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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1912, 
Jenaer Glas wählt, sondern vielmehr noch auf die Konstruktion eines zweck- 
mäßigen Okulars sein Augenmerk richtet. Bei gleicher Objektivbrennweite, wie 
an dem Lindtschen Instrument, ist durch Verwendung eines Mittenzweyschen 
holosterischen Okulars eine 2%,fache, also fast verdoppelte Vergrößerung und 
gleichzeitig eine Abkürzung des Fernrohres von 21 cm auf nur 17 cm erreicht. 
Wichtiger freilich als die erhebliche Vergrößerung des Fernrohres ist die Aus- 
dehnung des Gesichtsfeldes, das bei dem neuen Instrument 10 Grad gegenüber 
nur 4 Grad bei dem in Vergleich gestellten einschließt, 
Statt des althergebrachten schrägen Spiegels mit zentraler Bohrung, welche 
die mögliche Bildfläche meist gar nicht voll ausnützt und den Rand derselben 
verschwommen erscheinen läßt, ist bei dem neuen Instrument ein Spiegel ver- 
wendet, der das Gesichtsfeld senkrecht so in zwei Teile zerlegt, daß in der linken, 
kleineren Hälfte die Luftblase der Libelle ganz klar übersehen werden kann, 
während die rechte größere Hälfte durch die Ränder der Fadenblende scharf 
umgrenzt erscheint. Über die Libelle, genau in der Alhidadenachse, ist ein 
feiner Draht gespannt, der mit dem mittleren horizontalen Faden. des Kreuzes 
koinzidiert, wie aus der Nebenfigur ersichtlich ist. 
3. Die Beleuchtung der Libelle geschieht von ihrer unteren Seite her, die 
Transparenz ist genügend, um auch die Fäden noch als helle Linien auf dem 
dunklen Nachthimmel erscheinen zu lassen, 
Zur Speisung der kleinen elektrischen Glühlampe ist anstatt eines Trocken- 
elementes (das bekanntlich keinen Strom gibt, sobald es nicht mehr genügend 
Feuchtigkeit enthält und also wirklich trocken ist) ein regelrechter Blei- 
Akkumulator benutzt, der so konstruiert ist, daß die Schwefelsäure in keiner 
Lage auslaufen kann. Nach einem Vorschlag meines Sekretärs, Herrn Ingenieur 
Schütze, ist die Stromquelle nicht in einer besonderen Anhängetasche mit 
langen Leitungsschnüren mitzuführen, sondern in dem Handgriff des Quadranten 
untergebracht, der zu dem einen Druckknopfschalter enthält, um den Strom jeden 
Augenblick bequem ein- und ausschalten zu können. 
4, Was endlich die mechanische Ausführung betrifft, so ist im Interesse 
einer recht flachen Bauart von der üblichen seitlichen Anbringung des Hand- 
griffes Abstand genommen worden. Die Handhabung, d. h. die Einstellung des 
Sternes, scheint hierdurch nicht beeinträchtigt, sondern an Sicherheit sogar ge- 
wonnen zu haben. 
Abgesehen von den messingnen Rohrteilen ist vorwiegend Aluminium ver- 
wendet worden. Da aber dieses Material für die Verzahnung ungeeignet ist, so 
ist hierfür der Gradbogen mit Messing armiert, Übrigens sind die feinen Zähne 
durch einen Schutzwinkel gegen Verletzung gesichert, der in seiner Rille gerade 
nur dem Trieb genügend freies Spiel gewährt. 
Der Ablesekreis und der Zeiger sind in einer mit Glas abgedeckten 
flachen Dose verwahrt, 
Einschließlich des Etuis von 17X15X4cm wiegt der Apparat 750 g mit 
dem großen und schweren Akkumulator, 
Das durch das D. R. G. M, geschützte Instrument wird von Hart- 
mann & Braun A.-G. in Frankfurt a. M. hergestellt, die auch den Dr. Brill- 
schen Apparat zur geographischen Ortsbestimmung nach der Standlinienmethode 
ausführt, für welche der Libellenquadrant nebst einer auf Sternzeit ein- 
regulierten Taschenuhr die unentbehrlichen Hilfsmittel darstellen, 
Prof. Eugen Hartmann.
	        
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