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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Chinnampo (Korea). 
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Chinnampo (Korea). 
(Amtlich.) 
Quellen: Fragebogen Nr. 5612 des Kapt, W. Hülsebusch, D. »Lilly Rickmers«, vom September 1911. 
Handbuch der wichtigsten Häfen Chinas 1901, vierter Nachtrag; Der Pilote 1902; engl. Sailing Directions 
for Japan, Korea and adjacent Seas 1904; amerik. Asiatic Pilot, Vol. I, 1909. D. Adm-Krt. Nr. 299, 
Ost Chinesisches Meer; Brit. Adm-Krt. Nr. 1257, Approaches to Ping Yang Inlet and Yalu Kiang; 
Nr. 1655 Southern approach to Ping Yang Inlet, Sho niu dok kak to Sho Da; Nr. 1656, Ping Yang 
Inlet: Jap. Adm-Krt. Nr. 343. Choppeki Point to Entrance of Amunyoku Kan (Yalu Kiang). 
Chinnampo (Chinampho, Chinnam Po oder Tschinampo) an der Westküste 
von Chösen (Korea), am nördlichen Ufer der Ping Yang-Föhrde, ist seit 1897 
Vertragshafen und für die größten Seeschiffe erreichbar. Die geographische 
Lage des Leuchtturmes auf der kleinen Insel Ibari-tö eben südlich von der Stadt 
Chinnampo ist 88° 43’ 22” N-Br. und 125° 24’ 21” O-Lg. Die Mißweisung für 1912 
beträgt 5,1° W, die jährliche Zunahme 1°. 
Allgemeines. Die Ping Yang-Föhrde ist durchschnittlich 1 Sm breit, bei 
22 Sm Länge, gerechnet von der kleinen Insel Pyo somu oder Pio sem im Westen 
bis zu der Insel Cheltau (Cheru tö) im Osten, wo sich der seichte von Süden 
kommende Fluß Sei nei ko und der große tiefe, schiffbare Ping- Yang oder Teitong 
Kang vereinigen. Der Teitong Kang entspringt auf den östlichen Gebirgen 
Koreas und seine beiden Arme vereinigen sich eine kurze Strecke oberhalb der 
Stadt Ping Yang zu dem Hauptstrome. Ping Yang liegt 35 Sm oberhalb Cheltau 
am westlichen Ufer. Diese Stadt war früher die Hauptstadt Koreas, und da sie 
an dem für die Schiffahrt am besten geeigneten Strome des Landes liegt, 
der die fruchtbarsten Ebenen durchfließt, so ist sie ein wichtiges Handels- 
zentrum geworden und dürfte sich noch weiter entwickeln. Chinnampo, der See- 
hafen von Ping Yang, liegt am nördlichen Ufer der Föhrde 22 Sm von Pyo somu 
entfernt. Im Fahrwasser der Föhrde findet man Wassertiefen von 11 bis 18 m 
(6 bis 10 Fad.), an vereinzelten Stellen sogar 31 und 37 m (17 und 20 Fad.). 
Gefährliche Untiefen und Felsen sind nicht vorhanden. Hohe Huken springen 
als Endpunkte kleiner Halbinseln von beiden Ufern vor bis unmittelbar an das 
tiefe Fahrwasser. Zwischen den Halbinseln breiten sich tief in das Land ein- 
schneidende Buchten aus, die mit abgelagertem Schlamm ausgefüllt sind und bei 
Niedrigwasser trocken liegen, Viele Inseln verschiedener Größe, deren Huken 
ebenfalls vielfach bis dicht an das Fahrwasser vorspringen, liegen in den Buchten. 
Vor der Föhrde unterhalb Pyo somu liegen mehr als 20 Sm weit nach 
westlichen Richtungen hin viele Inseln und Sände, zwischen denen mehrere 
Durchfahrten nach der Föhrde führen, doch ist nur die Mitteleinfahrt, nördlich 
von den Inseln Cho Da und Dau Chen bis Pyo somu entlang führend, durch See- 
zeichen und Leuchtfeuer bezeichnet. Das Gebiet dieses Wattenmeers nördlich 
von der Mitteleinfahrt ist noch ziemlich unbekannt, teilweise überhaupt noch 
nicht vermessen, Unter gewöhnlichen Umständen kann man in den Einfahrten 
bei unsichtigem Wetter überall ankern. Die Ankerplätze in der Föhrde selbst 
sind gegen Wind und Seegang aus allen Richtungen geschützt. Handel und 
Schiffahrt sind noch nicht sehr bedeutend, nehmen aber mit der fortschreitenden 
Verbesserung der Hafenanlagen von Chinnampo beständig zu. Auch 11 Sm ober- 
halb von Chinnampo auf der Reede bei der Insel Cheltau und selbst noch 2 Sm 
Außaufwärts von hier in dem Mündungsgebiet des Taitong Kang können tief- 
gehende Schiffe sicher ankern. Allerdings sind auf diesen Ankerplätzen die 
Gezeitenströme sehr stark. 
Landmarken sind für An- und Einsteuerung genügend vorhanden. 
Im Süden kommen zunächst die Inseln der Techong (Sir James Hall)- 
Gruppe in Betracht, die gute Landmarken bilden, namentlich deren südlichste 
Sai Chong tö, die durch den 14 m hohen und 82 m über Hochwasser stehenden 
weißen zylindrischen Leuchtturm, dessen Feuer 23 Sm sichtbar ist, gekennzeichnet 
wird. Weiter nördlich auf etwa 38° 3’ N-Br. kommt die etwa 10 Sm weit vor- 
springende in der Choppeki-Huk auslaufende hohe Halbinsel in Betracht, auf 
der sich 1 Sm landeinwärts von der Huk ein 298 m (960') hoher Berg erhebt. 
Unmittelbar vor ihr, eben vom Festlande abgetrennt, liegt der 41 m (135) hohe
	        
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