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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1912,
strumente, deren Gänge den höchsten zulässigen Gangunterschied von 1.00sek
überschritten, mußten von der Teilnahme an der Wettbewerb-Prüfung aus-
geschlossen werden.
Nach Beendigung der Voruntersuchung wurden die Chronometer allmählich
auf 30°C, erwärmt. Sodann wurden die Temperaturen
30° 25° 20° 15° 10° 5° 5° 10° 15° 20° 25° 30°
je 10 Tage lang innegehalten; beim Übergange von einer Dekade zu der folgenden
wurden stets allmähliche Temperaturänderungen vorgenommen, Während der
beiden letzten Dekaden (März 31—April 20) wurde die Temperatur allmählich
von 30°C. bis auf Zimmertemperatur vermindert,
Gleichzeitig mit den Chronometern wurden die Thermochronometer (nicht
kompensierte Chronometer) Eppner Nr. 20 und Tiede Nr. 108 mit den Normal-
ühren der Abteilung IV verglichen. Die mittleren täglichen Gänge dieser Chrono-
meter sind am Fuße der vorstehenden Tabelle angegeben. Unter den Spalten,
welche diese in Sekunden ausgedrückten Werte enthalten, folgen alsdann die aus
den täglichen Ablesungen der meteorologischen Instrumente gebildeten Mittel-
temperaturen sowie die Extreme der während der betreffenden Dekade beob-
achteten mittleren Tagestemperaturen. In der letzten Reihe sind schließlich die
Mittelwerte der an den Koppeschen Hygrometern abgelesenen Zahlenwerte im
Innern des Prüfungsapparates angegeben,
Die Chronometer wurden während der Prüfung wie in früheren Jahren
an jedem zweiten Tage um 10 Uhr vormittags mit den Normaluhren der Ab-
teilung IV der Deutschen Seewarte auf chronographischem Wege verglichen, Zur
Herstellung einer unabhängigen Kontrolle wurde außerdem von einem anderen
Beobachter an jedem Dekadentage eine zweite Vergleichung in unmittelbarem
Anschluß an die erste vorgenommen. Die den Uhrvergleichungen zugrunde
liegenden Zeitbestimmungen wurden in viertägigen Zwischenräumen (im Mittel)
ausgeführt.
Nach Beendigung der Prüfung wurde die Ableitung der für die Güte der
Chronometer maßgebenden Zahlen sowie die Einteilung in Klassen auf Grund der er-
lassenen Bestimmungen (Aufforderung zur Beteiligung an der 35, Wettbewerb-
Prüfung) vorgenommen. Das Ergebnis dieser Rechnungen ist in der nachfolgenden
Tabelle enthalten. Die Bestimmungen selbst, nach denen diese Berechnungen
ausgeführt wurden, lauten:
»Nach beendigter Prüfung werden sämtliche Chronometer, soweit sie sich
überhaupt als brauchbar für die Schiffahrt erweisen, in vier Klassen eingeordnet,
für die die Höchstbeträge der weiter unten erklärten Gütezahlen folgendermaßen
festgesetzt worden sind:
Klasse I H II IV
A+2B+C 2.505°k 5.005ek 6.505°k 10.005°k
B 0,755ek 1.2050k 1.60sek 2,505ek
C 0.010sek 0.015%°k 0.0255ek 0.0505°k
Diese Größen A, B und C werden berechnet aus den mittleren täglichen
Gängen, die während der einzelnen Dekaden beobachtet worden sind, — Zur
Bestimmung der Größe A werden die bei gleichen Temperaturen erhaltenen Gänge
paarweise zu einem Mittelwerte vereinigt; es wird dann der größte Unterschied
dieser Mittelwerte gleich A gesetzt, — Bezeichnet ferner B’ den größten Unter-
schied der täglichen Gänge von zwei aufeinander folgenden Dekaden, z den
Unterschied der Temperatur während dieser beiden Zeitabschnitte und T den
Unterschied der höchsten und niedrigsten während der Prüfung überhaupt vor-
gekommenen mittleren Dekaden-Temperatur, so ist
„%
B=B he A
In dieser Formel sind die algebraischen Vorzeichen von B’ und A zu
berücksichtigen. Bei der Ableitung von A und B’ werden die Vorzeichen in
dem Sinne: »Ganzwert bei höherer Temperatur« minus »Ganzwert bei tieferer