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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

194 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1912. 
ginnt die Eisbildung in manchen Jahren früher, in anderen später, Im Gebiete 
des Ping Yang-Flusses und der Föhrde beginnt die die Schiffahrt hindernde Eis- 
bildung im allgemeinen im Januar und dauert bis Anfang März. Wenn das 
Fahrwasser zugefroren ist, werden Leuchtfeuer und Nebelsignale außer Betrieb 
gesetzt und Tonnen und im Bereiche des Eisgangs stehende Baken eingezogen, 
um im Frühjahre wieder ausgelegt zu werden. (Vergleiche das Leuchtfeuer- 
verzeichnis.) Es kann also vorkommen, daß Schiffe die Leuchtfeuer und Nebel- 
sigynale außer Betrieb und die Tonnen und Baken nicht am Platze finden. Die 
Eispressungen im Winter während des Eisganges sind in den starken Gezeiten- 
strömen sehr heftig, und kleinere Fahrzeuge sollten beim Ankern und UÜber- 
wintern geschützte Buchten oder am Orte bekannte Eishäfen aufsuchen, 
Fischer, Im Golf von Pe Chili kann man mitunter ganze Fischerflotten 
antreffen, Die einzelnen Fahrzeuge sind große stark gebaute und tiefgehende 
Dschunken, die sich durch ihre fünf Masten von den Handelsdschunken unter- 
scheiden, Bei der großen Menge von Fischerfahrzeugen und der noch weiter in 
der Entwicklung begriffenen Fischerei sollte man, namentlich nachts und bei 
unsichtiger Luft, gut Ausguck halten, da die Lichterführung in jenen Gewässern 
zu wünschen übrig läßt. 
Die Einsteuerung in die Föhrde kann auf verschiedenen Wegen erfolgen, durch 
die Nord-, die Mittel- oder die Südeinfahrt. Außerdem gelangt man südlich von 
Sei Tau und Cho Da ebenfalls in die Südeinfahrt. Die Nordeinfahrt, die von 
Sei Tau in nordöstlicher Richtung bis nach Toku somu und dann in östlicher 
und südöstlicher Richtung in die Föhrde führt, scheint nach den Seekarten den 
besten, wenn auch nicht den kürzesten Weg zu bilden. Sie kann trotzdem nicht 
empfohlen werden, weil die Vermessungen für dieses Fahrwasser weit zurück- 
liegen und die Karten dafür nicht mehr zuverlässig sind, da in ihr jährlich 
Änderungen, verursacht durch Strom und Eis, vorkommen, Die Mitteleinfahrt 
führt zunächst ebenfalls von Sei Tau in nordöstlicher Richtung, dann aber eben 
nördlich von den Sisters in östlicher Richtung weiter, nördlich von Chän to und 
südlich von Pyo somu entlang in die Föhrde, Sie ist die gewöhnlich benutzte 
Einfahrt. Die Südeinfahrt führt dicht am Pillar-Felsen vor der Choppeki-Huk 
vorbei und dann innerhalb der Choppeki-Bänke an der Küste entlang weiter 
zwischen Cho Da und der Hombagu-Huk hindurch und dann westlich von Dau 
Chen in die Mitteleinfahrt und nördlich von der Sisters-Gruppe weiter. Sie wird 
nur selten benutzt. 
Die Mitteleinfahrt wird neuerdings von großen Schiffen fast ausschließ- 
lich benutzt, da sie gut befeuert ist und an den gefährlichsten Untiefen Tonnen 
liegen. Die früher bestehende Schwierigkeit, beim Ansteuern in nordöstlicher 
Richtung zwischen den beiderseitigen langgestreckten Sänden sicher hindurch 
zu gelangen, ist durch die beiden Tonnen am Ende jener Sände wesentlich er- 
leichtert. Auch das Leuchtfeuer auf dem westlichen Sister-Eiland ist für diesen 
Zweck und für die bei ihm vorzunehmende Kursänderung von wesentlichem Nutzen, 
Kapt. W. Hülsebusch schreibt über die Einsteuerung: »Am 10, September 
1911, 6b V wurde die kleine Insel Sei Tau auf dem Kurse rw, 53° (mw. N0z01/,0) 
in 4, Sm Abstand passiert, darauf hielt ich Sister-Eiland-Leuchtturm in rw. 56° 
(mw. N0z0!/,0) recht voraus, mußte aber, um mich in dieser Peilung halten zu 
können, den Kurs häufig ändern, wegen des starken quer zur Fahrwasserrichtung 
setzenden Flutstromes. Die Tonne auf dem Steert der von Cho Da nach NO 
sich erstreckenden Sände, wie auch die Tonne auf dem südlichen Steert der 
Nakasu-Sände lagen an diesen gefährlichen Stellen auf beiden Seiten des Fahr- 
wassers aus, Sister-Eiland wurde beim Passieren an Steuerbord in !/, Sm Ab- 
stand gelassen. Die schwarze Tonne auf dem südlichsten Steert der Mittelsände 
nördlich von Dau Chen zur Bezeichnung der Nordseite des Fahrwassers zwischen 
Sister-Eiland und Chän tö lag aus, wir ließen sie !/, Sm an B-B. Sodann wurde 
der Kurs unter Berücksichtigung des jetzt mehr schräg von achtern setzenden 
Flutstromes auf die 7,6 m (25’) hohe Klippe Chiri somu zu genommen, bis der 
Leuchtturm auf Chan tö rw. 160° (mw. SzO!/,O) peilte. Von hier hielten wir auf 
eine nordöstlich von Chän to mitten im Fahrwasser liegende schwarz und rot
	        
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