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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1912, 
10h 55m V, Automatischer Schluß der Öffentlichen Telegraphenleitung 
nach Norddeich. 
11» V. Automatische Abgabe des Zeitsignals nach Norddeich und auto- 
matische Einstellung der Norddeicher Pendeluhr. 
11% 5m V, Automatische Freigabe der Öffentlichen Telegraphenleitung 
nach Norddeich. 
11» 53m bis 11h 55m V, Abgabe der Abstimmungssignale in Norddeich mit 
der Hand. 
11h 57m 478 bis 12h 0m 68 V, Automatische Abgabe der Ankündigungs- und 
Zeitsignale durch die Norddeicher Uhr. 
Die gleichen ‚Arbeiten wiederholen sich am Nachmittage und Abend in 
derselben Reihenfolge. 
Die bisher beschriebenen Einrichtungen lassen nun immer noch die Mög- 
lichkeit zu, daß die Norddeicher Pendeluhr nicht exakt arbeitet und daß dadurch 
Ungenauigkeiten in die Zeitsignale hineinkommen, die sich der Kenntnis des 
Observatoriums entziehen würden. 
Zur Beseitigung dieser Lücke ist im Observatorium in Wilhelmshaven 
eine drahtlose Empfangsstation eingerichtet worden, die die Telefunken-Gesell- 
schaft in Berlin im Hinblick auf die große Wichtigkeit der Zeitsignale für die 
gesamte Schiffahrt und eine große Reihe von wissenschaftlichen Instituten dem 
Observatorium in dankenswerter Weise kostenlos zur Verfügung gestellt hat. 
Diese Station ist so ausgerüstet, daß sie die Beobachtung der drahtlosen 
Zeitsignale in doppelter Weise zuläßt. Einmal in der allgemein üblichen d.h, 
durch Hörempfang, dann aber auch in der Weise, daß die eintreffenden Signale 
auf dem Chronographen des Institutes aufgeschrieben werden, und dadurch ein- 
wandfirei mit der Hauptuhr verglichen werden können. Durch diese Beobach- 
tungen ist festgestellt worden, daß die funkentelegraphischen Zeitsignale der 
Großstation Norddeich seit dem 1. Oktober 1911 bis auf einen Versager lückenlos 
abgegeben worden sind. Dieser trat am 7. November 1911 auf, wo das Signal 
infolge einer Hemmung im Norddeicher Chronographen 43 Sekunden zu spät 
erfolgte. Die Folgen dieser Unregelmäßigkeit konnten sofort dadurch beseitigt 
werden, daß unmittelbar im Anschluß an das Zeitsignal die Worte: »Zeitsignal 
ungültig« nachtelegraphiert wurden. Diese Maßnahme ist ein für allemal für 
die Fälle getroffen, wo von den Beamten in Norddeich Unregelmäßigkeiten oder 
Verzögerungen bei Abgabe der Signale bemerkt werden. Daher empfiehlt es 
sich nach Schluß der Signale mit dem Hörer am Ohr oder am Schreibempfänger- 
apparat so lange zu warten, bis der Beginn der auf das Zeitsignal unmittelbar 
folgenden Wetterdepesche erkennen läßt, daß es richtig abgegeben ist. 
Seit dem 9. Dezember 1911 sind vom Kaiserlichen Observatorium auch 
regelmäßig die von der Eiffelturmstation in Paris abgegebenen Zeitsignale auf- 
genommen worden. 
Der Unterschied zwischen dem Pariser Zeitsignal und der Signaluhr des 
Kaiserlichen Observatoriums, die innerhalb der Grenzen -} 0.2s die richtige 
M.E.Z. angeben soll, betrug bis auf einen offenbaren Versager des Pariser 
Signals im Höchstfalle 0,98, 
Nach Ausgleichung der Uhrgänge auf Grund der im Observatorium an- 
gestellten Zeitbestimmungen ergab sich, daß der mittlere Fehler eines daselbst 
abgehörten Zeitsignals der Station Norddeich -+ 0.3s betrug. Hierin sind ent- 
halten der mittlere Fehler einer Zeitbestimmung, der mittlere Fehler eines vor- 
ausberechneten Standes der Hauptuhr in Wilhelmshaven, der Standfehler der 
Wilhelmshavener Signaluhr, der Fehler des von Norddeich abgegebenen Signals 
und der Beobachtungsfehler beim Abhören des Norddeicher Signals. Der auf 
die gleiche Weise berechnete Fehler eines hier abgehörten Pariser Zeitsignals 
betrug + 0.48. 
Beim Norddeicher Zeitsignal war bei 16 v. H. der Fehler eine halbe Sekunde 
und darüber, beim Pariser Zeitsignal bei 19 v.H. Während somit das Nord- 
deicher Zeitsignal das Pariser an Genauigkeit nur wenig übertrifft, so ist es 
ihm doch, wie bereits erwähnt, durch die größere Anzahl der Zeichen, ihre An-
	        
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