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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1912, 
Waren also auch 36.5 mgr innerhalb 114 Stunden ausgefallen, sö waren 
immer noch 47%, der gesamten Trockenmasse schwebend. Da noch nicht ein 
ganzer cm geklärt war, so mag man schätzungsweise annehmen, daß für einen 
Ton von der Korngröße des noch schwebenden Anteiles etwa das 50fache der 
Versuchszeit nötig gewesen wäre, um ihn in destilliertem Wasser um etwa !/, m 
absinken zu lassen; es würde also etwa eines Jahres bedurft haben, ehe diese 
feinen Tonkörnchen in destilliertem Wasser einen Weg von einem Meter zurück- 
gelegt hätten. Von der Verteilung in der Röhre gibt Fig. 1 ein anschauliches 
Bild, Die Ordinaten entsprechen der Lage der Schichten, die Oberfläche als 
Ausgangspunkt der Zählung betrachtet, und die Abszissen den Gehalten an Ton 
bezogen auf den ecm®, 
Die Versuche mit den Salzlösungen erfolgten in der Weise, daß in Reagenz- 
zläser von etwa 30 bis 35 cm* Raum zunächst mittels einer Pipette je 25 cm? der 
Schlämmung gefüllt wurden. Dann wurde aus einer in */,„ cm? geteilten Hahn- 
bürette die erforderliche Zahl von Tropfen der Salzlösung (3 bis 30 Tropfen) zu- 
gefügt. Jeder Tropfen entsprach !/„„ cm? der in der Bürette vorhandenen Lösung. 
Alsdann wurden die Reagenzgläser gründlich geschüttelt. Das Ende des Schüttelns 
zilt als Anfangspunkt für die Messung der Zeit, nach deren Verlauf die Flockung 
beginnt. Nur dann, wenn die Flockung sehr rasch eintritt, kommt die Zeit vom 
Einfüllen der Tropfen bis zum Ende des Schüttelns störend in Betracht. Da aber 
selbst dann, wenn bereits mehrere Male der Ton flockig niedergefallen und die 
Salzlösung stundenlang mit dem Ton ständig in Berührung geblieben war, bei 
erneutem Schütteln zwischen diesem und dem Beginn des Ausflockens annähernd 
die gleiche Zeit lag, so darf man wohl annehmen, daß der Beginn jener Vor- 
zänge, als deren Abschluß der Beginn der Flockenbildung anzusehen ist, mit dem 
Ende des Schüttelns zusammenfällt. 
Die Flockenbildung ist manchmal ziemlich schwer zu beobachten. Es hat 
sich ergeben, daß durchfallendes Licht — Tageslicht oder auch eine etwa 1!/, m 
abstehende. 16 kerzige Glühlampe — meistens den Beginn der Flockenbildung hin- 
reichend scharf zu beobachten gestatten. Es ist klar, daß es sich hier nicht um 
absolute Werte handeln kann, sondern nur um relative. Bei anderer Beleuchtung 
and unter Benutzung von optischen Hilfsmitteln an Stelle des bloßen (im Frage- 
fall mäßig kurzsichtigen, aber ziemlich scharfen) Auges, würde man andere 
Zeiten gefunden haben. Da aber vergleichende Versuche gemacht wurden, so 
bieten die beobachteten Zahlen, weil stets die gleichen Beobachtungsbedingungen 
innegehalten wurden, trotzdem ein Bild der tatsächlich auftretenden Verhältnisse. 
Dauert es länger als eine Stunde, bis die ersten Flocken auftreten, so ist der 
Zeitpunkt nicht mehr scharf festzulegen. Man kann dann nur sagen, wann noch 
bestimmt Flocken fehlten und wann sie bestimmt da waren. Im allgemeinen 
werden die Flocken um so feiner, je verdünnter die Salzlösungen werden. Dauert 
es viele Stunden, bis die Bildung eines merklichen Niederschlages einsetzt, so 
sind mit bloßem Auge meistens merkliche Flocken nicht mehr nachweisbar, Doch 
ist dies hier deshalb nicht von Belang, weil der für die weiteren Schlußfolgerungen 
wichtige kritische Punkt in der Fällungskurve (siehe unten) weit entfernt liegt 
von den äußersten Verdünnungen, mithin durch diese nicht scharf zu beob- 
achtenden Zeiten nicht beeinflußt wird, 
Es ist früher die Vermutung ausgesprochen worden, daß die Erhöhung 
der Sinkgeschwindigkeit feiner Trübungen in Salzlösungen darauf zurückzuführen 
sei, daß auf den feinen Teilen der Trübungen sich Salzmolekel niederschlagen, 
diese also gleichsam beschwerten, und zwar ohne chemische Verbindungen mit 
diesen einzugehen.!) Schon die Diffusion macht es unwahrscheinlich, daß so 
etwas möglich sein könnte, Gleichwohl erscheint es erforderlich nachzuforschen, 
ob sich durch einfache Versuche — ohne die umständlicheren Mittel chemischer 
Analyse — diese Frage beantworten läßt. Zunächst ist hier die Tatsache 
beachtenswert, daß eine durch Salzzusatz zum Ausflocken gebrachte Tonschlämmung, 
'ı J. Thoulet, Ann. des mines, 8 sr., t. 19, 1891, S, 27, und Comptes rendus Acad. dl, Se. 
“ 99. S. 1072. u. t. 100. S. 1002.
	        
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