnt, Man muß deshalb, um vor dieser ’Dünung
geschützt zu liegen, dicht unter der eben genannten Huk ankern. Nahe vor
dem Außenende der inneren Huk liegen mehrere Klippen; drei Riffe erstrecken
sich in einer Linie von den Klippen nach Nordosten, und ein viertes Riff liegt
etwa !/, Sm südöstlich von dem am nächsten bei den Klippen gelegenen Riff,
Die Riffe liegen eben unter Wasser mit Ausnahme des am nächsten bei den
Klippen gelegenen; über diesem steht 4.9 m Wasser.
Landmarken. Hood Point, auf etwa 34° 23’ S-Br. und 119° 35’ O-Lg., ist
eine 81 m hohe Huk, die ungefähr 6 Sm weit von der Küste vorspringt. Sie ist
mit dem Festlande durch eine niedrige sandige Nehrung verbunden, wodurch
sie das Aussehen einer Insel bekommt. Vor ihr liegen die vier felsigen und
steilen Doubtful-Inseln, von denen die höchste 75 m aus dem Wasser emporragt.
12 Sm nordwestlich von dieser Insel erhebt sich West Mount Barren zu 372 m
Höhe; er ist aus 30 Sm Entfernung davon zu sehen. Middle Mount Barren, etwa
20 Sm nördlich von Hood Point gelegen, ist 457 m hoch und aus 35 Sm Ent-
fernung davon zu sehen. 5 Sm östlich von ihm liegt in der Nähe der Küste das
43 m hohe Red-Inselchen, East Mount Barren ist 299 m hoch. Er liegt 19 Sm
ostnordöstlich vom Middle Mount Barren, hohes Land erstreckt sich von ihm aus
in nordwestlicher Richtung. In der Mitte zwischen ihm und dem Middle Mount
Barren erhebt sich etwa 2 Sm landeinwärts der 392 m hohe Whoogarup-Höhen-
rücken. Die Küste zwischen Middle- und East Mount Barren ist hoch und felsig;
weiter nach Osten hin wird sie aber niedrig und sandig, einzelne Sandhügel er-
heben sich hier und da im Hintergrunde. Shoal Cape besteht aus Dünen, die
wie weiße Küstenabhänge aussehen, 8'/„ Sm östlich von ihm liegt ein Inselchen
etwa 2'/, Sm vom Festlande entfernt, das ebenfalls Red-Eiland heißt. Die Küste
östlich von Fanny Cove erstreckt sich etwa 26 Sm weit in östlicher Richtung
bis zum Butty Head, auf dem sich ein mit dunklem, verkrüppeltem Buschwerk