492 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1912.
jetzterer Insel auch die Nebelsignale, werden vom 15. Januar bis Ende Februar
des Eisgangs wegen außer Betrieb gesetzt.
Lotsen sind nicht vorhanden. Schiffen mit Explosionsstoffen oder anderer
gefährlicher Ladung wird ein besonderer Ankerplatz angewiesen. Kapt.
W. Hülsebusch berichtet darüber: »Nachdem die sehr genaue Untersuchung
des Hafenarztes beendet war, wurde uns durch einen Hafenpolizisten der für
Petroleumschiffe bestimmte Ankerplatz angewiesen.«
Schleppdampfer und Rettungsboote oder sonstige Einrichtungen für das
Rettungswesen sind nicht vorhanden.
Quarantäne, Bei der Ankunft des Schiffes muß ein Gesundheitspaß dem
an Bord kommenden Hafenarzt vorgelegt werden. Vor dem Besuch des Arztes
darf man mit dem Lande nicht verkehren, Die Quarantäne-Station liegt
eben westlich von der Huk Nan po ki. Wenn Schiffe einkommen, macht sie sich
durch Flaggensignale bemerkbar, die zum Ankern auffordern und ärztliche Visite
anmelden. Die ärztliche Untersuchung wurde auf »Lilly Rickmers« sehr genau
genommen. Ein Quarantäne-Krankenhaus zur Beobachtung verdächtiger
Personen ist vorhanden. Der Gesundheitszustand während des Aufenthalts der
‚Lilly Rickmers« im September 1911 war am Lande und an Bord gut; an-
steckende Krankheiten traten nicht auf.
Zollbehandlung. Von Schiffspapieren werden verlangt: Gesundheitspaß,
Manifest, Proviantliste, Mannschaftsliste und Lukenplan, Ein Zollbeamter bleibt
zur Überwachung an Bord.
Die Ankerplätze in der Ping Yang-Föhrde kann man sich nach der Karte,
den Umständen entsprechend, aussuchen, da man überall geschützt liegt. Die
Wassertiefe ist je nach der Örtlichkeit verschieden, aber der Ankergrund hält
stellenweise nicht gut. Der Ankerplatz eben östlich von Pyo somu dürfte kaum
noch benutzt werden. Vor Chinnampo befindet sich der beste Ankerplatz nach
Kapt. Mörsel mitten im Strome, oder auch etwas näher dem Südufer, wo man
den starken Ebbstrom mehr vermeidet, Der stärkste Ebbstrom trifft die dicht
vor den Kaianlagen und dem Leuchtturm von Ibari to verankerten Schiffe, Hier
können auch nur zwei große Seeschiffe gleichzeitig liegen. Über den etwa 1 Sm
westlich von der Reede und südlich von der Quarantänestation bei der Nan po ki-
Huk gelegenen Ankerplatz für Petroleumschiffe berichtet Kapt. W. Hülse-
busch: »Auf dem durch einen Hafenpolizisten uns zugewiesenen Ankerplatz für
Petroleumschiffe verankerten wir das Schiff mit beiden Ankern mit je 82 m
(45 Fad.) Kette auf 16.5 m (9 Fad.) Wassertiefe, Der Ankergrund bestand aus
Sand und Schlick, hielt aber schlecht, denn beim Aufhieven vor der Abfahrt
waren beide Anker zusammengezogen. Vom Ankerplatze peilte der Leuchtturm
auf Ibari tö rw. 50° (mw. NOzO), die Ostkante der Nan po ki-Huk rw. 0° (mw.
N1,O).« Bei der Insel Cheltau (Cheru tö), vor der Mündung des Ping Yang-
Flusses (Taitong Kang) und des Sai nei ko können große Seeschiffe noch sicher
ankern, selbst 1.7 Sm oberhalb Cheltau im Ping Yang-Flusse ist genügend Wasser-
tiefe und Platz vorhanden, Der Ankerplatz von Öondogu liegt etwa 11/, Sm öst-
lich von Pyo somu und hat 11 bis 18,5 m (6 bis 10 Fad.) Wassertiefe über
Schlick- und Sandgrund oder Sand mit Muscheln. Ob der Grund hier besser
hält, als vor Nan po ki ist nicht bekannt. Das englische Segelhandbuch empfiehlt
den Ankerplatz südöstlich vor der Insel Dau Chen, der aber wohl nur noch
von Küstenfahrern aufgesucht werden dürfte; der Grund besteht aus Sand und
Muscheln, ist aber stellenweise felsig. In den Einfahrten kann man bei dickem
Wetter überall ankern; die Karten geben dazu genügenden Anhalt.
Gezeiten. Nach Kapt. Mörsels Bericht ist die Hafenzeit vor der Outside-
Insel (vermutlich ist damit gemeint die Sei Tau-Insel) 7% 45m, die Hochwasser-
höhe bei Springtide beträgt 6.4 m, bei Nipptide 4.3 m, Nach japanischen Angaben
ist bei Dau Chen-Ankerplatz die Hafenzeit um 8% 7m, die Hochwasserhöhe
bei Springtide beträgt 5.5 m (18’), bei Nipptide 3.8 m (12'/,’); auf Oondogu-
Ankerplatz ist die Hafenzeit 8% 43m, die Hochwasserhöhe beträgt hier bei Spring-
tide 5.9 m (19!/,/), bei Nipptide 4.7 m (15'/,’); auf der Reede bei Cheltau ist
Hafenzeit 9b 23m, die Hochwasserhöhe bei Springtide beträgt hier 6.6 m (21°%/,’),