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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

496 - Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1912, 
1, Sm westlich von Hombagu; dann halte man auf nördlichem Kurse die Huk 
Hombagu in etwas Östlicherer Peilung als rw. 169° (mw. S!/,O), bis Sister- 
Leuchtturm rw, 62° (mw. ONO) peilt. Von da steuere man in !/, Sm Abstand 
nördlich um Sister-Eiland herum und folge den Anweisungen für die Mitteleinfahrt. 
Schiffe, die sich von Westen her der Insel Cho Da nähern, können auch 
südlich von ihr in die südliche Einfahrt gelangen. Sie müssen dann auf den 
südlichen Teil der Insel Cho Da zusteuern. Sobald man etwa 2 Sm von ihrer 
Südwesthuk entfernt ist, wird man Go rin chi ki auf dem Festlande erkennen, 
Man soll dann die Südwestkante der Huk Go rin chi ki in rw. 152° (mw. SSO)- 
Peilung halten, um zwischen den Bänken südlich von Cho Da hindurchlaufen zu 
können, Sobald der 182 m (596’) hohe Gipfel 3 Sm ostsüdöstlich von Hombagu 
rw. 45° (mw. NO0!/,O) peilt, halte man östlicher, bis dieser Gipfel rw. 39° (mw. 
NO) peilt; dann steuere man, wie vorher angegeben, 
Längs der Südostküste der Insel Dau Chen, also zwischen ihr und der 
Festlandsküste einzulaufen, hält Kapt. Mörsel für sehr gefährlich, weil dort sehr 
veränderliche Bänke liegen, die nach jedem Eisgang und auch während der 
Regenzeit ihre Tiefen ändern. Kapt. Mörsel meinte, daß diese Strecke seit der 
im Jahre 1887 von ihm ausgeführten Vermessung später noch geringere Wasser- 
tiefen zeigen müsse, Selbst Dampfer mit geringem Tiefgang dürfen diese Durch- 
fahrt nur bei Hochwasser wagen und müssen dabei nahe der Inselküste und 
auf die nördlichste der drei Inselchen zu halten, die Mörsel als »Flache Insel- 
gruppe« bezeichnet, bis sie klar von der mit Klippen besetzten Huk an der Ost- 
seite der Durchfahrt sind, d.h. bis der enge Paß zwischen dem Inselchen Pyo 
sem und der Festlandshuk offen erscheint. In diesem Fahrwasser ist doppelte 
Vorsicht notwendig. Schließlich braucht wohl kaum noch darauf hingewiesen 
zu werden, daß es nur am Tage und bei sichtiger Luft nach den gegebenen 
Landmarken befahren werden kann. 
Die Hafenanlagen von Chinnampo sind nach den älteren Berichten von 
Kapt. Mörsel an keiner günstigen Örtlichkeit angelegt worden, denn der Ort 
liegt an einer Bucht, deren Strand bei Niedrigwasser auf mehr als !/, Sm Breite 
trocken fällt. Infolgedessen würden Anlagen von Kaien und Landungsbrücken 
mit unverhältnismäßig hohen Kosten verknüpft sein, auch würden wegen des 
besonders starken Ebbstromes an dieser Stelle Schwierigkeiten beim Löschen 
und Laden entstehen. Besonders auch für den Ausfuhrhandel hielt Mörsel die 
Lage des Hafenplatzes nicht für günstig, weil alle Waren erst von weit her- 
geschafft werden müßten, was auch der Fall ist, hauptsächlich nach Ping Yang. 
Allerdings ist ein gut ausgebauter Landweg zwischen Ping Yang und seinem 
Seehafen vorhanden, der manche Nachteile wieder ausgleicht. Die Vorteile, die 
Chinnampo als Hafenplatz für Handel und Schiffahrt bietet, müssen aber wohl 
die Nachteile aufwiegen, denn neuerdings haben die Japaner östlich von der 
Stadt und westlich von der kleinen Insel Ibari tö eine ausgezeichnete schwim- 
mende Landungsbrücke erbaut; ferner ist eine Kaianlage aus Granit in Bau 
begriffen. Kapt. W. Hülsebusch berichtet über den Bau eines Hafenbeckens, 
das allerdings nur Küstenfahrzeuge und Leichter aufnehmen kann und bis zu 
dessen Vollendung wohl noch Jahre vergehen dürften. Für die Lösch- und Lade- 
arbeiten sind die Seeschiffe ausschließlich auf Leichterhilfe angewiesen. Die 
Leichter können wegen der starken Strömung auf der Reede nur bei Stauwasser 
längsseit kommen und an Land verholen; sie werden bei Hochwasser auf den 
Strand gesetzt, um bei fallendem Wasser entlöscht oder beladen zu werden. Oft 
macht sich Leichtermangel fühlbar, weil in ihnen Ladung oft weit den Fluß 
hinauf gebracht werden muß, so daß die Fahrzeuge mitunter eine volle Woche 
abwesend sind. Arbeitsleute (Kulis) sind schwierig zu erlangen, namentlich wenn 
Küstendampfer auf der Reede liegen. Die Kulis sind noch recht ungeschult 
und verkriechen sich bei Regenwetter in ihre Hütten, aus denen sie dann nicht 
herausgebracht werden können. Es empfiehlt sich, möglichst dicht vor den 
Hafenanlagen zu ankern, um den Leichtern den Weg zu verkürzen und Zeit zu 
gewinnen, Die Landungsstelle für Boote befindet sich beim Zollhause. 
Kapt. W. Hülsebusch hatte zum Verkehr einen japanischen Sampan angenommen.
	        
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