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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Perlewitz, P.: Windbeobachtungen in den höheren Luftschichten des Atlantischen usw. Ozeans, 471 
im Gegensatz zu den Ergebnissen im NO-Passat. Die Stetigkeit beträgt nach 
unsern Aufstiegen unten 84%, in 2 bis 3 km Höhe 79%, und in 4 bis 5 km 
Höhe immer noch 68%, bei je 5 oder 6 Beobachtungen. 
Die Windgeschwindigkeit ist, wohl in Anbetracht der Nähe des 
Doldrums, in mittleren und größeren Höhen nur gering; während bis 500 m 
Höhe in der untersten Schicht der Südostpassat mit 6 m p. Sek. weht, haben 
wir in 1.5 bis 2km Höhe nur 4 m p. Sek, und darüber bis 7 km auch nur 
5 bis 6 m p. Sek, 
Da Peppler in seiner Zusammenfassung .nur die nördlich von 5° N-Br. 
vorhandenen Aufstiege berücksichtigt und aus südlicheren Breiten überhaupt 
nur wenig Beobachtungen vorliegen, so erübrigt sich ein Vergleich. Doch wollen 
wir es nicht unterlassen, unsere Ergebnisse aus dem Südatlantischen Ozean mit 
den von Köppen bearbeiteten Aufstiegen aus diesem Gebiet zu ver- 
gleichen (Fußnote S, 454). 
Unsere nahe der Linie im SO-Passat gelegene Gruppe V entspricht den 
dortigen sieben Aufstiegen Nr. 29 bis 35. Die Richtung des Windes ist unten 
sowie in 2 bis 3 km Höhe SO bis O und die Stetigkeit beträgt nach unseren 
Berechnungen 90%, so daß wir eine gute Übereinstimmung der älteren und 
neueren Aufstiege bis zu dieser Höhe feststellen können. Die Stetigkeit zeigt 
also auch nach den älteren Aufstiegen keine Abnahme mit der Höhe bis 3 km 
im Gegensatz zu den Winden im NO-Passat, Aus größerer Höhe liegen ältere 
Beobachtungen nicht vor. 
2. Gruppe VL. 
Aus dem mittleren südatlantischen Passatgebiet, zwischen 6° und 18° S-Br., 
haben wir leider gar keine neueren Pilotbeobachtungen. Die wenigen Aufstiege 
der Gruppe VI beginnen erst in 19° S-Br. und reichen bis 26° S-Br., wo die 
regelmäßigen Passatwinde ihre südliche Grenze erreichen. Der Südostpassat 
hat unten östlichen und nordöstlichen Winden Platz gemacht, während er in 
den mittleren Höhen von 3 km an aufwärts noch vorherrscht. Aus größeren 
Höhen haben wir nur einen Aufstieg bis zu 6.2 km Höhe, wo ebenfalls SO-Wind 
beobachtet worden ist. Die Stetigkeit der Windrichtung erscheint wie in 
Gruppe V sowohl unten als auch in den mittleren Höhen gleichmäßig groß, über 
80%, im Gegensatz zum NO-Passat; doch ist zu beachten, daß nur vier Beob- 
achtungen vorliegen. 
Die Geschwindigkeit des Windes, die unten 4 bis 5 m p. Sek. beträgt, 
wächst mit zunehmender Höhe auf 9 m p. Sek. in 2 km. Darüber scheint sie 
wieder abzunehmen. Der Verlauf der Geschwindigkeit mit der Höhe ist dem der 
Gruppe IX, die nur 10 Breitengrade südlicher liegt, sehr ähnlich. 
Von den älteren Aufstiegen (Fußnote S. 454) entsprechen unserer 
Gruppe VI der Breite nach die acht Aufstiege Nr. 53 bis 60. Nach diesen 
wehen die Winde unten aus allen Richtungen, zumeist aus NO. In 2 bis 3 km 
Höhe überwiegen auffallenderweise die westlichen und nordwestlichen Winde, 
während bei uns grade die entgegengesetzte Ostrichtung mit 859%, resultierte. 
Die Stetigkeit zeigt unten nur 30° aus NO (bei uns 80%, aus NO bei vier Be- 
obachtungen), oben dagegen 70°, aus WNW (bei uns 80%, aus SO). N 
Sowohl die auffallend geringe Stetigkeit unten als auch das Über- 
wiegen der westlichen Winde in 2 km Höhe bei den älteren Aufstiegen 
ist aber wohl dadurch zu erklären, daß diese sämtlich sehr nahe der 
südamerikanischen Küste auf dem vorgeschriebenen Dampferwege gemacht 
worden sind, während die neueren Aufstiege unbeeinflußt von Land- und See- 
winden viel weiter östlich auf dem freien Ozean von Segelschiffen aus stattfanden. 
G. Der Stille Ozean, 
3. Gruppe VII 
Die Nebengruppe VII besteht nur aus zwei Aufstiegen in 23° bis 24° S-Br. 
nahe der chilenischen Küste. Unten weht der Wind entsprechend der dort vor- 
herrschenden Richtung aus Süd, aber schon in 2 bis 3 km Höhe dreht er das
	        
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