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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

F orch, C.: Die Fällung feiner Tontrübungen in Salzlösungen. 
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gedampfte überstehende Flüssigkeit. Es waren also von insgesamt 66 mgr 
suspendierten Tones nach 22 Stunden 24.3%, und nach 66 Stunden 6,8 9% noch 
nicht ausgefällt, Berechnet man aus diesen beiden Zahlen die Fällungsgeschwin- 
digkeit, so ist sie 10.1 bzw. 11.6 mal größer als die des reinen Wassers. Beide 
Werte stimmen recht befriedigend miteinander überein. 
NaNOs;. Durch 0.0263°%, waren in 25 cm* nach 15 Stunden 43 mgr aus- 
gefällt und 6.2 mgr schwebten noch; es waren also ungefähr 14%, noch schwebend. 
Die Fällungsgeschwindigkeit ist hier etwa 25 mal größer als die des reinen Wassers. 
Na, SO,. Bei 0.098°%, Salz waren von 25 cm® Schlämmung nach einer 
Stunde 38 mgr im Bodensatz und 5 mgr in der überstehenden Flüssigkeit, also 
noch etwa 12%, ungefällt. Diese Salzlösung fällt also etwa 360mal rascher als 
reines Wasser. 
Wie die graphische Darstellung zeigt, nimmt bei wachsender Konzentration 
die Fällungsgeschwindigkeit zunächst sehr rasch zu, späterhin, wenn sie sehr 
groß geworden ist, nur noch sehr langsam. Die Kurven sind einander ähnlich; 
man wird also nicht fehl gehen, wenn man annimmt, daß in ihren Scheiteln, in 
denen die Tangenten ungefähr gleich geneigt gegen die Abszissenachse sind, ver- 
gleichbare Zustände herrschen. Als kritische Fällungszeit mag hier die Zeit 
bezeichnet sein, in der die Flockenbildung bei einer dem Scheitel der Kurve 
entsprechenden Konzentration ps eintritt. Außerdem sind in Tabelle III noch die 
den Prozentgehalten ps; entsprechenden Gehalte m; in Gramm-Äquivalenten A be- 
zogen auf einen Liter Lösung bei 18° beigefügt. Bei KH CO, wurde entsprechend 
dem elektrolytischen Verhalten dieses saueren Salzes ’statt Gramm-AÄAquivalent 
Gramm-Molekel eingeführt. Es ergibt sich nun, daß die Ordnung ungefähr 
umgekehrt dem elektrolytischen Äquivalent-Leitvermögen A verläuft, Dieses ist, 
und zwar geltend für die Konzentration ms, unter Am verzeichnet.!) Die sich 
hieraus ergebenden Leitvermögen für die Konzentrationen m, finden sich unter Am. 
Man sieht aus der letzten Spalte nun, daß die Leitvermögen bei der der kritischen 
Fällungszeit entsprechenden Konzentration für die einwertigen Salze NH, Cl, KCJ, 
NaCl und Na NO, sowie für das elektrolytisch diesen nahestehende saure Salz 
KHCO, nur in den engen Grenzen von 42,5 bis 51.4 schwanken und daß die 
Reihenfolge der kritischen Zeiten umgekehrt den Leitvermögen Am verläuft. 
Auch das zweiwertige Salz Na, SO, liegt mit An = 63 nicht allzu weit außerhalb. 
Die durch diese Salze bewirkte Flockenbildung des Tones scheint also in naher 
Beziehung zum elektrolytischen Verhalten und damit zur Dissoziation zu stehen, 
Tabelle III. 
NH, CI 
KC 
Na Cl 
KH CO, 
NaNOs © 
/, Nas SO, 
58,5 
74.6 
53.5 
100.2 
85.1 
“1.1 
Ds 
0.020% 
0.025 
0.028. - 
0.043 
0.043 
0.045 | 
Ms 
tz 
0.0034 17/ min 
0.0034 41) 
0.0048 7. 
0.0043 20 
0.0052 214 
0.0063 1 271% 
Am 
125.2 
125.6 
104,8 
(117) 
98,9 
100 
Am 
42,5 
42.7 
50.4 
(50) 
51.4 
63 
Bodländer?) hat bereits einen Zusammenhang zwischen der Klärfähigkeit 
und dem elektrolytischen Leitvermögen festgestellt... Daß ein solcher tatsächlich 
1) Es ist hier 4 = A4-m und 4 = - worin x das auf Ohm als Einheit bezogene elektrische 
Leitvermögen ist und = m/1000; die Werte hirrfür sind entnommen: Kohlrausch und Holborn, 
Das Leitvermögen der Elektrolyte, Leipzig 1898, Seite 145ff. Da für KH CO, mir andere Beob- 
achtungen als die für m == 1.066 und 0.516 nicht bekannt sind, wurde aus diesen und den bekannten 
Zahlen für K, CO, der Wert A = 117 extrapoliert; auf einige Prozente ‘ist er sicher richtig und 
diese Genauigkeit. genügt hier, ”* 
21 a. a. O0. Seite 164.
	        
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