470 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1912.
herrschaft, während er sie unten schon teilweise verloren hat. Die Stetigkeit
der Richtung beträgt noch 64 °%. Aus größeren Höhen haben wir nur eine Be-
obachtung, bei der in 5 km O-Wind festgestellt wurde, Der Mangel an hohen
Aufstiegen hängt wahrscheinlich mit der Bewölkung zusammen, die hier im
allgemeinen größer ist als weiter im Norden, im Innern des Passatgürtels,
Da von unsern acht Aufstiegen nur einer mehr als 3.5 km Höhe erreicht,
so läßt sich zu den Resultaten, die Peppler für diese Breiten über die
Windrichtungen in der Höhe erhält, nur wenig hinzufügen. Dort wird ein
starkes Überwiegen der nordöstlichen Winde unten und der östlichen in 2 bis
10 km Höhe nachgewiesen, während wir eine Winddrehung in demselben Sinne,
aber von N unten auf NO in 2 bis 3 km Höhe festgestellt haben. In 5 km
Höhe haben auch wir bei dem einzigen höheren Aufstieg Nr. 33 O-Wind.
Die Geschwindigkeit des Windes ist in Gruppe IV unten reichlich
5 m p. Sek.; sie wächst auf über 7m in 500 m Höhe. Darüber ändert sich die
Geschwindigkeit nach unseren Aufstiegen nur wenig, in 2 bis 4 km Höhe
schwankt sie zwischen 6 und 8 m p. Sek.
4. Zusammenfassung. Die Winde im NO-Passat.
Die Windrichtungen der Gruppen II bis IV, der nördlichen Tropen,
sind in dem Diagramm Typ (Tafel 26) zusammengefaßt. Die 20 Aufstiege geben
unten sowie in 2 bis 3 km Höhe in der Resultierenden NO-Wind, die Stetigkeit
beträgt unten 60%, in 2 bis 3 km aber nur 42%. Bis 4.5 km Höhe dreht
dann die mittlere Richtung über N nach NNW, während die Stetigkeit weiter
auf 38%, abnimmt. Erst in größerer Höhe, in 7 bis 9km, scheint diese
wieder zu wachsen, während die mittlere Richtung ungefähr die gleiche
(NNW) bleibt. -
Zeichnen wir ein unserm T„.x entsprechendes Diagramm für die älteren,
bereits erwähnten, von Köppen bearbeiteten Aufstiege aus diesen Breiten,
so ergibt sich für die untersten Schichten bis 3 km — so hoch reichen diese
Aufstiege nur — eine gute Übereinstimmung beider Diagramme, denn die Re-
sultierende der 25 älteren Aufstiege ist unten ebenfalls NO, die Stetigkeit sogar
90 °%/, während nach oben hin, in 2 bis 8 km Höhe, die Stetigkeit der 16 noch
vorhandenen Beobachtungen auf 36°, fällt und die Richtung, wie bei den
neueren Aufstiegen, auf N und NNW dreht.
Für den NO-Passat bestätigt sich also der Köppensche Satz,
daß die Veränderlichkeit der Windrichtung in den Passatgebieten
nach oben hin ziemlich schnell wächst, in mittleren und größeren
Höhen indessen wieder abnimmt. Die hier berechneten Stetigkeits-
zahlen und Diagramme geben uns ein Maß und eine Anschauung für
diese Veränderlichkeit,.
Die Geschwindigkeit der Winde im NO-Passat ist im Vergleich mit den
übrigen Gebieten auf S. 474 u. ff. behandelt.
C. Das Gebiet des SO-Passates.
&. Der Atlantische Ozean.
1. Gruppe V.
Obgleich die sechs Aufstiege dieser Gruppe nahe dem Äquator liegen,
müssen wir sie bis auf den nördlichsten Aufstieg Nr. 35 in 1° N-Br. und an-
nähernder Windstille dem Südostpassatgebiet zurechnen, obwohl sie bis auf diesen
Aufstieg und den Nr. 9 (im 6° S-Br.) im Winter (Januar und März) stattfanden,
wo der meteorologische Aquator südwärts verschoben ist.
Bei vier Aufstiegen herrschte unten reiner SO mit der gewöhnlichen
Passatstärke von 6 bis 8 m p. Sek. und nur bei dem fünften ONO. In 3 bis
5 km Höhe ist nicht mehr SO sondern O die resultierende und vorherrschende
Windrichtung; aus 7 km Höhe ist leider nur eine einzige Beobachtung vor-
handen, die SO-Wind zeigt. Die Veränderlichkeit der Windrichtung scheint hier
in allen Höhen ziemlich klein zu sein und mit der Höhe nur wenig zuzunehmen