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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Capelle: Die radiotelegraphischen Zeitsigaale der Funkenstation Norddeich, 423 
+ 624m 51,0s. Gleichzeitig wurden verglichen Chronometer I — I1=-+ 1b 11m 12,55 
und Chronometer I — III = — 2h 14m 55,55, ; 
Bei der Beobachtung des Zeitsignals wurde festgestellt, daß die Beob- 
achtungsuhr zur Zeit des mittleren Greenwicher Mittages 12h 59m 36.0 zeigte. 
Hieraus ergeben sich folgende Stände: 
U 12h 50m 36.08 
I—U + 6h 24m 50,58 (Mittel aus beiden Beobachtungen). 
I 7h 24m 26.58 
M.G.Z. 12b Om 0s 
M.G.Z. — I + 4hb35m33,5® zur Zeit der Beobachtung. 
1— I —+ ıhılm12.58 
M.G.Z. — II + B5b46m 46.08 zur Zeit der Beobachtung. 
II — III — 2b 14m 55,58 
M.G.Z. — III -+— 3h31m 50,58 zur Zeit der Beobachtung. 
Die Ausführung der Beobachtung des Zeitsignals selbst geschieht zweck- 
mäßig in folgender Weise: 
Der Beobachter, dem die ungefähre Abweichung seiner Beobachtungsuhr 
von der mittleren Greenwicher Zeit jederzeit bekannt ist, stellt mit ihrer Hilfe 
zunächst fest, wann das Zeitsignal zu erwarten ist. Er begibt sich dann recht- 
zeitig nach dem Funkentelegraphenraum und veranlaßt dort die Einstellung der 
Empfangsapparate auf Norddeicher Welle (2000 m). Zur genauen Abstimmung 
dienen die von 11b 53m bis 11h 55m gegebenen Zeichen 
UUUV USW. (sc0amm 000000 000m USW.) 
Nachdem die Ankündigungszeichen 
(kn d ammne0amm ano am00 UNd 77 02 um am ame »>amp00) 
vom Funkentelegraphenpersonal aufgenommen sind, erfolgt die Beobachtung 
der Zeitsignale entweder mit Hilfe des Schreibempfängerapparates, wobei das 
Klopfen des Ankers, den der Schreibhebel betätigt, als Signal benutzt wird, oder 
mit dem Telephonhörer, den der Beobachter ans Ohr nimmt. Die letztere Art 
der Beobachtung ist vorzuziehen, weil die Norddeicher Signale infolge der 
gleichmäßigen Klangfarbe ihres Tones dabei leichter von atmosphärischen 
Störungen zu unterscheiden sind, die beim Schreibempfang (d. h. der Beobachtung 
nach dem Klopfen des Ankers) nur an der Nichtinnehaltung des Sekundentaktes 
erkannt werden können, 
Während die Sekundenzahlen der gehörten Signale dem obigen Schema 
entsprechend mitgezählt werden, wird der Blick auf den Sekundenzeiger der 
Beobachtungsuhr gerichtet. ; 
Durch die taktmäßige Wiederholung der Signale ist es dann leicht, fest- 
zustellen, mit welchen Sekundenangaben der Beobachtungsuhr die vollen Zehner- 
sekunden der Norddeicher Signale (das sind die letzten Signalzeichen jeder 
Gruppe) und schließlich das Signal 12h0m 08 M,G.Z. zusammenfällt. Das Er- 
yebnis bei dem letzten Signal wird unter Hinzufügung der Minute und Stunde 
der Zeitangabe der Beobachtungsuhr niedergeschrieben. Der Unterschied gegen 
12h 0m 0s M.G.Z. ist der Stand .der Beobachtungsuhr. 
Aus der oben angegebenen Reihenfolge der einzelnen Gruppen der Zeit- 
signale kann festgestellt werden, ob alle Gruppen gehört worden sind. Ebenso 
ist das Hören des Schlußzeichens (*=mmeam eo), welches 12h 0m 6s erfolgt, ein 
Beweis dafür, daß das letzte Zeitsignal, das 12% 0m 0s MG. Z. bezeichnet, richtig 
wahrgenommen ist. 
Wenn die ersten Zeichen oder Gruppen ausgeblieben oder durch atmo- 
sphärische Störungen unkenntlich gemacht worden Sind, dann gewährt die 
gruppenweise Anordnung mit verschiedenen Pausen die Möglichkeit, auch nach- 
träglich noch die richtige Sekundenzählung der wahrgenommenen Signale auf- 
zunehmen. Ebenso geben die früheren Gruppen immer noch die Möglichkeit 
eines Zeitvergleiches, wenn das letzte Signal (12% 0m 0s M. G. Z.) ausbleiben oder 
verdeckt werden sollte. 
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