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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Ann. d. Hydr. usw., XXXX. Jahrg. (1912), Heft 1X. 
14.‘ 
Die deutsche Arktische Expedition Schröder-Stranz. 
Die Deutsche Arktische Expedition Schröder-Stranz ist in den Tages- 
blättern letzthin mehrfach erwähnt worden, Eine in diesen Tagen verteilte 
Druckschrift unterrichtet genauer über Absichten, Vorbereitungen. und Stand 
des ‚Unternehmens. Nach dem »Allgemeinen Plan der Deutschen Arktischen 
Expedition durch die Nordost-Passage (Taimyr-Halbinsel) und durch den Stillen 
Ozean« sollen im Verlauf von 2 bis 3 Jahren, beginnend im Frühjahr, besonders 
die Taimyr-Halbinsel und deren Küstengewässer erforscht werden, Auf der Fahrt 
dorthin und weiter bis zur Bering-Straße sind ozeanographische Arbeiten längs 
der Nordküste Asiens vorgesehen, auch sind Vorstöße nach Norden geplant. 
Hieran schließen sich ozeanographische Forschungen im Stillen Ozean, der auf 
der Rückreise durchkreuzt wird. Die wissenschaftliche Forschung erstreckt sich 
auf die Gebiete. der Ozeanographie, Geographie, Geologie (Paläontologie), 
Ethnologie, Zoologie, Botanik, Meteorologie. Ein Stab wisseuschaftlicher und see- 
männischer Mitglieder, deren Auswahl mit aller wünschenswerten. Sorgfalt erfolgt, 
ist in der Bildung begriffen. Die neuesten Errungenschaften auf dem Gebiete 
des Verkehrs, Flugzeug und Funkentelegraphie, werden dem‘ Unternehmen 
dienstbar gemacht. Eine Vorexpedition, die am 1. August d, J, von Tromsö aus 
in das Nördliche Eismeer aufgebrochen ist, gibt den Mitgliedern der Expedition 
Gelegenheit, sich miteinander und mit dem Leiter einzuarbeiten,. Außerdem 
dient sie zur Erprobung wesentlicher Teile der Ausrüstung. 
Für die Kostendeckung — 2000000 Mark — hat die Leitung auf mannig- 
faltige Weise Vorsorge getroffen. Trotzdem ist sie auf die Beiträge freiwilliger 
Geldgeber: besonders im Beginn der Vorbereitungen — also jetzt — angewiesen, 
Die Deutsche Seewarte hat im Ralımen ihres auf die Förderung der Meeres- 
und Wetterkunde gerichteten Tätigkeit und treu den überlieferten Beziehungen 
zur polaren Forschung auch dieser Unternehmung ihre mithelfende Teilnahme 
nicht versagt. Die sorgfältige Vorbereitung des Unternehmens läßt einen Erfolg 
erhoffen, der der deutschen Wissenschaft, Technik und. Organisationsfähigkeit 
Ehre machen wird, In dieser Hinsicht eine bestimmte Voraussage abzugeben, 
ist ausgeschlossen. Aber schon in den Vorbereitungen zu dem Unternehmen 
bietet sich die Möglichkeit, der deutschen polaren Forschung einen dauernden 
Vorteil zu sichern, und hierauf aufmerksam zu machen, möchte die Deutsche 
Seewarte nicht unterlassen. 
Nach den Plänen des Herrn Max Oertz baut die Firma Stocks & Kolbe 
für die Expedition ein erstklassiges Polar-Forschungsschiff, Dieses einzigartige 
Schiff sollte, nachdem es der Deutschen Arktischen Expedition gedient hat, nicht 
in einen fremden Heimatshafen übergehen, sondern der deutschen Flagge erhalten 
bleiben. Mit dem kostbaren Vermögen, das im Volke an Forscherdrang und 
Aufopferungsfähigkeit für ideale Ziele ruht, pflegsam zu wirtschaften, es richtig 
anzulegen und nicht auf immer wiederholte Nebenarbeit zu verzetteln, gehört 
auch zur gesunden Volkswirtschaft, Hier nun liegt die Möglichkeit vor, vor- 
bereitende Arbeit einmal für lange Zeit hinaus zu tun, 
Die Leitung der Deutschen Arktischen Expedition bittet Beiträge zu über- 
weisen an die »Schatzmeisterei der Deutschen Arktischen Expedition«, National- 
bank für Deutschland, Berlin, Kurfürstendamm 211. . 
Die Deutsche Seewarte knüpft hieran den Vorschlag, daß jeder 
Spender bei der Überweisung seines Beitrages der Erwartung Aus- 
druck geben möchte, daß das neue Schiff, solange es für Forschungs- 
zwecke in den polaren Meeren brauchbar ist, in einem deutschen 
Hafen beheimatet bleibt, 
In der Zuversicht, daß dieser Vorschlag weithin Wiederhall findet, unter- 
stützt sie die Bestrebungen der Expeditionsleitung um Sammlung von Beiträgen 
auf das lebhafteste. Behm. 
Ann. d. Hydr. usw. 1912, Heit IX.
	        
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