Lotungen und ozeanographische Beobachtungen S,.M. S. »Planet« in der Südsee 1911. 403
Gleichzeitig mit diesen Lotungen wurden Tiefentemperaturen gemessen und
Wasserproben zur titrimetrischen Salzgehaltsbestimmung genommen, .Leider
scheinen die Thermometer nicht ganz richtig gearbeitet zu haben, denn die
Temperaturen erweisen sich des öfteren so widersinnig, daß von ihrer Veröffent-
Jichung abgesehen werden muß. Die Wasserproben zur Salzgehaltsbestimmung
gingen der Seewarte noch in Flaschen mit Korkverschluß und Lacksiegelung zu.
Daß dieser Verschluß keine absolute Gewähr. gegen Verdunstung bietet, ist schon
in früherer Veröffentlichung über die Arbeiten S. M. S. »Planet« hervorgehoben
worden, und auf Verdunstung sind auch wohl die in der Tabelle eingeklammerten,
unwahrscheinlich hohen Werte zurückzuführen. Ein größerer Einfluß auf den
Salzgehalt mag auch den verschiedenen Glassorten der benutzten Flaschen,
deren Löslichkeitskoeffizient verschieden ist, zugeschrieben werden. Im all-
gemeinen läßt sich aber erkennen, daß in Tiefen von 2000 bis 8000 m ein
Salzgehalt von 34.50 bis 34.70%,g zu erwarten ist. — '
Die zahlreichen neuen Lotungen im eigentlichen Bismarck-Archipel,. also
nordwestlich von Neu-Pommern (Tabelle II), klären das Relief des Meeres-
bodens in großen Zügen auf (Tafel 21). Neu-Pommern und Neu-Mecklenburg
erheben sich auf einem schmalen, halbkreisförmigen Sockel von rund 1000 m
Tiefe; als sein westliches Ende ist wohl der stärker verbreiterte Sockel der
Admiralitätsinseln aufzufassen, Zwischen das Südwestende der Admiralitäts-
inseln, den Südrand Neu-Mecklenburgs und den östlichen Teil‘ der Nordküste
Neu-Pommerns schiebt sich eine Mulde von über 2000 m Tiefe; aber auch von
Westen her dringt eine am Ende etwas verbreiterte 2000 m-Bucht oder Mulde
in den Bismarck-Archipel bis auf etwa 147° O-Lg. ein. In:-dem mittleren. Teil
endlich, der von den Admiralitätsinseln recht nach Süden zum westlichen Neu-
Pommern reicht, bewegen sich die Tiefen zwischen 1000 und 2000 m; aus ihnen
erheben sich noch einige kleinere Plateaus, die zum Teil wie die Witu-Inseln
über die Oberfläche des Meeres ragen, oder wie einige Riffe ‚sich nur bis zu ihr
erheben, oder selbst einige 100 m unter ihr bleiben, wie.das Plateau östlich ‚vom
Kreisriff, Von besonderem Interesse ist noch, daß eine Anzahl der auf den
Karten angegebenen Riffe als nicht vorhanden bezeichnet werden muß, da an
ihrer Stelle sich Tiefen von über 1000 m fanden. So sind nicht vorhanden die
20 m-Bank nördlich der Schouteninseln, wo Tiefen von über 2000 m gelotet
wurden; das Pallas-Riff, die Sidney-Bank, das Albert-Riff und einige mehr.)
Tahelle IL
S-Br.
I O2 | net | Grund
m
Beim Wirbelwindriff (am 21. Juli 1911).
40 44.1’ 148° 16.6 | 1358 gt. Sk.
40 44,5 148° 19.8’ 1799 «
Beim Viktoriariff (am 20, und 29. Juli 1911),
4° 16.2 48° 62 gr. Sk,
148° 8,8
148° 11.0
148° 12.8
148° 11.0 |
148° 8.6
148° 6.2
148° 14.4
148° 13.1’ )
148° 11.4
148° 11.9 |
148° 12.2 |
S.Br.
O-Leg.
Tiefe
Grund
m
4° 20.8’
4° 24.6
30° 54.2
4° 27.5
4° 30.4’
4° 30.7
4° 31.0’
£O 81 97
L48° 14.2’
L48° 24.07
148° 52.4’
L48° 33.9 -
148° 43.4’
148° 44.0
148° 45.5
148° 46.5
868
822
523
868
1358
458
‚304
918
er. Sk. .
£
«
«X
X
| Kor.
Lotungen am 13, und 14, August 1911,
gr. Sk.
4° 21.5
4° 20.4’
40 19.4
40 17.9
4° 16,8
4° 15,8
40 14,97
40 Or
10 8.7
PR
148° 50.9 1726
148° 45,2 1746
148° 39.4’ | 1783
148° 33.0 | 1777
148° 27.7 } 1758
1480 21.8 1824
748° 15.9‘ | 1876
18° 16.0 | 759
48° 16.0 9°
148° 17.6 1087
gr. Sk.
«
br. Sk.
Kor.
„Nachrichten für Seefahrer Nr. 406/12, 8. 142.