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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Scptember 1912,
eine Mal nach WSW, das andere Mal nach NNO, um in 5 km Höhe nach W zu
gehen; allerdings ist die Geschwindigkeit in allen Höhen sehr gering (3 bis
5 m p. Sek.). Die beiden Aufstiege fanden am 25. und 27, November desselben
Jahres statt. Die Veränderlichkeit des Windes scheint hiernach in der Höhe
ziemlich groß zu sein, vielleicht auch nur infolge der Nähe des hohen Fest-
landes, Es läßt sich eben aus zwei Beobachtungen nichts Zuverlässiges sagen.
4. Gruppe VII
An Gruppe VII schließt sich nach Westen im freien Ozean die Haupt-
gruppe VIII mit 11 recht hohen Aufstiegen an. Nur Nr. 49 liegt etwas abge-
sondert in 31° S-Br. 400 sm vom australischen Festland entfernt; doch können
wir diesen Aufstieg zur Gruppe VIII rechnen, da er noch an der Grenze des
Südostpassats gelegen ist, Die übrigen 10 Aufstiege fanden dagegen mitten im
Passatgürtel bei Winden aus SO bis NO statt, Die einzige Ausnahme macht
Aufstieg 44, der unten auffallenderweise SW-Wind von 3 m p. Sek. aufweist.
Wahrscheinlich ist dieser SW-Wind nur auf eine lokale meteorologische Ursache
zurückzuführen.
Mit zunehmender Höhe wird die Richtung des Windes schr veränderlich,
wie wir es beim NO-Passat im Atlantischen Ozean sowohl nach den älteren
Köppenschen als auch nach den vorliegenden neueren Beobachtungen kennen
gelernt haben; neben dem SO-Passat kommen auch fast alle andern Wind-
richtungen vor, so daß von einer vorherrschenden Richtung in 2 bis 3 km Höhe
kaum noch gesprochen werden kann. KErreichte die mittlere Richtung der 11
Aufstiege unten (OzS) 69° Stetigkeit — ohne die genannten Aufstiege Nr. 49
und 44 sogar 87%, —, so fällt die Stetigkeit in 2 bis 3 km Höhe bei einer
Drehung der mittleren Richtung nach SOzS auf 38 °%,. In 4 bis 5 km Höhe
verschwindet die östliche Komponente fast ganz, die mittlere Richtung dreht in
demselben Sinne des Krimpens weiter bis nach SW und die Stetigkeit steigt
wieder auf 58%. In der größten Höhe von 7 und 10 km ist die mittlere
Richtung der je 7 und 5 Beobachtungen sogar WSW, ihre Stetigkeit
indessen nur 44%.
Die Geschwindigkeit des Windes ist in dieser Gruppe unten auf-
fallend gering, sie beträgt im Mittel der 11 Beobachtungen nur etwas über 4m
p- Sek,, während wir (hier im Passat) 5 bis 7 m p. Sek. erwarten sollten. Dieser
Umstand zeigt uns, daß wir es leider nicht mit reinen Stichproben, sondern mit
siner Auswahl von Beobachtungstagen zu tun haben; an Tagen mit geringer Wind-
etärke sind ja die Ballone am besten zu verfolgen. Mit der Höhe wird die Ab-
weichung vom Normalen zwar durchschnittlich abnehmen, doch läßt sich ohne
systematische Beobachtungen nichts Genaueres sagen. Nach unserm Material
wächst die Geschwindigkeit mit der Höhe auf 6 m p. Sek, in 2 bis 3 km. Hätten
wir systematische Beobachtungen, so würden wir vielleicht Konstanz der Ge-
schwindigkeit oder gar eine Abnahme von unten bis 2 oder 3 km Höhe feststellen
können. Eine Abnahme tritt in der Tat und zwar nach unsern Beobachtungen
in sehr beträchtlichem Maße in 3 bis 4 km Höhe ein, wo die Geschwindigkeit
auf 3 m p. Sek, fällt. Diese offenbar durchaus reelle Abnahme scheint mit
der starken Winddrehung nach SW in ursächlichem Zusammenhang zu stehen.
Darüber nimmt der Wind an Stärke wieder zu und erreicht etwa 9 m in
7 km Höhe. Uber dieser Schicht scheint nach dem vorliegenden Material wieder
eine geringe Abnahme zu erfolgen, doch ist diese vielleicht nur scheinbar und
auch auf die Auswahl der Fälle zurückzuführen, da nur bei schwächeren
Winden die Ballone bis in so große Höhen hinauf beobachtet werden konnten.
5. Zusammenfassung, Die Winde im SO-Passat.
Aus dem Diagramm Ts, auf Tafel 26, das die Windrichtungen der
Gruppen V bis VIII zusammen darstellt, geht hervor, daß in den südlichen
Passatgebieten nach unsern Beobachtungen unten die OSO-Richtung mit 64%
Stetigkeit vorherrscht:;: darüber nimmt die Stetigkeit auffallend schnell auf 36 9