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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1912.
Tabelle 1.
Die Mitteltemperaturen der Wintermonate und deren Abweichungen von den langjährigen Mittelwerten,
Monate
Borkum
a |b| ce ı d
1102 | A 10/11] A
X "tum
&
1. & | d
un) A 1047
©
ZA
Rügenwaldermündie
a bb: e| de
un A 10! A
Memel
a ' b © | d | e
1/2 A 10 A
November | 6.25.24+1.0 —1.3—2,3 6.147 +14 —1.4—26& 5.0 3.6-+14' —0.8 —2." 5.0. 7 —1.5—8.
Dezember | 4.42.4-42.0 +2.1-H0.1[ 3.8 1.8-12.0 41.7 —0.31 18. 03415 +19 +0. —0.4'—1.1 10.7 2.611
Januar | —0.50.6'—1.1 1.6 +2,71 —1.6 0.1 —1.7 +2,3' 44.0) —5.0 —1.8 —3,2' 43.0 46.2 --7.6 —3.2 —4.4 3.2 7“
Februar | 1.7'1.6'-4-0.1: Ta El —0.80.4—1.2 412.4 3 —1.4—0.8 —0.6 10-416 —3,7 — a4 —1.3. —1.0 +0.
März 6.5.3.2, 42.3 +0.7—1.6| 4.81.843.0. +0.2—2,8| 3.9. 0.9430 —50-7-5.0 2.6-—06-43.2 +03 —2.4
a = Mittel des letzten Winters (11/12), b = langjährige Mittel. c = Abweichungen der letztjährigen von den lang
jährigen Mitteln (A). d = Abweichungen der vorjährigen von den langjährigen Mitteln (10/11). e = Abweichungen deı
vorjährigen von den letztjährigen Mitteln (A).
Diese Tabelle gestattet einen mühelosen und lehrreichen Vergleich der
beiden letzten in ihren Temperatur- und Eisverhältnissen so außerordentlich ver-
schiedenen Winter.
Es zeigt sich zunächst, daß die Monate November, Dezember und März
des letzten Winters ziemlich mild, die Monate Januar und Februar jedoch, und
zwar besonders im östlichen Küstengebiet sehr kalt waren. Hierin ragt wiederum
der Januar hervor, der an der Nordseeküste um 1.1 bis 1.7 Grad, an der Ostsee-
küste um 3.2 bis 4.4 Grad zu kalt war!
2. Die Frostperioden. Die graphische Darstellung auf Tafel 14 1äßt die
einzelnen Frostperioden des letzten Winters klar erkennen. Die eingetragenen
Werte stellen die fünftägigen Temperaturmittel für die Stationen Borkum, Keitum,
Rügenwaldermünde und Memel dar. Aus den Kurven ergibt sich zunächst, daß
nur verhältnismäßig kurze Zeit dauernder, aber sehr strenger Frost herrschte,
und zwar mit einer kurze Zeit dauernden Abschwächung zu Anfang der dritten
Dekade des Januar von der zweiten Dekade dieses Monats an bis zur ersten
Dekade des Februar einschließlich, im Osten bis zur zweiten und Mitte der
dritten Dekade des Februar, Der Östen weist auch noch eine weniger hervor-
tretende Frostperiode vom Ende des November bis einschließlich zur ersten
Dekade des Dezember auf,
Die einzelnen Pentadenmittel ergeben zeitweise außerordentliche tiefe
Werte, und zwar auch an der Nordseeküste, Hier stellte sich das Mittel vom
16. bis 20. Januar auf —6.3°, dasjenige vom 31. Januar bis 4. Februar auf —5,7°,
während Rügenwaldermünde und Memel in der Zeit vom 11. bis 20. Januar
Temperatur-Pentadenmittel von 10 bis 13° unter Null aufweisen.
8. Die absoluten Temperaturminima. Von der Strenge des Frostes geben
auch noch die absoluten Temperaturminima der Monate Januar und Februar
einen deutlicheren Begriff und verdienen noch angeführt zu werden, weil sie in
den Mittelbildungen naturgemäß nicht zum Ausdruck kommen. In Keitum betrug
die tiefste Temperatur, die am 13, Januar gemessen wurde, 8.6° unter Null, am
6. Februar gar 16.4°; in Rügenwaldermünde erreichte das Thermometer am
10. Januar —18.6°%, am 3, Februar —19,9° Celsius,
4. Der vorjährige Winter im Vergleich zum letzten. Da die im folgenden
Abschnitt beschriebenen Eisverhältnisse des letzten Winters fast in einem gegen-
sätzlichen Verhältnis zu denen des Vorwinters stehen, so erscheint es angebracht,
auch die Temperaturverhältnisse des letzten Winters einander gegenüberzustellen,
Dies ist in den Spalten d und e geschehen, aus denen man entnehmen kann, daß
beispielsweise in Memel das Monatsmittel des Januar 1911 um 7.6° höher war als
dasjenige vom Jahre 1912, und in Keitum sich der vorjährige Februar um 4.0°
wärmer stellte als der diesjährige.
Da bei der Bildung und Auflösung des Eises die Lufttemperaturen er-
fahrungsgemäß die Hauptrolle spielen — wie die Beobachtung der Eisverhältnisse