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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Die Eisverhältnisse an den deutschen Küsten im Winter 1911 2. 
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Die Eisverhältnisse an den deutschen Küsten im Winter 1911/12. 
Im dienstlichen Auftrage bearbeitet von Dr. 0, Steffens. 
(Hierzu Tafel 14.) 
Die vorliegende Beschreibung der Eisverhältnisse an den deutschen Küsten 
während des letzten Winters beruht auf den Beobachtungen an 35 Beobachtungs- 
stationen der Ostsee- und 27 der Nordseeküste. Die Übermittelung ihrer Fest- 
stellungen der Eisbesetzung an die Deutsche Seewarte geschah in doppelter Form, 
einmal in Gestalt telegraphischer Meldungen an den Wochentagen, die von den 
kaiserlichen Küstenbezirksämtern Kiel und Wilhelmshaven in Form von Sammel- 
telegrammen übersandt und noch am gleichen Tage als Beilage zu den täglichen 
Wetterkarten veröffentlicht wurden; außerdem übersandte jeder Beobachter zu 
Beginn eines neuen Monats eine handschriftliche Zusammenstellung seiner tele- 
graphischen Meldungen, die noch durch die sonntäglichen Beobachtungen: sowie 
durch gelegentliche Ermittelungen der Dicke des Eises, der Wirkung von Ebbe 
und Flut usw., ergänzt wurden. 
Die. Bearbeitung dieses Materials seitens der Deutschen Seewarte erfolgte 
zunächst in der Weise, daß »Monatsübersichten« in tabellarischer Form her- 
gestellt und als Beilagen zu den täglichen Wetterkarten veröffentlicht wurden; 
aus ihnen konnte man mühelos die Dauer und Stärke der Eisbesetzung an den 
verschiedenen Stellen der Küsten erkennen. Eine allgemeine tabellarische UÜber- 
sicht über die Eisverhältnisse des ganzen Winters, die ebenfalls als Beilage zu 
den Wetterkarten erschien, ergab ein Bild der Gesamtdauer der Eisbesetzung 
sowie ihrer Stärke und gestattete eine bequeme Vergleichung der verschiedenen 
Beobachtungsstellen. 
A. Allgemeines, 
Auch im letzten Winter traten wieder gewisse charakteristische Züge in 
der Eisbesetzung der verschiedenen Teile der Nordsee, der westlichen und öst- 
lichen Ostsee, der Flußmündungen, der Haffe und Watten, wo die Schiffahrt ver- 
hältnismäßig häufig und stark behindert war, und andererseits der am offenen 
Meere gelegenen Küstenstrecken hervor, wo wenig oder gar keine Behinderung 
einzutreten pflegt. Dieses typische Verhalten, das sich unschwer physikalisch 
erklären läßt, ließ im Vorjahre eine zusammenfassende Bearbeitung der bis dahin 
vorliegenden achtjährigen Beobachtungen (von 1903/04 bis 1910/11) wünschens- 
wert erscheinen, um durch die Feststellung der mittleren jährlichen Eisbesetzung 
der verschiedenen Stellen der Küsten von den Zufälligkeiten mehr frei zu werden 
und bis zu einem gewissen Grade ein Bild der normalen Eisverhältnisse der 
Häfen, der Haffe, der Watten und der frei an der See gelegenen Orte zu ge- 
winnen, 
Ein Vergleich der Beobachtungen während des letzten Winters mit diesen 
angenäherten Normalverhältnissen dürfte um so interessanter sein, als der letzte 
Winter weit strengeren Frost mit sich brachte als irgend einer der vorangehenden 
acht Winter. 
Zuvor aber sollen die Temperaturverhältnisse des letzten Winters selbst 
einer Betrachtung unterzogen werden. 
B. Die Temperaturverhältnisse des Winters 1911/12. 
1. Die Monatsmittel. Einen Überblick über die Temperaturverhältnisse des 
letzten Winters ergibt die folgende kleine Tabelle I, die für Borkum, Keitum, 
Rügenwaldermünde und Memel für die einzelnen Wintermonate in Spalte a die 
Mitteltemperaturen der Monate des letzten Winters, b die langjährigen Mittel, 
ce die durch fetten Druck hervorgehobenen Abweichungen der ersteren von den 
langjährigen Mitteln enthält. In der Vertikalzeile d sind die Abweichungen der 
Temperaturmittel des sehr milden Winters 1910/11 und in Spalte e die Ab- 
weichungen der letzteren von denen des sehr strengen Winters 1911/12 angegeben.
	        
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