Kleinere Mitteilungen.
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geordnete Brennstoffkapsel eingespritzte Brennstoff verpufft und dann im Zylinder
ein Druck von 55 Atmosphären wirksam wird. Der Unterschied gegenüber dem
ähnlichen Dieselmotor ist der, daß bei diesem die Verbrennung allmählich. bei
einem dem Verdichtungsdruck annähernd gleichen Druck erfolgt, während der
Bronsmotor eine Verpuffung mit stark ansteigendem und demnächst jäh ab-
sinkendem Druck im Zylinder aufweist, Aus diesem Unterschied folgt, daß der
Bronsmotor verhältnismäßig stärker gebaut sein muß, als ein gleich leistungs-
fähiger Dieselmotor, Da er aber einfacher ist als dieser, so ist er ihm trotzdem
bei den eigenartigen Verhältnissen des Seefischereibetriebes vorzuziehen, .
Wie alle Gasmotoren, verlangen auch die hier erwähnten, daß sie durch
Andrehen in Gang gesetzt werden, Bei den kleinen Motoren bis 7 P,S, ist dies
noch von Hand möglich. Größere bedürfen einer Druckluftanlage, doch kann
diese so klein und einfach ausgeführt werden, daß sie die Anwendung der Ol-
motoren nicht wesentlich erschwert.
Wesentlich verschieden liegen nun die Verhältnisse dort, wo es sich darum
handelt, ob. für einen größeren Schiffstyp der Ersatz der Dampfkraft durch
einen Ölmotor aus wirtschaftlichen Gründen. angezeigt ist. Es kann für diesen
Fall von den zur Zeit am Markt befindlichen Motoren überhaupt nur der Diesel-
motor in Betracht kommen, da er innerhalb der gegebenen Raum- und Gewichts-
bedingungen allein hohe Leistungen bei geringem Brennstoffverbrauch gewähr-
leistet. Weil ein ausgebildetes Maschinenpersonal zur Verfügung steht, so fällt
der Umstand, daß dieser Motor, eine sorgfältigere Wartung erheischt, als die
früher für die Zwecke der Kleinfischerei angegebenen, hier nicht erschwerend
in die Wagschale. Für die gleiche Maschinenleistung verbraucht der Dieselmotor
etwa nur 8/,„ des Gewichtes an Brennstoff wie die mit Kohle beheizte Dampf-
maschine. Allerdings kann der Preis des Öles je nach den örtlichen Verhält-
nissen und den Zollsätzen verglichen mit dem der Kohle zwischen dem 1'!/,fachen
und 4fachen schwanken,
Je nachdem, ob wirtschaftliche Fragen oder andere, wie z. B. die nach dem
Aktionsradius oder dem leichteren Übernehmen des Brennstoffes in den Vorder-
grund treten, muß hier die Dampfmaschine oder der Ölmotor günstiger ab-
schneiden, Es gibt zweifellos Verhältnisse, in denen bereits heute der Diesel-
motor zum Antrieb auch größerer Schiffe geeigneter erscheint, wie es solche
gibt, bei denen die Dampfmaschine nicht nur heute, sondern überhaupt in abseh-
barer Zeit günstiger wirken muß. Die Wirtschaftlichkeit der Diesel-Motorschiffe
behandelt Rich, Colell in einem lehrreichen Aufsatz, der in jeder Hinsicht auf-
klärend wirkt und sich vor allem freihält von unangebrachtem Enthusiasmus
für das Neue, so sehr er dessen Vorzüge in einzelnen Fällen hervorhebt.!)
Der Dieselmotor ist für gleiche Leistung schon deshalb, weil die ganze Kessel-
anlage wegfällt, kleiner und bedarf einen geringeren Raum als die Dampfmaschine.
Baut man einen Motor statt einer Dampfmaschinenanlage in einen gegebenen
Schiffskörper ein, so steht bei dem Motorschiff mehr freier Laderaum zur Ver-
fügung, trotzdem können die für die wirtschaftliche Ausnutzung des Schiffes
unter Umständen schwer ins Gewicht fallenden Hafen- und ähnlichen Gebühren
sich weit ungünstiger stellen als bei dem Dampfschiff und den Gewinn an Lade-
raum hinfällig machen. Die gesetzlichen Bestimmungen für die Berechnung des
für die Gebühren maßgebenden Nettoraumgehaltes aus dem Bruttoraumgehalt
sind nämlich so, daß sie für den Reeder ungünstiger werden, wenn der für die
Antriebsmittel verbrauchte Raum kleiner wird, als es bei den Dampfmaschinen
arfahrungsgemäß zu sein pflegt. Die letztgenannte erfreut sich also — wenigstens
heute noch — in dieser Hinsicht vor dem Gesetz einer weit günstigeren Behand-
lung als ihre jüngere Konkurrentin. ‚Anders liegen die Verhältnisse, wenn der
besondere Verwendungszweck des Schiffes den ungünstigen Einfluß dieser Ge-
bühren zurücktreten läßt. So kann bei Personendampfern der Gewinn an ver-
fügbarem Raum, der Wegfall der großen Hitze im Kesselraum, die leichte und
saubere Übernahme des Brennstoffes ohne weiteres dem Dieselmotor den Vorzug
Schiffbau. 13. Jahrgang. 1912. Seite 547 bis 554.