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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

108 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1912. 
aus gerechnet — der linken Seite hin erfolgt, und zwar bezüglich des Flut- 
stromes teils infolge seiner Richtung, teils infolge Vergrößerung seiner Erosions- 
kraft rechter Hand, wodurch die Massen linksseitig fortgestoßen werden, hin- 
sichtlich des Ebbestromes durch direkte Unterstützung des Sandtransports in 
schräg rechtsseitiger Richtung, An der Ostküste liegen die Verhältnisse jedoch 
wesentlich anders, Denn hier entbehrt der Flutstrom zunächst neben der Küste 
das die Erosionskraft vergrößernde Moment, das ihm die Eigenschaft verleiht, 
den Sand linksseitig, also hier zum Lande hin, fortzustoßen, nicht nur gänzlich, 
sondern umgekehrt wird er infolge der Erdrotation geradezu von der Küste 
abgelenkt, wodurch dem Sandtransport in südlicher Richtung direkt Vorschub 
geleistet wird. Bei seinem Eintritt in die Gaten ist die Sachlage kaum etwas 
günstiger. Denn während er an der Südküste rechtsseitig vom Festland, von 
festgefügten, widerstandsfähigen Kontinentalmassen flankiert wird, erfreut er sich 
im Osten bestenfalls lose aufgebauter, schwimmbeflissener Sandmengen, die nicht 
hinreichenden Halt bieten. Und wo die Einwirkung dieses Moments sich zeigt, 
bedeutet sie einerseits keine Förderung der Sandwanderung nach Süden, sondern 
mehr ein Abfangen der Sedimente; anderseits dürften die südlich der Gaten 
befindlichen Bankzungen, die aus beweglichem Material bestehen, sehr stark an- 
gegriffen und nach Süden hin umgelagert werden. In den Gaten selber ist die 
Sachlage eine etwas günstigere, jedoch der Art, daß die erhöhte Erosionskraft 
dem Windstrom wiederum entgegenwirkt. Dahingegen bleibt die seitens des 
Ebbestromes unter dem Einfluß der Ablenkung bewirkte Verfrachtung in schräg 
nördlich gerichteter Linie in ihrem ganzen Umfange bestehen, wird aber gegen- 
über den machtvollen Gegnern, der Flut- und Windsanddrift, als der entschieden 
unterlegene Teil zu betrachten sein. Er kann das Tempo der Wanderung 
höchstens verlangsamen. 
Tabelle I.!) Häufigkeit der Winde, 
Windtabelle für Keitum. 
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November 1909 
Dezember » 
Januar 1910 
Februar » 
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April » 
Mai » 
Juni » 
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August » 
September 
Oktober 
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Tabelle II. Windstärke. 
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Jahresmittel .. | 27 | 27! 28 27! 23 ] 35. 32 34 
Der Tabelle II liegt die Beaufortsche Skala zugrunde.2) 
Es dürfte somit keinem Zweifel unterliegen, daß auf der Höhe von 
Schleswig-Holstein die Sandwanderung in südlicher Richtung sich 
vollziehen muß. — 
4 
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[st den »Annalen der Hydrographie«, Jahrgang 1909 u. 1910 entnommen, 
Segelhandbuch 1903, I. 1, 8. 25.
	        
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