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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Hamburg 
369 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1912, 
Tabelle II: Windstärke. 
- 
tatıon 
| 
„I xololsol « lswiw rw 
25 | 26 | 30 | 2.7 | 29 | 38 | 35 | 82 
Für den Elbewinkel kommen in erster Linie die S-, SW-, W-, NW- und 
N-Winde in Betracht, Die westlichen Winde, in der Richtung der Gezeitenströme 
streichend, wirken beschleunigend auf den Flutstrom, hemmend und nach Norden 
ablenkend auf den Ebbestrom, SW +8, hier wegen der auflandigen Richtung 
und als Seewinde auf der letzten Strecke wirksamer als an der Südküste, sind 
ihren Gegnern, den NW + N-Winden, um 54 bzw. 1 überlegen, Infolgedessen muß 
der Sandtransport seitens der Winde in nördlicher Richtung sich voll- 
ziehen. — 
Über den Grad der Ablenkungen, welche die verschiedenen Winde nach 
Richtung und Stärke bei den Gezeitenströmen hervorrufen, belehrt folgende Ta- 
belle, die auf Grund von Beobachtungen, die auf dem wegen seiner exponierten 
Lage für diesen Zweck besonders geeigneten Elbe-Feuerschiff II gemacht wurden 
und im Mittel wiedergegeben sind, aufgestellt wurde. !) 
(iruppe 
J1 
881 
IV 
vV 
1 
Vi 
VyI1e 
[X 
Windrichtungen 
Beobachtungen, welche bei Windstille und 
Wind unter Stärke 3 stattfinden . . 
Beobachtungen bei WNW bis NNW ; 
NzZW NNO . ; 
NOzN » NOzO ; 
ONO >» 0zS . 
0SO0 >» SSO . 
Szo >» SSW . 
SWzS » SWZW 
WSW WzZN . 
Flutstrom 
Richtung a 
S01/,0 
801,0 
SOzS 
3803/,0 
8070 
80340 
302010 
3020540 
302050 
1,53 
1.35 
1.40 
1.49 
144 
1.37 
L.60 
1.44 
1.59 
Ebbestrom 
Richtung ee 
NW 
NWIZN 
NWILW 
NW8LW 
NWSAW 
NWILW 
NWIAW 
NWzZW 
NNWZAW 
2,06 
1.83 
2.17 
2.44 
2.25 
2.26 
1.77 
1.60 
1.55 
Die Beobachtungen sind je nach Windrichtung und Stärke in neun Gruppen 
eingeteilt. Als Grundlage, von der ausgegangen wird, dient die mittlere Richtung 
des Flut- und Ebbestroms; sie beträgt 
für den Flutstrom . . . . SO1/,0, 
» » Ebbestrom. . . . NWI!LN. 
Die Angaben für Flut- und Ebbestrom sind die Mittel aus sämtlichen, zu 
je einer Gezeitenströmung jeder Gruppe gehörenden Beobachtungen. Wenn wir 
uns hier auch genauer mathematischer Erörterungen enthalten müssen, so dürfte 
doch schon bei oberflächlicher Betrachtung soviel aus den Tabellen hervorgehen, 
daß konträre Winde im allgemeinen hemmend, solche von gleicher Richtung 
fördernd auf die Geschwindigkeit, seitliche ablenkend auf die Richtung einwirken. 
So fällt besonders die Ablenkung der Gezeitenströme durch die überwiegenden 
S +SW-Winde nach Norden ins Auge, Freilich tritt die Einwirkung der Winde 
auf die Geschwindigkeiten nicht so klar zutage: so müßte der Flutstrom bei II, 
VIII, IX, der Ebbestrom bei I, VI, VII größere Geschwindigkeit, der Ebbestrom 
bei III, IV geringere Geschwindigkeit zeigen, Abnormitäten, die sich wohl durch 
die Einwirkung verschiedener Faktoren, .die so mancherlei verwickelte Kompli- 
kationen herbeiführen, erklären lassen. Diese Faktoren sind: Konfiguration des 
Grundes (vor allem die Einwirkung der vorgelagerten Bänke), der "Tidenhub, 
der Wasserstand des Flusses, der Wasserstau und der Umstand, ob die Winde 
sich ungestört entwickeln können oder durch Landmassen gehindert werden, 
\ Segelhandbuch 1906, I, 3, S. 148. 149.
	        
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