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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Perlewitz, P.: Windbeobachtungen in den höberen Luftschichten des Atlantischen usw. Ozeans, 455 
der Horizontalprojektion zeichnete, Aus diesen Zeichnungen konnten mit Hilfe 
einiger Rechnungen die Windgeschwindigkeiten und -richtungen in den 
verschiedenen Luftschichten bis teilweise über 8 km Höhe ermittelt 
werden,!) Neun Aufstiege ließen sich bis zu dieser Höhe und darüber, einer 
sogar bis 12 km hinauf verfolgen. Die mittlere Höhe aller 54 Aufstiege 
betrug 4.8 km gegen nur :2,6 km für die 65 oben genannten. 
Der Erfolg eines Aufstiegs hing naturgemäß in erster Linie von der 
Himmelsbedeckung ab. . Bei niedrigen Wolken und zu starken oder bezüglich 
des Schiffskurses ungünstigen Winden wurden keine Aufstiege gemacht, denn die 
Ballone wären doch sehr bald dem Auge entschwunden, und die Beobachtung 
hätte nur für die untersten Schichten Resultate ergeben. ; + 
Eine Übersicht der 54 Aufstiege ist in Tabelle 1 gegeben; die ersten 23 
fanden an Bord des Schulschiffes »Herzogin Cäeilie«, die übrigen an Bord des 
Schulschiffes »Herzogin Sophie Charlotte« statt, Auf den Nordatlantischen Ozean 
kommen 27, auf den Südatlantischen 12 und auf den südlichen Stillen Ozean 
15 Aufstiege. Herr Dr. Meyer bemerkt dazu, daß die Beobachtungen an Bord 
der »Herzogin Sophie Charlotte« bessere Resultate ergeben haben als die auf 
den ersten Reisen an Bord der »Herzogin Cäcilie-, da vor allem ein bequemeres 
und lichtstarkes Beobachtungsinstrument zur Verfügung stand. \ 
Tabelle 1. Übersicht der Pilotballon-Aufstiege, : 
Schiff 
‚Herzogin 
Cäcilie« 
»Herzogin 
Sophie 
Charlotte« 
Reiseweg 
Bremerhaven— 
Westküste (Taltal) 
Westküste (Mejillones)— 
Rotterdam 
Nordenham — 
Westküste (Callao) 
Westküste (Callao)— 
Sidney 
Sidney—Kanal 
Reisezeit 
_ __ Pilotballon-Aufstiege a 
Nr. ı Ort Anzahl 
6. Aug, 1909 bis 
18. Okt. 1909 
24, Nov. 1909 bis 
30. Jan. 1910 
Sf 1—8 
ı 8—10 
Nördl. Atlant. Ozean 
Süd). « 
8 
5} 10 
4 
5 433 
4 
f H—14 
15—19 
| 2023 
« Stiller « 
« Atlant. « 
Nördl. « « 
Südl.‘ 
21. Mai 1910 bis !f 24—35 
26. Aug. 1910 1 36—38 
18. Okt. 1910 bis 
ß, Dez. 1910 
7. Jan. 1911 bis f 50—51 
18. April 1911 ‚| 52—54 
12 \ı= 
8 } 15 
11 17 
Stiller 
« Atlant, 
Nördl. 
2 
54 
An zwei Beobachtungstagen, am 16. November 1910 — Aufstieg Nr. 45 — 
und am 18. März 1911 — Aufstieg Nr. 52 .—, war der Ballon, wie Dr, Meyer 
mitteilt, für längere Zeit hinter Wolken unsichtbar und wurde an einer anderen 
Stelle des Himmels wiedergefunden. Bei dem erstgenannten Aufstieg liegen die 
17. und 18, Beobachtung 12m 25% auseinander, während deren der Ballon von 
2300 m Höhe auf 5620 m gestiegen war, bei dem zweiten Aufstieg beträgt die 
Zeit zwischen der 6. und 7. Beobachtung bei 930 und 2640 m Höhe 6m 38s, 
Bei den Beobachtungen wurde Dr. Meyer von den Herren Kapitänen 
und Offizieren der Schiffe in dankenswerter Weise unterstützt. Der 
erste Offizier übernahm gewöhnlich die Beobachtungen ander Peilscheibe, während 
Dr. Meyer die Höhenwinkel maß. Hierbei zeigte sich, wie der letztere schreibt, 
daß der Pendelquadrant nur angewandt werden durfte, wenn der Ballon entweder 
sehr schwach sichtbar und ein Herunterholen bis zur Kimm nicht mehr möglich 
war oder wenn der Ballon so zum Schiff stand,. daß die Kimm verdeckt war; 
bei den Bewegungen des Schiffes konnte man an diesem. Instrument einen Grad 
nicht verbürgen. Dr. Meyer nahm deshalb einen Trommelsextanten, richtete ihn 
dauernd auf die Kimm, um den Ballon nicht zu verlieren, und ließ ihn zu den 
Beobachtungszeiten-auf ein »Stopp« von einem Obermatrosen ablesen. »Die Beob- 
1) Vgl. Bestimmung der Windrichtung und Windgeschwindigkeit in der Höhe aus den Beob- 
achtungen von Pilotballonen, »Ann; d. Hydr. usw.« 1912, S..177.
	        
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