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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1912. 
Langsame 
Verlegung 
nach N 
| Langsame 
Verlegung 
nach S 
—  Sprungweise 
Verlegung 
nach N 
Sprungweise 
Verlegung 
nach S 
Sprungweise Ver- 
legung nach N 
verdächtig 
Lister Tief 
. 
Rüter Gatt 
Schmal Tief 
Altes Schmal Tief 
Alte Hever 
Mittel Hever 
Nüder Hever 
Vortrapp Tief 
( 
Rüter Gatt 
Schmal Tief 
Altes Schmal Tief 
Alte Hever 
Mittel Herver 
Süder Hever 
Norder Eider 
Mittel Eider 
Alte Süder Eider 
Dove fief Faden 
Norder Piep 
Dove fief Faden 
Norder Piep 
Sprungweise 
Verlegung 
nach S 
verdächtig 
Lister Tief 
Süder Piep 
Falsches Tief 
Kurz: das Gesamtresultat unserer Erörterungen bezüglich der 
Sandbankwanderung ist also, daß dieselbe für das Gebiet zwischen 
der Elbemündung und der Norder Piep eine nördliche, für die Strecke 
von Sylt bis hierhin eine südliche Richtung hat. — — 
Als natürliche Folge dieser Drifterscheinungen müssen sich auf der Grenz- 
scheide gewaltige Sandanhäufungen bemerkbar machen, Nirgends bauen sich, 
wie die Seekarte lehrt, die Sandbänke in so typischer Weise so weit ins Meer 
hinein vor als hier; nirgends sonst hört man soviel Klagen über gewaltige Ver- 
sandungen; kaum anderswo, vielleicht die NW-Spitze Jütlands ausgenommen, 
tauchen in so kurzer Zeit so beträchtliche Sande auf.!) 
Der Dieksand, der, seit dem 16. Jahrhundert entstanden (1818 erstes Stück 
eingedeicht), nach Geerz schon 1643 eine nicht unbedeutende Insel bildete, ist in- 
folge der 1854 vollzogenen Eindeichung des 2000ha großen König Friedrichskooges 
landfest geworden. — Als das eklatanteste Beispiel der Meeresanschwemmungen 
kann die Insel Trischen, 11 km von der Westspitze des Friedrich-Kooges 
entfernt,*) gelten. Über sie haben wir eine genaue Beschreibung aus der Feder 
des Domänenrats L. Möllenhoff, der sie 1895 zuerst beschrieben und karto- 
graphiert hat.?) Die Untersuchungen desselben ergaben, daß das Watt bis zu 
20 m Tiefe aus feinem Glimmersand besteht, fast ohne jegliche andere Bei- 
mischung, wie Schlick usw., ein Beweis, daß der Trischen-Sand sich unter recht 
unruhigen Verhältnissen gebildet hat. Die erste, auf kaum 1 qm großen Inselchen 
sich ansiedelnde Strandvegetation zeigte sich nach Mitteilungen von Schiffern 
1854. Seit der Zeit ist eine außerordentlich starke Zunahme der Strandflora zu 
konstatieren, wie folgende Tabelle zeigt: 
Fläche 
Jahr 
IST2 wu 
1884 ..... 
IS94 0... 
mit Nutzgräsern | 
mit Queller 
16.64 ha 31.00 ha 
66.00 » 92.00 » 
10300 1209.00 
Menschlicherseits ist allerdings durch das bei der Landgewinnung übliche 
Grüppensystem der Natur fleißig mitgeholfen worden (von 1868 bis 1886 hatte 
man für diese Arbeiten 11000 Mark ausgegeben). Wenn schon das plötzliche 
') Vgl. E. Traeger, Die Halligen der Nordsee, 1892, und Die Rettung der Halligen, 1900. 
2?) Petermanns Mitteilungen 1891, S. 107. 
3) E. Traegyer. Die Rettung der Halliyzen. 1900
	        
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