Plassmann, J.: Beobachtung der neutralen Punkte der atmosphärischen Polarisation. 485
Nun betont Jensen da, wo er diese Beobachtungen ausführlich bespricht
(a. a. O,, 8. 239 bis 243), daß sie durchaus noch als sporadisch anzusehen und not-
wendig durch weitere zu ergänzen seien, Es möge also jeder, der überhaupt an
Bord die neutralen Himmelspunkte zu beobachten unternimmt, diese neutralen
Seepunkte, wenn wir sie so nennen dürfen, in sein Programm einbeziehen; von
dem rein qualitativen Nachweise wird man nach und nach auch hier zur
quantitativen Beobachtung fortschreiten und bei den Notizen. auch den Seegang
Münster 1910, Oktober 1b. Babinet. Ost
hab
br)
+ >
17 285 154 —75
33.3 14.1 6.7
36.5 14.2 6.2
39,8 15.1 5.7
44.0 16.9 5.0
mn
A
o
22,9
20.8
20.4
20.8
219
Z. sicher.
« « Etw. Ci im F.,
Leid]. gg. « x « «
Gut. « « «
Leidl, g., 2« «x *
Bemerkunsren
32,7
35.6
15.6
18.6
30.8
Münster 1910, Oktober 79.
194} 0 — Luft sehr r,;
21 3° Zg.
19.7
19.2 \ Fg.
(9,9
[SD
1'
x
16
‘Ei
)fß
17
531.9
56.6
59.5
3.9
7.1
Rz
19,8
21.0 } G
18.2
22.9
293.6
L
Po
3.0
3
7Zg.: — BR. sehr verschwommen.
Fz. — Himmel im W etw. feurig.
Zy., ebenso.
10.2 u0l 23.7 ;
153 184 88 252 } Zg., sicher!
18.6 20.9 7.3 28.2 Schw.
21.1 208 7.7 285 Ze.
339 186 831 267 Schw.
Nr.
719
20
21
22
23
Babinet. West,
794
25
26
27
98
729
30
31
32
33
734
35
36
37
38
und die Windrichtung berücksichtigen. Die Feststellung der Azimut-Unterschiede
gegen die Sonne dürfte sich mit Hilfe des Schattens vertikaler Gegenstände bei
ruhigem Gange des Schiffes leicht vollziehen lassen; es kann sich ja nur um eine
Genauigkeit auf etwa 5 Grad handeln. Die Lage der terrestrischen Punkte
scheint sich übrigens zu ändern, wenn man sich dem Lande nähert. Entfernungs-
zahlen dafür gibt Jensen nicht an, wo er (S. 242) seine einzige Beobachtungsreihe
dieser Art erwähnt. Weitere Beobachtungen an Bord müssen zeigen, ob hier
vielleicht etwas zu holen ist für die Feststellung der Nähe von Land oder auch
von flachen, ausgedehnten Eisbergen.
Wenn man beim Anvisieren eines neutralen Punktes merken sollte, daß
die Brücke sehr breit ist, der Visierfaden also nicht sicher auf ihre Mitte ein-
gestellt werden kann, so stelle man den oberen und den unteren Rand ein und
nehme nach Zeit und Winkel die Mitte, Sehr große Brückenbreiten wird man
im Journal angeben. Bei den nach Babinet und Brewster benannten Punkten
wird das nicht leicht sein, da sie in der Nähe der Sonne selbst liegen, wodurch
sich ein einseitig auftretender, also systematischer Fehler ergibt. Im ganzen
haben wir bei den eigenen Beobachtungen fast immer ohne Umstände die
Brückenmitte einstellen können; der Wohnort des Beobachters ist freilich eine
Stadt von 90000 Einwohnern, jedoch mit wenig rauchenden Kaminen und über
eine weit größere Fläche zerstreut, als irgendeine der benachbarten Industrie-
städte, deren nächste übrigens mehr als 30 Am entfernt ist. Noch günstiger
werden die Verhältnisse auf See liegen.
Da der schwer sichtbare Brewstersche Punkt eine bedeutende Sonnenhöhe
verlangt, wird er sich, wie oben angedeutet, am besten in niederen Breiten be-
obachten lassen, wo sich auch sonst allerhand Neues wird holen lassen.
Von der Beobachtung der Größe der Polarisation kann hier so wenig ge-
redet werden wie von der der Himmelsbläue und so manchen anderen Dingen.