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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Wettbewerb-Prüfung von Marine-Chronometern im Winter 1911—1912, 339 
Temperatur « gewählt. — Endlich erhält man den Wert der täglichen Beschleunigung 
(Akzeleration) C des täglichen Ganges, indem man den Unterschied der Gänge 
bildet, die während zweier zur Mitte der Untersuchungszeit symmetrisch gelegener 
Dekaden beobachtet worden sind, und diesen Unterschied durch die Anzahl der 
zwischen der Mitte beider Dekaden liegenden Tage dividiert. Nachdem man in 
dieser Weise die tägliche Beschleunigung aus den beiden äußersten Dekadenpaaren 
der Prüfung berechnet hat, ist der Mittelwert beider Bestimmungen gleich C 
zu setzen. — Innerhalb der einzelnen Klassen werden die Chronometer nach dem 
Wert der Summe A +2 B+C geordnet, wobei die Vorzeichen der Summanden 
nicht zu berücksichtigen sind.« 
Nach Beendigung der Wettbewerb-Prüfung wurden die Chronometer in 
der üblichen Weise einer Besichtigung unterzogen, An dieser Besichtigung nahmen 
dieses Mal außer den in Hamburg bzw. Altona wohnenden Fabrikanten E. Bröcking, 
W. Meier (Chronometerwerke) und E. Sackmann auch mehrere auswärtige 
Fabrikanten teil, nämlich die Herren Kommerzienrat E. Lange-Glashütte i. Sa., 
F. Lidecke-Geestemünde und C. Wiegand-Peine. Besonders eingehend wurde 
auch in diesem Jahre der augenblickliche Zustand des Öles namentlich auf etwaige 
Veränderungen hin untersucht. Hierbei wurden nur bei einigen Instrumenten 
geringe Farbenveränderungen festgestellt. Diese Farbenveränderungen waren 
nach Ansicht der Sachverständigen von derselben Art, wie solche auch unter 
gewöhnlichen Verhältnissen im Laufe der Zeit vorzukommen pflegen, 
Die zum Wettbewerb eingelieferten Instrumente verteilen sich in folgender 
Weise auf die einzelnen Klassen: 
Klasse I II HI IV 
81% 14% 5% - 
Da die Instrumente sämtlich deutschen Ursprungs sind, so ist das gute 
Ergebnis besonders erfreulich. 
Zur Beurteilung des Gesamtergebnisses und zum Vergleich der Leistungen 
im vorliegenden Jahre mit denen in den früheren, wird in der folgenden Zu- 
sammenstellung die prozentische Verteilung der Chronometer auf die einzelnen 
Klassen angegeben. Hierbei wurden die Werte der 11. bis 30. Prüfung zu je 
fünfjährigen Mitteln vereinigt, 
Klasse 
EY Wettbewerb-Prüfung 
z1.— 
26.—7 
35 
3) 
Zu der vorstehenden Zusammenstellung ist zu bemerken, daß bei der Ver- 
teilung der Chronometer auf die einzelnen Klassen überall diejenigen Grundsätze 
der Beurteilung maßgebend waren, welche seit der 22. Wettbewerb-Prüfung ein- 
geführt worden sind. — Die Zahlen der am Schlusse angegebenen Spalte X sind 
aus der Gleichung 
3— 5, + 4 po +3 pa +2 pP, + Ps 
hervorgegangen, wo p; bis ps die vorstehenden Prozentzahlen bezeichnen. Die 
Zahl X stellt demnach in gewisser Hinsicht eine Verhältniszahl für die Gesamt- 
leistung während einer Prüfung dar. Eine gewisse Willkür liegt natürlich wie 
bei jeder Klasseneinteilung in einer solchen Beurteilung. — Der für die diesjährige 
Prüfung erhaltene Betrag X == 476 überragt die bisherigen Beträge um ein Be- 
deutendes, Die Gesamtleistung kann däher dieses Mal als eine besonders gute 
bezeichnet werden. 
1) Der Kürze wegen sind, wie in den früheren Jahren, diejenigen Chronometer als zur Klasse V 
gehörig bezeichnet worden, welche die für die Klasse IV festgesetzten Höchstbeträge der Gütezahlen 
überschritten hahen
	        
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