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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Seglerreise von Valparaiso nach Sydney im November und Dezember 1911. 451 
„Herzogin Sophie Charlotte« 
November 
Dezember 
1910 
1910 
1910 
1910 
1911 
1911 
1911 
1911 
1911 
18 
28 
32 
25 
2 
Tage von 
Callao . 
Valparaiso 
Coquimbo 
Mejillones 
Caldera 
Antofagasta 
Januar 
5 x 2 
29 « « Westküste (?) 
»Herzogin Sophie Charlotte« 29 « « Valparaiso. 
Im September 1911 ist ein Orkan über die Insel hingebraust, der. die 
Kirche, vier Häuser und viele Bananenpflanzungen zerstört hat, Nach Angabe 
der Inselbewohner sei seit Menschengedenken die Insel nicht von einem solchen 
schweren Sturme getroffen worden, ; . 
Von Pitcairn aus kam das Schiff mit frischem. NO-, später N- und NNW- 
Wind verhältnismäßig gut. vorwärts... Von 130° bis 150° W-Lg. in 25° S-Br. 
brauchten wir 7 Tage. Südlich. von den Paumotu-Inseln machte sich starker, 
Estlicher Strom bemerkbar, der an einem Tage sogar 19Sm östliche Versetzung ergab. 
Von 150° bis 160° W-Lg. ließen uns flaue westliche Winde nur langsam 
vorwärts kommen, so daß wir für diese Strecke 7 Tage brauchten. 
Von 160° W-Lg. brachten anfangs. östliche, dann nördliche und NNW- 
Winde mit Unterbrechungen von Stille das Schiff wieder etwas besser westwärts, 
aber auf 178° W-Lg. hatten wir wieder längeren Aufenthalt und zwar durch einen 
vorüberziehenden Orkan. . 
Am 21. Dezember vormittags war es bedeckt und regnerisch, der Wind 
war OSO, Stärke 3 bis 4. Das Barometer fiel langsam; gegen 6° N stieg es 
wieder, fiel aber von 10 N beständig. Der Wind’ blieb tagsüber südöstlich bei 
regnerischem Wetter, die Dünung aus O und NNW hielt an, 
Am 22. Dezember (mittags auf 27° 24’ S-Br. und 178° 37’ W-Lg.) war der 
Wind vormittags O und ONO, zunehmend, Stärke 7 bis 8, grobe See und Dünung 
aus NNW und NO, bedeckt und regnerisch, und da auch das Barometer fiel, be- 
reiteten wir uns auf einen Orkan. vor, Da der Wind nicht nördlicher als ONO 
holte, so glaubte ich noch vor dem Zentrum vorüberkommen und gleichzeitig 
auch: den günstigen Wind ausnutzen zu können und beschloß, mittags unter‘ ge- 
nauer Beobachtung des Barometers und der Drehung des Windes noch ‚einige 
Stunden auf südwestlichem Kurse bei ONO-Wind weiterzulaufen, um auf die 
rechte Seite der Sturmbahn zu kommen; da aber nachmittags das Barometer 
rapide fiel, 19 mm in 4 Stunden, und der Wind um 31/„ Uhr in einer schweren 
Bö nach NOzN sprang, bargen wir Segel und drehten um 5 Uhr auf B-B-Halsen 
bei um auf den richtigen Halsen zu liegen; das Barometer ‚fiel jetzt langsamer. 
Die Windstärke war um 4 Uhr = 141; dazu schwere Böen... Das Schiff 
arbeitete schwer in der schnell aufgekommenen hohen, wild durcheinander laufenden 
See und Dünung, Die Dünung aus NW lief am höchsten. Trotzdem das Schiff 
in Ballast war, nahm es an beiden Seiten Wasser über, Zur Beruhigung der 
Wellen wurde mit gutem Erfolg fleißig Öl gebraucht, und es ist kein Schaden 
durch Wellenschlag entstanden. . 
Von 7 bis 8 Uhr abends hatte die Luft ein gelbes, schwefeliges Aussehen, 
vermutlich ist um diese Zeit das Zentrum westwärts vom Schiff vorübergegangen, 
denn um 10 Uhr fing das Barometer an langsam zu steigen, nachdem kurz vorher 
der Wind angefangen hatte nördlicher zu holen. Von 11 Uhr N an wurde es 
etwas flauer. Um das ungeheure Rollen des Schiffes abzuschwächen, hatten wir 
die drei Untermarssegel stehen. lassen, leider flog um 10 Uhr das Kreuzunter- 
marssegel in einer Bä aus den Lieken, Weiteren Verlust an Segeln hatten wir 
nicht. In. der Nacht holte der Wind mit Stärke 10 langsam nach West, Um 
4 Uhr V am 23. Dezember wurde es allmählich flauer, doch blieb es noch bis 
gegen Mittag stürmisch, so daß wir erst später wieder Segel setzen konnten. Der 
Orkan war aber gut überstanden. . Niedrigster Barometerstand = 730 mm korrig. 
Flaue westliche und südwestliche Winde verhinderten nun noch während zweier 
Tage das Überschreiten von 180° Länge, das endlich am 25,/27, Dezember, infolge
	        
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