384 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1912.
lang und 2'/, bis 7'/, Sm breit. Für die ersten 5 Sm, vom südlichen Ende an
gerechnet, besteht das Land auf der östlichen Hälfte des Vorlandes aus einer
Hügelgruppe, die den Namen »Roß-Höhen« führt und im Sattel-Berg 393 m Höhe
erreicht. An der Westseite dieses Teiles des Vorlandes ist das Land höckerig,
aber niedriger. Für die nächsten 9 Sm nach Norden zu sieht man eine 2'/, bis
51/, Sm breite felsige Ebene, die den Namen »Foreland Laichs« führt. Nachher
wird das Land wieder höher und eine ununterbrochene Reihe von Bergen zieht
sich unter dem Namen »Northern Grampians« hinauf bis zur Vogel-Huk, der
nördlichsten Huk des Vorlandes. Der mittlere Teil dieses Höhenrückens liegt
zwischen 78° 34’ und 78° 39’ N-Br. und steigt über 915 m Höhe an; der Berg
Jessie erreicht 992 m, der Berg Monaco 1065 m Höhe. Diese beiden Berge bilden
den Haupt-Gebirgszug des Vorlandes; sie steigen steil an. Im übrigen wird der
Höhenrücken, dessen Abhänge an der Westseite steiler sind als an der Ostseite,
hier und dort von rauhen Schluchten in O—W-Richtung durchbrochen. Etwa
im mittleren Teil des Vorlandes sind verschiedene Gletscher. Es ist aber selten
(wie schon weiter vorne erwähnt ist), daß die Berge des Vorlandes ganz frei von
einem dichten Wolkendache sind, das oft bis auf 30 m Höhe und nicht selten
bis zur Meeresoberfläche herabreicht. Die Vogel-Huk am Nordende des Vor-
landes ist abschüssig, auch fällt das Land hier. nach Westen sehr steil ab,
während nach Osten hin sich lange Geröllflächen in geringer Höhe über dem
Meeresspiegel erstrecken. Die Qvad-Huk, die südliche Einfahrtshuk zur Königs-
Bucht, ist eine niedrige Landspitze, Kap Mitra dagegen, die Nordwesthuk der
Kreuzbucht, wurde von Scoresby nach einer alleinliegenden 389 m hohen Felsen-
spitze (la Mitre) benannt, die in ihrer Mitte gespalten ist und dadurch die
Gestalt einer Bischofsmütze hat. Kap Guissez, die Südosthuk der Kreuz-Bucht,
ist nach einer von Oblt. z. S. v. Bartenwerffer eingeschickten Photographie eine
Erhebung mit allmählich abfallenden Abhängen. Im Innern der Königs-Bucht
erheben sich vom Königsgletscher drei Gipfel, die »Drei Kronen«, Sie haben
Ähnlichkeit mit der zweiten Pyramide von Gise bei Kairo, deren oberster Teil
noch die ursprüngliche Form hat. Ebenso wie die Pyramide haben auch die
drei Kronen ruinenhaftes Aussehen, sie sind aber auffallend symmetrisch und
mehr eigentümlich als schön, Die auf dem Plan des Zeppelin-Hafens angegebenen
drei Inseln heben sich erst in nächster Nähe der Küste vom Hinterlande ab,
An- und Einsteuerung. Vom Süden kommende Schiffe müssen in wenigstens
4 bis 5 Sm Abstand von der Westküste des Prinz Karl-Vorlandes bleiben, da
diese Küste an verschiedenen Stellen mit Untiefen besäumt ist, die sich gelegentlich
durch Brandung kennzeichnen, Auf etwa 78° 25’ N-Br. und 10° 36’ O-Leg. liegt
die gefährliche Habicht-Klippe 5.9 m unter Wasser; auf ihr steht bei schlechtem
Wetter Brandung. Kommt man vom Eis-Fjord, so ist auch der unreine Grund
zu meiden, der sich von der Sattel-Huk am Südende des Prinz Karl-Vorlandes
2 Sm weit in südlicher Richtung erstreckt. Die Vogel-Huk am Nordende des
Prinz Karl-Vorlandes und die Qvad-Huk an der Südseite der Königs-Bucht um-
fahre man in angemessenem Abstand und suche sich dann mit Hilfe des Lotes
einen Ankerplatz im Zeppelin-Hafen.
Kapt. Vollrath schreibt: »Nachdem ich am 283, Juli wegen zu dichten
Eises vor dem Eis-Fjord im Sicherheits-Hafen Zuflucht gesucht hatte, verließ
ich am 24, Juli vormittags diesen Hafen. Das vor dem Eis-Fjord stehende
Treibeis war dünner geworden, und es gelang mir, in etwa 4 Sm Abstand von
der Black-Huk einen Weg durch das Eis zu finden. Zeitweise lag über dem
Eisrande dichter Nebel. Auf 78° 11’ N-Br. und 11° 12’ O-Lg. wurden die Eis-
massen handlicher und von 78° 36’ N-Br. und 10° 11’ O-Lg. an waren nur noch
vereinzelte Eisschollen zu sehen, Den Zeppelin-Hafen steuerte ich von der
Lilliehöök-Bucht aus an. Ich rundete Kap Guissez, die Südosthuk der Kreuz-
Bucht, in 11/, Sm Abstand und hielt dann auf den Kohlenhafen ab. Die Mainz-
Huk an der Westseite der Einfahrt zum Zeppelin-Hafen passierte ich in !/, Sm
Abstand und lotete dann vorsichtig den Ankerplatz an.«
Der Vorland-Sund, der zwischen dem Prinz Karl-Vorland und der Küste
von West-Spitzbergen nach Norden führt, ist für größere Schiffe nicht geeignet.