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Full text : Jahresbericht 1976-1977

Geophysik  und  Astronomie

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Während  des  zweiten  Berichtsjahres  wurden  am  Observatorium  Wingst  und  am
Geophysikalischen  Observatorium  Fürstenfeldbruck  Simultanregistrierungen
durchgeführt,  um  schnelle  Pulsationen  vergleichen  zu  können.  Für  diese  Zwecke
wurde  in  Wingst  das  1975  beschaffte,  zeitlich  hoch  auflösende  Induktionsspulen-Magnetometer
  eingesetzt.
2.4.6.2  Erdmagnetische  Kartographie
Der  Atlas  und  die  Kartei  über  die  „Gebiete  unsicherer  Mißweisung"  wurden  wie
bisher  weitergeführt.  Die  Säkularvariationen  (SV)  der  erdmagnetischen  Elemente
wurden  interpoliert,  die  SV  der  Mißweisung  für  die  Epoche  1975  kartiert.
Grundlage  ist  hier  das  umfangreiche  Zahlenmaterial  über  das  magnetische  Feld
und  insbesondere  die  Mißweisung  aus  allen  Gebieten  der  Erde,  die  das  DHI  im
Austausch  für  die  amtlichen  Veröffentlichungen  der  erdmagnetischen  Meßwerte
des  Observatoriums  Wingst  erhält.  Das  aufbereitete  Material  dient  als  Unterlage
für  die  erdmagnetischen  Angaben  in  den  Seehandbüchern  und  Seekarten.
Im  Berichtszeitraum  wurden  für  sieben  Seehandbücher  Beiträge  über  Mißweisung ­
  und  die  Störgebiete  sowie  die  Isogonenkarten  geliefert.  881  Mißweisungswerte ­
  wurden  für  345  Seekarten  angegeben  und  321  „Gebiete  unsicherer
Mißweisung"  nachgewiesen.  Für  13  Seekarten  wurde  die  Linienführung  der
Isogonen  entworfen.  Auskünfte  erhielten  wiederum  Behörden,  Institute,  Industriebetriebe ­
  und  Flughafengesellschaften.
Im  Zusammenhang  mit  der  Auswertung  des  Momentanwert-Vergleiches  der
erdmagnetischen  Observatorien  in  Europa  wurden  Untersuchungen  über  die
Feinstruktur  der  Säkularvariationen  begonnen.
2.4.6.3  Seemessungen
Im  Rahmen  der  deutsch-kanadischen  Zusammenarbeit  wurde  vom  21.4.  bis
18.  5.  1976  auf  der  europäischen  Eichstrecke  Eibsee  (Alpen)  —Hammerfest  (Norwegen) ­
  eine  Prüfung  und  Eichung  der  Seegravimeter  Gss  3  Nr.  55  und  Nr.  53
sowie  der  kanadischen  Gravimeter  des  Typs  Gss  2  durchgeführt.  Es  erwies  sich,
daß  die  Gravimeter  des  Typs  Gss  3  eine  gute  Linearisierung  hatten.
Auf  dem  ersten  Fahrtabschnitt  der  „Meteor"-Fahrt  Nr.  43  (1976)  wurden  in  der
südlichen  Nordsee  refraktions-seismische  Arbeiten  durchgeführt,  wobei  die
Schüsse  gleichzeitig  auf  einem  Profil  in  Norddeutschland  registriert  wurden.  Die
Untersuchungen,  gemeinsam  mit  mehreren  deutschen  geophysikalischen  Instituten ­
  unternommen,  hatten  zum  Ziel,  den  Aufbau  der  Erdkruste  vom  Festland  bis
in  die  deutsche  Bucht  hinein  zu  erforschen.
Auf  dem  zweiten  Fahrtabschnitt  wurde  im  wesentlichen  der  mittlere  Bereich  des
Reykjanes-Rückens  gravimetrisch,  magnetisch  und  z.  T.  flachseismisch  vermessen. ­

Auf  dem  dritten  Fahrtabschnitt  wurde  in  Zusammenarbeit  mit  dem  Centre
Océanologique  de  Bretagne  das  „FAMOUS"-Gebiet  (FAMOUS  =  French-American
  Mid-Ocean  Undersea  Surveys)  südwestlich  der  Azoren  engräumig
grävimetrisch,  magnetisch  und  bathymetrisch  vermessen  (vgl.  auch  Abschn.
2.3.8.3).  Die  Ergebnisse  sollen  verglichen  werden  mit  den  bei  den  Bohrungen  des
amerikanischen  Bohrschiffes  „Glomar  Challenger"  gewonnenen  Bohrkernen.
            
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