Port Phillip mit den Häfen Melbourne und Geelong.
Straße in Melbourne, das Lotsenamt in Williamstown. Der Sitz der Hafenpolizeibehörde
ist in Williamstown, Port Melbourne und South Melbourne.
Das Zollamt liegt in der Flinders-Straße gegenüber der Queen’s-Brücke in
Melbourne. Ein deutscher Arzt ist am Orte ansässig. Ein Seemannsheim
liegt in der Spencer-Straße in Melbourne. Von öffentlichen Krankenhäusern
sind die bedeutendsten das Melbourne- und Alfred-Hospital. Mannschaftsentweichungen
kommen namentlich auf Segelschiffen häufig vor. Man kann
Matrosen und Heizer jedoch für Hamburger Heuer anheuern. Man wendet
sich zu diesem Zwecke am besten an das Seemannsheim in Melbourne.
Zeitball. Siehe »Leuchtfeuer aller Meere« 1912, Heft VII, Seite 278,
Nr. 68, 72, 76. Deviationsbestimmungen, 5’ Kblg westlich vom Kopfe
der Port Melbourne-Eisenbahnbrücke sind 5 Tonnen auf 4.6 m Wassertiefe ausgelegt
worden, die mit Erlaubnis des Oberhafenmeisters von Schiffen kostenlos
zum Schwaien benutzt werden können, Eine weiße dreibeinige Bake mit einem
weißen Dreieck und .schwarzem Ball als Toppzeichen ist für diesen Zweck
1.1 Kblg in rw. 304° (mw. NWzW 5/, W)-Peilung vom Kopfe der Eisenbahnbrücke
aufgestellt worden. Eine weitere Marke zur Deviationsbestimmung bildet der
Abhang des Berges Macedon. In Melbourne ist in dem Victoria-Dock eine Tonne
zum Schwaien der Schiffe ausgelegt; die Benutzung dieser Tonne kostet 21 sh.
Es sind verschiedene Privatpersonen am Orte, die für mäßigen Preis die Kompasse
von Schiffen kompensieren, Eine Seekartenhandlung ist vorhanden,
Instrumentenprüfung. Um Schiffsführern die Möglichkeit zu geben, ihr
Barometer zu vergleichen, veröffentlicht das Williamstown-Observatorium täglich
in der Zeitung den Stand des Normalbarometers vom vorhergehenden Tag:
Die Schiffe können mit den gegebenen Werten ihren Barometerstand direkt
vergleichen. Schiffstagebücher. Um Wind- und Stromkarten von dieser
Küste anfertigen zu können, ersucht der Direktor des Melbourne Magnetic. Observatory
die Schiffsführer, ihm die Schiffstagebücher auf einige Tage zu überlassen.
Der Emigranten-Offizier übernimmt es, die Tagebücher an das Observyatorium
abzuliefern, und bringt dieselben innerhalb 4 Tage wieder an Bord.
325
Kleinere Mitteilungen.
1. Treibeis auf den Neufundland-Bänken. (Amtlich.) In diesem Frühjahr
hat das Eis auf den Dampferwegen zwischen Europa und Nordamerika eine
weite Verbreitung gefunden. Obgleich die Reedereien rechtzeitig die südlichen
Wege aufgenommen hatten, wurden sie doch mit Rücksicht auf die Sicherheit
der Schiffahrt genötigt, diese Wege mehrfach noch südlicher zu verlegen, Durch
die »Titanic«-Katastrophe ist die Eisgefahr für die Schiffahrt auf diesen Wegen
allgemeiner bekannt geworden, als sie es bis dahin war. Weitere Kreise interessieren
sich jetzt für diese Frage, die den Fachleuten seit langem bekannt war
und von wissenschaftlicher und praktischer Seite in dieser Zeitschrift vielfach
erörtert worden ist, soweit es sich um Vorkommen, Fortschreiten und Ausdehnung
des Treibeises handelt,
Nachstehend geben wir ein Bild eines Eisberges, der von Kapt. Brambeer,
D. »Prinz Adalbert«, auf seiner letzten Reise angetroffen und photographiert
worden ist. Kapt. Brambeer berichtet dazu: „Der etwa 40 m hohe Berg wurde
am 16. April d. J. um 6% 30m V auf 42° 0’N-Br. und 49° 20’ W-Lg., also auf dem
damaligen Wege der vom Kanal nach New York bestimmten Dampfer, als einer
der vielen Vorposten eines mächtigen Eisfeldes angetroffen. Er befand sich zur
Zeit der Aufnahme in unmittelbarer Nähe der Stelle, wo etwa 30 Stunden vorher
die »Titanic« ihr vorzeitiges Ende gefunden hat.“
Obgleich in Eisregionen die Wassertemperatur erfahrungsgemäß keinen
sicheren Anhalt über die Nähe von Treibeis bietet, da weder ihr Sinken immer