436 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1912,
führt, entgegen. Kapt. F. Carstens erhielt ihn jedoch schon 5 Sm außerhalb
des Hafens und er blieb auch nachts an Bord, als das Schiff ungünstigen Windes
halber nicht in den Hafen hineinlaufen konnte. Nachts kommt der Lotse nicht
heraus, Beim Auslaufen verläßt der Lotse das Schiff, sobald dasselbe außer
Gefahr ist, zurückgetrieben zu werden, Es besteht Lotsentaxe. Dieselbe be-
trägt 3c für die R-T. für das Ein- oder Auslotsen. Kapt. E. Parow bezahlte
für das Ein- und Auslotsen, Vermuren und Entmuren zusammen 387 $ 28 e,
Schleppdampfer sind nicht vorhanden, zuweilen leisten aber Küstendampfer
Schleppdienste. N
Quarantäne, Ärztlicher Besuch braucht nicht abgewartet zu werden, ehe
man mit dem Lande verkehrt. Ein Gesundheitspaß wird stets verlangt.
Zollbehandlung ist gut. An Schiffspapieren werden verlangt: Manifest,
Meßbrief, Mannschafts- und Proviantliste.
Ankerplatz auf der Reede. Schiffe, die nicht zur rechten Zeit einen Lotsen
bekommen, können etwa 2 Kblg nordwestlich von der Carrizal-Insel auf 16 bis
18 m Wassertiefe ankern und dort den Lotsen und die Visite abwarten,
Gezeiten. Die Hafenzeit ist 8h 30min; die Hochwasserhöhe bei Springtide
beträgt 1.5 m.
Wind, Wetter, Klima. Kapt. F, Carstens schreibt: »Während unseres
Aufenthaltes drehte der Wind größtenteils einmal in 24 Stunden gegen den Zeiger
der Uhr um den ganzen Kompaß herum, Morgens wehte er gewöhnlich aus SO
bis O, drehte dann langsam über N hach W, um dann nachmittags etwas stärker
aus südlicher Richtung zu wehen; beim Sonnenuntergang flaute es ab.«
Der Gesundheitszustand am Ort und auf den Schiffen war während des
Aufenthaltes der eingangs angeführten Kapitäne gut und es kamen keine klima-
tischen Krankheiten an Bord vor.
Einsteuerung, In der Einfahrt zur Carrizal Bajo-Bucht liegen mehrere
Untiefen. So liegt !/, Sm nördlich von der Carrizal-Insel die Arequipa-Bank
5.8 m (19) unter Wasser, Eine Untiefe mit 7.0 m (23’) Wassertiefe liegt 0.7 Kblg
südöstlich, eine solche mit 8.8 m (29) Wassertiefe beinahe 1 Kblg südwestlich
von dieser Bank. Dagegen ist die 7 m (23’)-Untiefe, die 11/, Kblg rw. nordnord-
westlich von der Bank liegen sollte, nach Angaben und Lotungen eines zu-
verlässigen ortskundigen alten Fischers nicht vorhanden. Ferner liegt 1 Kblg
nördlich von der Carrizal-Insel eine Klippe 5.5 m (18') unter Wasser, Zwischen
dieser Klippe und der Insel sind außerdem noch verschiedene Untiefen; die
Östlichste davon führt den Namen Conquest-Klippe. Man meidet diese XKlippe,
wenn man den höheren Schornstein der Schmelzwerke in rw. 193° (mw. S)-Peilung
gut östlich freihält vom Ostende der Carrizal-Insel,
Kapt. W. Straube schreibt: »Kurz vor Sonnenaufgang kann man mit
rw. 90° (mw. ONO7/,O)-Kurs auf das Carrizal Tal zu steuern, bis man die Are-
quipa-Bank-Tonne sieht. Man passiere stets nördlich von dieser Tonne, luve
dann auf und lasse den St-B.-Anker fallen, wenn die Fahrt aus dem Schiffe ist.
Ist im Schiff noch so viel Fahrt gewesen, daß man damit die richtige Anker-
stelle erreicht hat, so kann man warten, bis Stille eintritt, um den B-B.-Anker
fallen zu lassen und die Heckvertäuung auszulegen. Hat das Schiff jedoch schon
vorher seine Fahrt verloren, so ankere man eben östlich von der Tonne und
hole dann mit Hilfe eines Warpankers nach innen,«
Es wird, um die Gefahr einer Havarie zu vermeiden, empfohlen, nicht
ohne Lotsenhilfe in den Hafen einzulaufen. Sollte der Lotse nicht zur rechten
Zeit abkommen, so erwarte man ihn auf dem weiter oben angegebenen Anker-
platz. Auch sollte man beim Einlaufen sich der Küste an der Ostseite der Bucht
nur bis zur 9.1 m-Grenze nähern.
Nach Berichten der Kapitäne kann man jedoch auch nachts einlaufen,
zu welcher Zeit der Lotse aber nicht herauskommt.
Ankerplatz im Hafen. Im äußeren Teil der Bucht ankert man auf 11 bis
13 m Wassertiefe über Sandgrund. Das Nordende der Carrizal-Insel peilt von
diesem Ankerplatze aus rw. 215° (mw. SSW), 1'/, Kblg entfernt. Im innern Teil
der Bucht werden die Schiffe östlich von der Carrizal-Insel auf 8.7 m Wasser-