accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Chinnampo (Korea). 
497 
die gewöhnlich mit 2 oder 3 Mann besetzt sind, Die Bootsleute waren aber 
unerfahren und ungeschickt. 
Hafenunkosten sind dieselben wie in allen koreanischen Häfen... Tonnen- 
gelder 25 Sen per R-T. Für Löschkosten werden ungefähr entrichtet: für Stückgut 
30 Sen, für Schwergut 35 bis 45 Sen p t, für Agenturkommission je nach der 
Ladungsmenge. Erlaubnisschein für Nacht- und Sonntagsarbeit ist bei der Zoll- 
behörde besonders auszuwirken und zu bezahlen. 
Die Stadt Chinnampo liegt an dem Flußufer nahe an einer Bucht mit aus- 
gedehnten Schlickbänken, die bei Niedrigwasser trocken fallen. Die japanische 
Ansiedlung liegt: unmittelbar an den Hafenanlagen, die koreanische Altstadt mehr 
landeinwärts an dem Wege nach Ping Yang. Telegraphische Verbindung besteht 
nach Ping Yang und Söul, damit zugleich nach allen Erdteilen, Eine gut aus- 
gebaute Straße verbindet Chinnampo mit Ping Yang, und eine Eisenbahn ist für 
diese Strecke in Bau genommen, 
Handelsverkehr ist noch gering. Die’ Einfuhr in: Chinnampo hatte im 
Jahre 1907 einen Wert von 397 651 £, die Ausfuhr 210342 £. In demselben 
Jahre liefen den Hafen an 1100 Dampfer mit 681 600 R-T. und 744 Segler mit 
20252 R-T. Raumgehalt. Das ganze Flußgebiet und namentlich die fruchtbaren 
Täler des Taitang Rang wie auch die weitere Umgebung stehen unter alter und 
hoher Kultur. Die zur Ausfuhr gelangenden Landesprodukte jener Gegenden 
sind Bohnen, Gerste, Reis, Baumwolle und Tabak, Brauchbares Nutzholz kann 
aus den Forsten des Landes nicht gewonnen werden, da der Baumwuchs zurück- 
geblieben ist und verkrüppeltes Gestrüpp vorherrscht. In der Umgebung von 
Ping Yang wird anthrazitige Kohle gefunden, in den Bergen nordöstlich der 
Stadt Eisen und Kupfer, und nordwestlich von‘ ihr Gold und Silber in kleinen 
Mengen. Es sind mithin alle Vorbedingungen vorhanden, daß Handel und 
Schiffahrt dieses Hafens in der nahen Zukunft sich lebhaft entwickeln werden, 
Wasserwege in das Hinterland, auf denen Küsten- und Wattenschiff- 
fahrt betrieben wird, sind ‚viele vorhanden. Etwa 2 Sm nordnordöstlich von 
Pyo somu zweigt sich ein Fahrwasser in nördlicher Richtung von der Föhrde 
ab, das in die Kang Yang-Bucht führt und neuerdings mit Seezeichen gekenn- 
zeichnet worden ist (vgl. N.f.S. 1911, Nr. 1654). Um diese Bucht herum liegen 
viele Ortschaften. Einen anderen Wasserweg in das südöstlich von der Föhrde 
gelegene Hinterland bildet der Sei nei ko, der aber geringe Tiefen hat und daher 
nur von flachgehenden kleinen Leichtern und Booten befahrbar ist. Die haupt; 
sächlichste Verkehrsader in das Hinterland bildet der Taitong Kang mit seinen 
Nebenflüssen. Die Strecke von seiner Mündung in die Föhrde bei Cheltau bis 
zu dem Orte Posan wird vorwiegend von hohen bergigen Ufern eingeengt, wo 
Nebenflüsse münden, an anderen vereinzelten Stellen werden die Ufer von Tälern 
oder flachem Gelände gebildet. 
Von Cheltan bis zu dem 11 Sm flußaufwärts gelegenen Orte Yoha können 
Schiffe mit 7.3 m Tiefgang bei Niedrigwasser gelangen. Hier sperrt eine Barre, 
deren größte Tiefe etwa 4.1 m bei Niedrigwasser beträgt, den oberen Lauf des 
Flusses für tiefergehende Fahrzeuge. Bis Posan hinauf können Fahrzeuge bis 
zu 8 m oder mitunter auch, bis zu 3.7 m Tiefgang bei Niedrigwasser gelangen, 
Mit Hochwasser können Fahrzeuge von etwa 3 m Tiefgang bis zu dem 7 Sm ober: 
halb Posan liegenden Orte Sek ho cheng gelangen. Von hier bis nach Ping Yang 
ist der Fluß bei Hochwasser nur für Fahrzeuge bis zu 2.4 m Tiefgang schiffbar. 
Die 22 Sm lange Strecke von Posan bis Ping Yang hinauf hat weniger bergige 
Ufer und wird meistens von flachem Gelände umgeben; das Fahrwasser löst sich 
oft in ein Netzwerk von Kanälen auf, getrennt durch Inseln und Untiefen, die 
während der Eisschmelze und in der sommerlichen Regenzeit vielfachen Ände- 
rungen unterworfen sind. 
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen werden aus Japan eingeführt und sind 
in geringen Mengen für den Preis von 11 Yen pt zu haben, Sie werden in 
Leichtern an Bord gebracht. Die Übernahme der Kohlen geht aber nach Kapt. 
Hülsebusch sehr langsam. Frischer Proviant war nach Kapt. W. Hülsebusch 
im September 1911 reichlich, jedoch zu ziemlich hohen Preisen erhältlich; ‘so 
Ann. d. Hydr. usw., 1912, Heft IX.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.