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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1912, 
Selbstverständlich sind Zahnkreisteilung und Tangentialschraube so sorg- 
fältig gearbeitet, daß toter Gang nicht vorhanden ist. Der geringe tote Gang, 
der sich beim Arbeiten mit dem Instrument bemerkbar macht, ist nur durch die 
Übersetzung durch die konischen Räder bedingt und nicht etwa in der Tangential- 
schraube zu suchen, ist also für die Güte der Messung ohne Einfluß, Es ist 
nämlich technisch unmöglich, ineinander greifende konische Räder, namentlich 
von kleineren Dimensionen, wie sie hier in Betracht kommen, frei von totem 
Gang herzustellen. 
Das Ein- und Ausrücken der Schraube geschieht durch einen radialen 
Druck auf die randerierte Scheibe nach dem Kreisbogenzentrum hin oder von 
ihm weg. Eine gehärtete Stahlfeder hält die Schraube in beiden Lagen fest. 
Das Fernrohr ist durch zwei Böcke mit dem Limbus, parallel der Ver- 
bindungslinie Nullstrich der Teilung und Drehungsmittelpunkt der Alhidade, fest 
verbunden, Die Optik ist erstklassige Fernrohroptik. Die Linsen sind aus 
Jenaer Glas geschliffen, das sich durch seine Reinheit und Farblosigkeit vor 
allen anderen Glassorten besonders auszeichnet. Das Objektiv hat eine freie 
Öffnung von 20 mm und eine Brennweite von 125 mm. Die Vergrößerung des 
Fernrohrs ist nur gering, etwa 1'/,fach, um die Helligkeit des Bildes möglichst 
wenig zu beeinträchtigen, 
Vor dem Objektiv befinden sich zwei planparallele Blendgläser aus neutralem 
Jenaer Glase, ein dunkles und ein helles, die bei Sonnen- oder Mondhöhen- 
messungen je nach Bedarf entweder einzeln oder gemeinsam vor das Objektiv 
geschlagen werden können, 
Der Brennpunkt des Objektivs liegt etwas links von der an der unteren 
Seite des Fernrohrs befindlichen Hülse, deren Bedeutung wir später sehen werden, 
Das im Brennpunkt befindliche Fadennetz zum Einstellen der Gestirne 
besteht aus je zwei starken vertikalen und horizontalen Fäden, deren gegen- 
seitige Entfernung so bemessen ist, daß in das durch sie gebildete Quadrat das 
vom Objektiv entworfene Sonnen- bzw. auch das Mondbildchen gerade hineinpaßt. 
Außer diesem Fadensystem sind noch je ein vertikaler und ein horizontaler feiner 
Faden aufgespannt, deren Schnittpunkt in der Mitte des Quadrats liegt. Diese Fäden 
dienen zum Einstellen von Planeten und Fixsternen. Die Nebenfigur erläutert 
die Anordnung der Fäden zur Genüge, 
Zwischen der oben erwähnten Hülse und dem Okular ist auf der unteren 
Seite des Fernrohrs ein Ausschnitt gemacht. Links vom Ausschnitt, nach dem 
Objektivende hin zwischen Okular und Fadennetz, ist in das Fernrohr ein in 
der Mitte durchbohrter, nach dem Okular hin unter einem Winkel von 60° ge- 
neigter Spiegel befestigt, der die Aufgabe hat, das Bild der Libellenblase ins 
Okular zu reflektieren, während durch seine Durchbohrung das Bild des Sternes 
und das Fadennetz gleichzeitig sichtbar werden. 
Die Entfernung des Fadennetzes vom Okular muß gleich der Strecke 
Libelle— Spiegel—Okular sein, um sowohl die Libelle als auch das Fadennetz 
scharf zu sehen, 
Um beim Beobachten namentlich auf schwankendem Schiff durch Anstoßen 
an das Okular seine Kinstellung nicht zu verändern, wird es mit Hilfe eines 
Schneckenganges durch Drehung in das Fernrohr hineingeschoben oder aus ihm 
herausgezogen, 
Die Länge des Fernrohrs beträgt ungefähr 21 cm. 
Die Beleuchtungseinrichtung, Die bereits mehrfach genannte Hülse am 
unteren Teil des Fernrohrs dient zur Aufnahme der elektrischen Beleuchtungs- 
lampe, die durch einen Bajonetteverschluß festgehalten wird. Ein kleines Fenster 
an der rechten Seite läßt Licht auf die Libelle fallen, während die nach oben 
gehenden Lichtstrahlen zur Beleuchtung der Fäden dienen. Es wird also hier 
mit hellen Fäden auf dunklem Grunde beobachtet. 
Die Lampe ist in ihrer Hülse um etwa 90° drehbar, damit der Kohlen- 
faden nötigenfalls senkrecht zur Libellenachse gestellt werden kann, um die 
Leuchtkraft der Lampe für die Libelle voll auszunutzen.
	        
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