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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1912. 
Magdalena-Bucht, 
Quellen: Fragebogen Nr, 5577 des Kapt. P. Vollrath, Yacht »Senta‘, vom Juli 1911; »Ann, d. 
Hydr. usw.-, 1898; englisches Shb. »Arctie Pilot. Vol. IL«, 1911. D. Adm-Krt. Nr. 155. Barents- 
See, Brit. Adm-Krt. Nr. 2751. Spitsbergen; Nr, 3203, Magdalena Bay to Red Bay. Karte Nr. IX 
des Fürsten Albert von Monaco, Cöte Quest du Spitsberg de Ja partie Nord du Foreland A la Baie 
Magdalena, 
Die Magdalena-Bucht liegt etwa 30 Sm nördlich vom Kap Mitra, Sie ist 
eine bequeme tiefe Bucht von etwa 6 Sm Länge in OSO-Richtung und 3 Sm 
Breite an der Einfahrt. In ihrem inneren Ende liegt eine kleine Bucht (Eng- 
lish Cove), in der Schiffe sicher liegen können, wenn sie eisfrei ist. Die geo- 
graphische Lage der Bird-Insel, die etwa in der Mitte der Bucht liegt, ist nach 
der Karte 79° 35’ 0” N-Br. und 11° 13’ 0” O-L. Die Mißweisung für das Jahr 
1912 beträgt annähernd 12,8° W, die jährliche Abnahme ungefähr 10 
Allgemeines, Die Magdalena-Bucht ist wahrscheinlich die Bucht, in der 
Barents am 25, Juni 1596 ankerte; er gab ihr den Namen »Teeth-Bucht«. 
Etwas später, im Jahre 1614, suchte sie auch Fotherby auf und nannte den 
innersten Teil der Bucht, die damals den Namen »Maudlen-Sund« führte, »Trinity- 
Hafen«. In der Bucht liegen 4 Gletscher, die ihr ein auffälliges Aussehen ver- 
leihen. Zwei von ihnen, der Adams- und Gully-Gletscher, liegen auf dem Lande 
an der Südseite der Bucht und reichen bis ans Meer hinab. Der dritte, infolge seiner 
eigentümlichen Form »Hanging-Gletscher« genannt, liegt südlich vom Begräbnis- 
platz (Burial Ground) 60 m über dem Meere am Abhange eines Berges. Er ist, 
obwohl der kleinste, der bemerkenswerteste der vier Gletscher. Seine Lage er- 
scheint so, als ob es nur eines kleinen Anstoßes bedürfe, um ihn vom Berge 
loszulösen und in das Meer hinabzustürzen. Es kommt in der Tat auch öfter 
vor, daß sich große Stücke von seiner Vorderseite loslösen, mit großem Ungestüm 
auf den Strand stürzen und eine große Gefahr für etwa in der Nähe befindliche 
Boote bilden. Der vierte, der Waggonway-Gletscher, ist der größte, Er erstreckt 
sich von 2 bis 3 Sm landeinwärts nach dem Meere zu und schließt die Bucht 
nach Osten hin ab. Seine Vorderseite ist eine senkrechte Fläche von 90 m Höhe 
und mehreren 100 m Breite. Zahlreiche große Risse auf seiner Oberfläche haben 
ihm wegen ihrer Ähnlichkeit mit Wagenfurchen den Namen Waggonway-Gletscher 
eingebracht. Im Sommer kalbt der Gletscher beständig, Es hängen dann ge- 
wöhnlich mehrere Stücke so lose an ihm, daß sie eine geringe Lufterschütterung, 
z. B. ein Schuß, zum Fallen bringt. XNordöstlich vom Begräbnisplatz auf dem 
Festland an der Nordseite der innersten Bucht liegt der pyramidenförmige Berg 
Rotges (Little Aulk), der seinen Namen nach den unzähligen kleinen Vögeln 
gleichen Namens führt, die sich an seinem Fuße aufhalten und seine Umgebung 
allen andern Plätzen im Hafen vorzuziehen scheinen, Beechey hat den Berg 
bis zu einer Höhe von etwa 610 m bestiegen; die Karte gibt seine Höhe mit 802 m 
an. Der Ankerplatz ist von zerklüfteten Bergen umgeben, die steil zu etwa 915 m 
Höhe ansteigen. Zwischen ihnen sind tiefe Täler und Schluchten, die teils mit 
Schnee, teils mit Gletschern angefüllt sind, die von dem Gebirgskamme bis zum 
Meere hinabreichen. Die Wassertiefen in der Bucht sind sehr unregelmäßig. 
Zum größten Teil findet man 27 bis 73 m; im inneren Teil der Bucht sind je- 
loch auch 90 m und mehr, während man bei der Einfahrt 1 Sm nördlich von 
Whales Back, einer kleinen Klippe vor der südlichen Einfahrtshuk, nur 20 m findet. 
Landmarken. Die sieben Eisberge sind die Ausläufer von sieben Gletschern, 
die sich nördlich vom Kap Mitra an der ganzen Küste vom Innern des Landes 
her fast parallel zu einander bis zum Meere erstrecken, Die Gletscher sind alle 
gleich groß und von demselben Aussehen; sie sind etwa 1 Sm breit und 60 m 
hoch. Getrennt werden sie voneinander durch Höhenrücken aus kristallinischem 
Schiefer, die alle sehr spitze Gipfel haben. Scoresby berichtet darüber: Jeder 
Gletscher füllt ein nach See zu offenes Tal aus, das an den Seiten von etwa 
500 m hohen Bergen eingeschlossen und landeinwärts von einer 900 bis 1050 m 
hohen Gebirgskette abgeschlossen wird, die sich parallel zur Küste in nördlicher 
Richtung erstreckt. Zum Aufsuchen des Ankerplatzes dienen die unter »Al- 
gyemeines« angegebenen Gletscher als Landmarken.
	        
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