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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Perlewitz, P.: Windbeobachtungen in den höheren Luftschichten des Atlantischen usw. Ozeans, 477 
Luftschichten, die wir hier erhalten haben, und denen, die van Bemmelen‘) in 
Batavia, also in den indischen Tropen, ebenfalls durch Pilotballonbeobachtungen 
gewonnen hat, ; 
Tabelle 6. Mittlere Windgeschwindigkeiten in der Troposphäre der Tropen. 
| In den Indischen Tropen, 
in Batavia 
In den Tropen des Stillen 
und Atlantischen Ozeans 
0.1 
Untere Schicht 0.5 
1.0 
1.5 
3 m p. Sek, 
56 
6°} 
3.0 
(2,5) m p. Sek, 
3.0 « 
4.5 « 
5.1 « 
54 
a4 
- . Ba 
Mittlere Schicht 40 
50 
„8 m p. Sek, 
5.7 
5,3 
534 
5.6 m p. Sek. 
54 
3.4 
4 
Obere Schicht 
6.2 
7.2 
8,2 
7.0 m p. Sek. 
8.1 
8.9 
5.6 m p. Sek. 
5.0 
5.8 
Die Tabelle 6 zeigt uns die große Ähnlichkeit der Windgeschwindigkeits- 
änderung mit der Höhe in beiden Gebieten. In den unteren Schichten nimmt 
die Geschwindigkeit mit der Höhe zu, in den mittleren Schichten zeigt sich 
Konstanz oder gar eine geringe Abnahme und in den oberen Schichten wieder 
eine Zunahme der Geschwindigkeit. Naturgemäß ist über der Landstation Batavia 
wegen der größeren Reibung die absolute Windgeschwindigkeit unten kleiner und 
infolgedessen auch die Zunahme der Windgeschwindigkeit nach oben größer als bei 
den Beobachtungen über dem Ozean, wie aus den beiden Zahlenreihen deutlich 
zu sehen ist. Hätten wir statt der hier bereits öfter erwähnten Auswahl der 
Tage regelmäßige tägliche Beobachtungen, so würden wir für unten statt 5.3 rm 
sicherlich eine größere Geschwindigkeit erhalten, und von einer Zunahme in der 
unteren Schicht wäre nicht mehr die Rede; dabei nehmen wir an, daß sich 
die Abweichungen vom Mittel, die durch die Auswahl der Tage verursacht 
werden, mit der Höhe ziemlich schnell abstumpfen. Auch erscheint die mittlere 
Geschwindigkeit (5,3) der 43 benutzten Beobachtungen dadurch noch herab- 
gedrückt, daß verschiedene Aufstiege nicht im Innern, sondern am Rande der 
Passatzonen gelegen sind. In den mittleren Schichten von 2 km bis 5km 
Höhe zeigen charakteristischerweise beide Beobachtungsreihen nicht 
nur eine fast konstante Geschwindigkeit, sondern auch den gleichen. 
absoluten Wert der Geschwindigkeit; die Unterschiede für gleiche Höher 
betragen höchstens 0.3 m, im Mittel 0.1 m p. Sek, d.h. 2%, der absoluten 
Geschwindigkeit, die in beiden Reihen 5'% m p. Sek. beträgt. In den 
oberen Schichten der Troposphäre, von 6 km Höhe an, scheint die Geschwin-- 
digkeit über Batavia in etwas geringerem Maße zuzunehmen als über dem Stillen 
und Atlantischen Ozean. 
Trotz dieser und anderer interessanter Ergebnisse, die wir aus den Beob- 
achtungen gewonnen haben, sehen wir doch aus vielen der vorangehenden Be- 
trachtungen, sowohl über die Geschwindigkeiten als über die Richtungen des. 
Windes, daß wir erst im Anfange unserer Erkenntnis der Windverhältnisse in 
den höheren Luftschichten‘ über den großen Ozeanen unserer Erde stehen, und 
daß die vorliegenden Beobachtungen, so ausgezeichnet die Methode der Pilot- 
ballonaufstiege und so wertvoll das gewonnene Material bereits ist, noch bei 
weitem nicht genügen, um uns eine befriedigende Aufklärung über den Kreislauf 
les Luftmeers in den höheren Schichten jener Erdgebiete zu verschaffen. 
N Val. "Die Windverhältnisse in den oberen Luftschichten nach Ballonvisierungen zu Batavia 
nach Dr. van Bemmelen, »Annalen der Hydr. usw.« 1912, S. 181.
	        
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