Perlewitz, P.; Windbeobachtungen in den höheren Luftschichten des Atlantischen usw. Ozeans. 469
Auch das Material der Pepplerschen Arbeit gibt uns keinen ge:
nügenden Aufschluß, Da 8 Aufstiege unserer Gruppe II zwischen 283° und
31° N-Br. und nur 2, Nr. 6 und Nr. 52, weiter südlich liegen, so können wir sie
mit den Pepplerschen aus 25° bis 30° N-Br. vergleichen, und zwar mit den
Winteraufstiegen, da die Mehrzahl unserer Aufstiege und darunter die drei
höchsten, bis 9 kın reichenden, in diese Jahreszeit fallen. UÜbereinstimmend zeigt
sich zunächst, daß der Passat nur bis 21, km Höhe vorherrscht, bei Peppler
aus NO, bei uns aus O0. Ein Anti- oder Südwestpassat über dem unteren Passat
ist bei unsern Aufstiegen aber nur einmal, und zwar bei dem südlichsten Auf-
stieg Nr. 58 in 16° N-Br. beobachtet worden, der nicht höher als 5 km verfolgt
werden konnte. Unsere Aufstiege der Gruppe IV. lassen sich leider nicht zur
Beurteilung über das Vorkommen des Südwestpassats hier mit heranziehen,
da diese nur geringe Höhen erreichen und überdies schon an der Südgrenze
des Passats liegen.
Die Pepplerschen Resultate zeigen dagegen für 25° bis 30° N-Br.
sowohl im Winter als auch besonders im Sommer von 3 km Höhe an ein
Überwiegen der westlichen und südwestlichen Winde, Unsere neueren
vier Beobachtungen aus 7 km Höhe weisen im Gegensatz zu diesen
Resultaten sämtlich auf eine nördliche Luftströmung hin: je einmal
wurde N- und NO-Wind, zweimal der Hergesellsche NW-Wind beobachtet.
Mit welcher Regel- oder Unregelmäßigkeit der letztere weht, läßt sich weder
aus der Pepplerschen Zusammenstellung, noch aus unseren wenigen Beispielen
erkennen, da die Resultate zu verschieden sind. Mit Stichproben ist eben auch
für die Tropen kein allgemeines Resultat über die Windverhältnisse zu erlangen.
Die Geschwindigkeit des Windes ist nach unsern zehn Beobachtungen,
wie wir im Passat erwarten, unten ziemlich groß (Tabelle 4). Bis 1 km Höhe
haben wir ziemlich gleichmäßig fast 7 m p. Sek,, darüber nimmt die Geschwindig-
keit im Gegensatz zu der etwas nördlicher gelegenen Gruppe I der Subtropen
bis zur Höhe von 4km auf 4m p. Sek. ab (in Gruppe IIa — im Sommer —
sogar auf 3!/, m p. Sek.), um erst in noch größerer Höhe wieder zuzunehmen,
zuerst langsam, auf 6 m p. Sek. in etwa 6 km Höhe, dann schneller. .
2. Gruppe IL
Gruppe III liegt in derselben Breite wie Gruppe II, doch handelt es sich
hier nur um zwei Sommeraufstiege nahe dem afrikanischen Festland, am Ost-
rande des atlantischen Hochdruckgebiets. Die Richtung des Windes ist nördlich,
unten mehr nordöstlich, entsprechend der Passatrichtung, in mittleren und
yrößeren Höhen vorwiegend nordwestlich, genau wie in Gruppe I, die etwas
nördlich liegt.
Mit den Pepplerschen Windrichtungen in 25° bis 30° N-Br. im Sommer
stimmen diese beiden Beispiele für die unteren Luftschichten gut überein. Oben,
in 3 bis 6 km Höhe, zeigen sie indessen NW-Wind und nicht den antipassatischen
SW, der bei Peppler überwiegt. Für solche und ähnliche Fragen wäre eine
Kenntnis der geographischen Länge der Pepplerschen Aufstiege von Vorteil,
um vielleicht einen Einfluß des Festlandes erkennen zu können.
Die Geschwindigkeit des Windes scheint in Gruppe IM in allen Höhen-
schichten größer zu sein als bei den in gleicher Breite aber im freien Ozean
gelegenen Aufstiegen der Gruppe II (Tabelle 4).
3. Gruppe IV.
Gruppe IV, südlich der Kap Verdischen Inseln, liegt im Sommer — und
wir haben es hier mit acht sommerlichen Aufstiegen zu tun — an der Südseite
der Passatregion, teilweise schon im äquatorialen Stillengebiet. Neben dem
Passat aus NO treten unten zweimal Nord- und merkwürdigerweise dreimal (bei
Nr. 8, 31 und 32) NW-Winde auf. Die nördliche Richtung herrscht also. unten
stark vor, die Stetigkeit beträgt 80%.
In 2 bis 3 km Höhe wird der Wind im allgemeinen östlicher, die mittlere
Richtung geht auf NO; der NO-Passat besitzt also in der Höhe noch die Vor-