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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Ann. d. Hydr. usw., XXXX. Jahrg. (1912), Heft VII. 
Sa 
F 
35 
Bericht über die fünfunddreißigste, auf der Deutschen Seewarte 
abgehaltene Wettbewerb - Prüfung von Marine - Chronometern 
(Winter 1911—1912). 
(Amtlich.) 
Die 35. Chronometer-Wettbewerb-Prüfung hat, wie in den Vorjahren, in der 
Abteilung IV der Deutschen Seewarte unter der Leitung des Vorstandes derselben, 
Professor Dr. Stechert, stattgefunden, Das Ergebnis der Prüfung wird in dem 
nachstehenden Bericht veröffentlicht. 
Die Beteiligung an der Prüfung hatte etwa den gleichen Umfang wie im 
Vorjahre, Im ganzen waren 84 Chronometer von sieben deutschen Firmen ein- 
geliefert worden. Drei dieser Instrumente schieden in der Vorprüfung, drei 
weitere im Verlauf der Prüfung selbst, teils wegen sprunghafter Gangänderung 
teils wegen Springens der Zugfeder wieder aus. Die übrigen Chronometer ver- 
teilen sich auf folgende Einlieferer: 
Chronometer-Werke-Hamburg . 
L. Jensen-Glashütte i.Sa, . 
L. Kurtz-Münster 1. W. . . .. 
A, Lange & Söhne-Glashütte i. Sa 
F, Lidecke-Geestemünde . . . 
Union-Glashütte i. Sa... . . 
C. Wiegand-Peine .'. .. 
Bei sämtlichen Chronometern waren die in der »Aufforderung zur Be- 
teiligung an der 35, Wettbewerb-Prüfung« bekannt gegebenen Bedingungen er- 
füllt. Der Bau der eingelieferten Instrumente war bezüglich der verwandten 
Unruhe, Spirale und Hemmung bei der vorliegenden Prüfung völlig gleichartig; 
es fand nämlich allgemein die Nickelstahlunruhe, Stahl-Spirale und Feder-Hemmung 
Anwendung. Weiter waren zum ersten Male seit Bestehen der Wettbewerb- 
Prüfungen sämtliche Chronometer deutschen Ursprungs. 
Für die vor Beginn der Wettbewerb-Prüfung übliche Besichtigung waren 
folgende Sachverständige von der Deutschen Seewarte berufen worden: 
Chronometermacher E, Sackmann-Altona, 
* G. Schlesicky-Frankfurt.a, M, 
C. Wiegand-Peine 
und der Direktor der Uhrmacherschule in Glashütte i, Sa, Professor L. Straßer, 
Außerdem nahm der Chronometermacher E, Bröcking als technischer Beirat der 
Deutschen Seewarte sowie als Ersatzmitglied an der Sitzung teil. Endlich waren 
der Direktor der Deutschen Seewarte (als Vorsitzender) und die Beamten der Ab- 
teilung IV anwesend, Den Sachverständigen lag eine doppelte Aufgabe ob. Einmal 
war festzustellen, ob bei sämtlichen Instrumenten die vorgeschriebenen Bedingungen 
über die technische Ausführung erfüllt waren; sodann war zu entscheiden, ob 
die Chronometer den Anforderungen genügen, die in der Aufforderung zu der 
35. Wettbewerb- Prüfung über den »deutschen Ursprung« enthalten sind, d, h, 
ob die Instrumente abgesehen von Palladium-Spirale und Nickelstahlunruhe »rein 
deutschen Ursprungs« sind. Nach einer eingehenden Besichtigung durch die 
Sachverständigen wurde vom Vorsitzenden festgestellt, daß keine Veranlassung 
vorliege, eine Ausschließung wegen nicht genügender technischer Ausführung vor- 
zunehmen, oder den »deutschen Ursprung« der eingelieferten Instrumente in 
Zweifel zu ziehen. Die zu der Wettbewerb-Prüfung eingelieferten Instrumente 
konnten demnach sämtlich eingestellt werden. 
Bei Beginn der Prüfung wurden zunächst sämtliche Chronometer einer 
zehntägigen Voruntersuchung bei Zimmertemperatur unterzogen, um den Gang- 
unterschied zwischen dem ersten und zweiten Gangtage festzustellen. Drei In- 
Ann. d. Hrydr. usw. 1912. Heft VII. 
LE
	        
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