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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1912. 
der Betonnung sich ergibt. So ist 1880 nur die Mittel Eider betonnt, 1891 diese 
und die Alte Süder Eider, die sich dann an der Mündung vereinigen, 1901 und 
1910 nur die Alte Süder Eider. Die Richtung dieser Verlegung des Fahr- 
wassers nach Süden läßt also eine Bankwanderung nach dieser Himmels- 
richtung erkennen. So haben sich von 1880 bis 1891 Sandmassen von Norden 
her in die Mittel Eider geschoben, gleichzeitig die Wester Plate vergrößernd 
und nach Süden verlegend, so daß dieser Arm, der Bedrängnis weichend, 1891 
sich südlich der Großen Fliegen Plate, die 1880 noch südlich von ihm 
lag, eine neue Gasse schuf. Auch ist er 1891 schon in enge Beziehungen 
zur nunmehr betonnten Alten Süder Eider getreten, eine Annäherung, die 1901 
dahin führte, daß er seine Selbständigkeit einbüßte und von dem südlichen Arm 
aufgesogen wurde, Denn er ist durch die immer mächtiger gewordene Kleine 
Fliegen Plate, die sogar in Verbindung mit der Großen Fliegen Plate und der 
Wester Plate getreten ist, gezwungen worden, auch seinen Oberlauf südlich 
der Kleinen Fliegen Plate zu verlegen, so daß 1901 und 1910 nur eine einzige 
fahrbare, durch die beiden Fliegen Platen und die Wester Plate nach Süden ver- 
drängte Rinne, die Alte Süder Eider, existiert. Doch da diese einen fast recht- 
winkligen Bogen um die Dithmarschener Gründe herum machen muß, und da ihr 
zwischen diesen und der Kleinen Fliegen Plate ein immer mehr sich verengendes 
Bett gelassen wird, so kann es nicht ausbleiben, daß diesem Zustand schließlich 
ein Ende gemacht wird. So schiebt sich von 1891 ab der rechtwinklige Bogen 
immer weiter nach Westen und drängt die Kleine Fliegen Plate vor sich her, 
eine Erscheinung, die ich auf die Stoßkraft der Eider zurückführen möchte, die 
über ein großes Wattengebiet verfügt und sich unter dem Schutze der nördlich 
gelegenen Halbinsel frei entwickeln kann. Der Unterlauf legt sich dahingegen 
fast ständig (1910 jedoch nicht) nach Süden, da hier die südlich gerichtete Sand- 
drift wirkungsvoller sich betätigen kann. Doch da beide Erscheinungen keine 
Abhilfe herbeiführen, scheint die Eider 1910 einen tiefen Priel auf etwa 54° 15’ 
von Osten her nach Westen vorzuschieben, der als das alte Wurzelglied des 1880 
alleinigen, 1891 auch noch intakten, 1901 verschwundenen Fahrwassers der Mittel 
Eider anzusehen ist. Er hat die Kleine Fliegen Plate im Norden stark benagt, 
die Verbindungsbrücke zwischen der Wester Plate und der Großen Fliegen Plate 
durchbrochen und ist schon bis fast 8° 35’ nach Westen vorgerückt, so daß sich 
dasselbe Bild von 1880 vorbereitet. Die Wanderungsperiode scheint 
mithin rund dreißig Jahre zu umfassen. — Es ergibt sich also daraus, 
daß die Eider periodenweise nach Norden zurückspringt. 
6. Dove fief Faden. Der äußere Teil des Mündungsmundes des Dove fief 
Faden wird zeitweise von Norden — 1880 bis 1891 —, zeitweise von Süden her 
— 1901 —, zeitweise von beiden Seiten — 1910 — eingeengt. Dabei erkennt man 
deutlich eine ständige, langsame Verlegung des Bettes im Oberlauf 
nach Süden, was offenbar durch die Vergrößerung und das Vordringen des 
Isern Hinnerk, der Speisung von den Eider-Sänden erhalten dürfte, nach Süden 
veranlaßt wird. Der den Dove fief Faden von der Norder Piep trennende Blauort 
Sand ist am obern Ende bis auf einen schmalen Streifen durchgenagt. Ob diese 
Durchnagung sich vollziehen und der Dove fief Faden sich im Laufe der Zeit 
mit der Norder Piep vereinigen wird, oder ob sich zwischen dem zweiteiligen 
Isern Hinnerk oder nördlich von ihm eine neue Gasse auftun wird, kann erst 
die Folgezeit lehren. Es liegt ja in der Wanderung der Sände begründet, daß, 
falls das Gatt seine Existenz behaupten soll, schließlich ein Überspringen 
nach Norden stattfinden muß, wobei dem Wesselburer Loch eine gewisse 
Rolle zufallen dürfte; eine wirkungsvolle langsame Zurücknagung nach Norden 
ist meines Erachtens eben gänzlich ausgeschlossen, da dem Gatt ein größeres 
Prielensystem fehlt. — Es liegt also auch bei diesem Gatt wenigstens 
bezüglich des Oberlaufes der wohlbegründete Verdacht eines Zurück- 
springens nach Norden vor. 
7. Norder Piep. Der Mündungsmund der Norder Piep wird durch die im 
Norden sich mehrenden Bankmassen von 1891 ab ständig nach Süden ver- 
legt, am stärksten zwischen 1901 und 1910, was mit der ungewöhnlich starken
	        
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