Poppen, H.: Die Sandbänke an der Küste der Deutschen Bucht der. Nordsee. 415
die dadurch eine starke Vergrößerung erfahren von 8° 171/,/ bis fast 8° 15’ O-Lg.
1901 sind sie verkleinert und nach Süden verlegt, ein Zustand, der auch noch
1910 andauert. Gleichzeitig sind die Tusch Gründe langsam, aber ständig etwas
nach Südosten verschoben, dadurch das Alte Schmal Tief einengend und etwas
nach Osten verschiebend. Die Verdrängung der Fahrwasser findet im allge-
meinen auch in der Lage der Tonnen Bestätigung. Ebenso zeigt.die Struktur
der Bänke die Wanderungsrichtung nach Südosten. Eine sprungweise Zurück-
verlegung der Gaten nach Nordwesten ist zwar nicht festzustellen;
wenn wir aber die Beengung und Verdrängung der Fahrwasser von Nordwesten
her zweifellos festgestellt haben, so wird ‚die Stoßkraft der bedrängten Gaten
dieser Erschwerung sich zu erwehren suchen durch Angriffe auf das rechts-
seitige Hindernis, was sich in dem steilen Abfall der Nordwestseite der Fahr-
wasser zu erkennen geben dürfte, Da aber trotz alledem die Vorwärts-
bewegung der Bänke und Verlegung der Gaten nach Südosten hin
während der Zeit von 1880 bis 1910 andauert, so ist schließlich diesem Zustand
doch ein Ziel gesetzt. Ob dann nicht doch die Stoßkraft. des Wassers durch
einen gewaltsamen Eingriff sich eine neue Gasse nordwestwärts bahnen
und größere zusammenhängende Bankkomplexe im Westen abtrennen und an
den Norderoog Sand und Süderoog Sand anlanden wird? . Reicheres, über längere
Perioden verteiltes Material wird darüber Licht zu verbreiten imstande sein,
Ich glaube deshalb, auch diese Gaten einer sprungweisen Verlegung nach
Nordwesten für verdächtig erklären zu dürfen.
4. Alte Hever, Mittel Hever, Süder Hever. Für die Schiffahrt kommen
hauptsächlich die Mittel und Süder. Hever in Betracht; die Alte Hever ist bis
1910, wo sie eine freie Einfahrt hat, unbetonnt. Die beiden südlichen Arme
sind durch die Norder Quage voneinander getrennt. Aus dem Vergleich der
vier Karten geht hervor, daß alle drei Mündungen sich ‚ständig nach
Süden verlegen. Die 1880 zwischen der Alten und Mittel Hever nach Westen
hin sich erstreckende Sandbankzunge ist schon 1891 der 6 m-Isobathe des Mittel
Hever-Barren- und des Quage-Komplexes einbezogen, der nach allen Seiten hin sich
starker Vergrößerung erfreut. Die Norder Quage legt sich langsam nach
Süden, besonders zwischen 1901 und 1910, ebenso die Außen Quage,
wodurch die Süder Hever beengt wird. . Das Profil der Bänke zeigt die
Wanderungsrichtung nach Süden. Daß besonders die Alte Hever im Südwesten
von Süderoog Sand an Versandung leidet, könnte zunächst auffällig erscheinen;
da gerade dieses Gatt dem südsüdöstlich setzenden Flutstrom in erster Linie
ausgesetzt ist und deshalb vor den anderen ausgehobelt sein müßte; das Gegen-
teil dürfte meines Erachtens seine Erklärung darin finden, daß die Driftmassen
in Anbetracht der Fahrwasserverlegungen der nördlich angrenzenden Gaten in
südöstlicher Richtung am Süderoog Sand entlangstreichen und sich zunächst in
das Bett der Alten Hever werfen. Der Flutstrom scheint die Mengen nicht
bewältigen zu können und der Ebbestrom die Schwierigkeit nur zu vergrößern.
Von dem Widerstreit dürfte die unregelmäßige Art der Aufschichtung und Ge-
staltung dieser Bänke zeugen, — Im Gegensatz zu den vorhin besprochenen
Gaten richtet die Hever ihre äußeren Mündungen mehr nach Westen, was auf
den Umstand zurückgeführt werden dürfte, daß hier im westlich vorgerückten
peripherischen Gebiet, wo die Driftmassen nicht so stark auftreten als mehr land-
wärts nach der Gabelung zu, die Gezeiten, ihrer Eigenart ‚entsprechend, wirk-
samer sein können. — Eine sprungweise Verlegung ist zwar nicht zu
konstatieren; allein, da alle drei Mündungen .während der dreißig
Jahre sich nach Süden verlegen, so dürfen wir auch hier den Ver-
dacht des Zurückspringens für berechtigt halten. . . .
5. Norder Eider, Mittel Eider, Alte Süder Eider.. Auch die Eider besteht
aus drei Armen, In ihrem Streichgebiet liegen die Wester Plate, die Große Fliegen
Plate und die Kleine Fliegen Plate. . Die drei Arme werden nur 1880 mit Namen
aufgeführt. Die Norder Eider kommt für die Schiffahrt nicht in Frage. Die
Verlegung der Platen tut sich schon dadurch kund, daß von den beiden südlichen
Fahrwassern bald das eine, bald das andere, bald beide schiffbar sind, was aus