Carrizal Bajo.
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tiefe vermurt. Der Ankergrund ist hier gut, und die Schiffe liegen geschützt
gegen südwestliche Winde. Bei nordwestlichen Winden jedoch wird durch Dünung
das Löschen der Ladung unmöglich, Diese Winde wehen aber selten.
Ein englischer Kapitän berichtet: »Schiffe von 90 bis 120. m Länge
können innerhalb (südöstlich) der Arequipa-Bank auf 12,8 bis 14.6 m Wassertiefe
ankern, von wo aus die Ostkante der Carrizal-Insel rw. 193° (mw. S) peilt. Für
über 120 m lange Schiffe ist es empfehlenswert, außerhalb (nordöstlich) der
Bank zu ankern. Der Ankergrund ist in der Bucht überall schlecht; er ist felsig
und sehr uneben. Schiffe, die längere Zeit im Hafen zu liegen beabsichtigen,
müssen mit zwei Bug- und einem Heckanker vermuren. Große Vorsicht ist beim
Ankern in dieser Bucht zu beobachten, namentlich nach steifen Süd- oder Süd-
weststürmen, wo die heftige See ein Halten der Anker unmöglich macht. Die
vorherrschenden Südwestwinde wehen in den Sommermonaten am Nachmittag so
stark, daß Löschen der Ladung unmöglich ist.«
Kapt. W. Straube schreibt: »Das erste Schiff murt mit dem Kopf nach
Westen zwischen dem Nordende der Carrizal-Insel und dem Wrack »Harleigh
Castle«, das östlich von dieser Insel liegt. Vorn werden die beiden Buganker
mit 110 und 128 m Kettenlänge ausgebracht, der St-B.-Anker gut nach NW.
Hinten ist ein guter Heckanker mit 137 m Kettenlänge notwendig. Das erste
Schiff lege diesen Anker südlich klar vom Wrack, Während des Vertäuens
mache man eine Leine an das Wrack fest, Das zweite und dritte Schiff murt
nördlich vom ersten, immer in angemessenem Abstand voneinander.,« ;
Hafenanlagen. Zwei Ladebrücken sind vorhanden, an denen die Leichter
mittels Schütten mit Erz beladen werden. An jeder Brücke können täglich un-
gefähr 200 t verschifft werden. Außerdem ist eine 300 m lange Kaianlage vor-
handen. An dieser löschen die Leichter Kohlen und Koks. Auf den Ladebrücken
und dem Kai befindet sich ein Dampfkran. Die Hafenanlagen verfallen immer
mehr, da sie nicht ausgebessert werden. Das Löschen und Laden der Schiffe
geschieht auf dem Ankerplatze mittels Leichter, von denen 13 in brauchbarem
Zustande vorhanden sind. Eigenes Schiffsgeschirr wird hierzu benutzt. Man tut
gut, bei starkem Südwinde eine dünne Leine an der Ladebrücke festzumachen,
an der sich die Leichter zurückholen können. Das Schleppen der Leichter mit
dem Boot erfordert mehr Arbeit. Kosten und Risiko für die Ladung in den
Leichtern trägt der Empfänger oder der Ablader. Das Löschen und Laden wird
gelegentlich durch Wind und Dünung beeinträchtigt; an den Jandesüblichen
Feiertagen kann man arbeiten, wenn man es wünscht. Segelschiffskapitäne müssen
beim Löschen insofern vorsichtig sein, als der Empfänger, wenn er Dampfer zu
entlöschen hat, zuweilen mit Hilfe des Hafenkapitäns aus brauchbaren Tagen
unbrauchbare macht und dann verlangt, daß die Segler an anderen Tagen das
Doppelte löschen, ohne daß der Empfänger sich an den dadurch entstandenen
Unkosten beteiligt. Schiffsboote landen an einer der Landungsanlagen.
Hafenordnung ist die allgemein in chilenischen Häfen gebräuchliche Ein
gedrucktes Exemplar derselben. wird den Schiffen an Bord gebracht,
Dockanlagen sind nicht vorhanden, Kleinere Reparaturen können von
der Werkstätte der Eisenbahn gemacht werden, sie sind aber teuer und kosten
etwa 5mal so viel als in Hamburg. .
Hafenunkosten. Leuchtfeuerabgaben betragen 60 c Gold für Dampfer,
40 c Gold für Segler per R-T. Hospitalabgaben belaufen sich auf 10 c Gold
per R-T. Diese beiden Abgaben brauchen nur einmal im Jahr bezahlt werden.
Ankergebühren werden 5 c per R-T. erhoben. Ausklarieren beim Zollamt
und Abfertigung kostet 150 $, Für außergewöhnlich schnelle Beförderung des
Schiffes werden 20 £ verlangt. Doktorkosten werden vereinbart.
Die Stadt Carrizal befindet sich im Verfall. Die Einwohnerzahl beträgt
nur noch etwa 440 Köpfe. Die Schmelzwerke sind eingegangen. Man sagt, daß
wertvolle Minen in der Umgebung vorhanden seien, aber die hohe Eisenbahn-
{racht und der hohe Arbeitslohn sowie der Wassermangel deren Ausbeutung zur
Zeit unrentabel machen. Man hofft aber, daß sich Kapitalisten und Fachkenner
noch einmal der Sache annehmen. werden.