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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

in 
5 A 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1912, 
Hafenordnung. Jedes in Port Phillip einlaufende Schiff erhält von dem an 
Bord kommenden Lotsen eine Hafenordnung. Dieselbe enthält unter anderem 
auch Kaivorschriften und Hafensignale, 
Dockanlagen sind in Geelong nicht vorhanden. Größere Reparaturen 
an Schiff und Maschine kann eine Firma ausführen. 
Hafenunkosten. Tonnengelder, Schiffe mit Ladung müssen 6 d per R-T. 
netto, Schiffe in Ballast 4 d per R-T. netto (nach Kapt. P. Bergeest 2 d per 
R-T. netto) einmal in sechs Monaten bezahlen. Schiffe, die den Hafen für Order 
dder zwecks Ausrüstung, Einnahme von Bunkerkohlen oder als Nothafen an- 
laufen, brauchen keine Tonnengelder bezahlen, Kaigelder betragen !/, d per 
R-T. und Tag während der ersten Woche, nachher !/, d per R-T. und Tag. Für 
Ein- und Ausklarieren wird gewöhnlich 5 £ 5sh bezahlt. Bootlohn wird 
vereinbart. Stauerlohn beträgt 1sh 1 d bis 1sh 3 d per t, Kapt. P. Bergeest 
hatte mit seinem 1710 R-T. netto großen Schiff »Hassia« folgende Unkosten: 
Kommission laut Charter . 0.000000... , 217£ — sh 
Stauerlohn für Löschen von 700 t Ballast (1 sh 2 d per t) 223 £ 13 sh 
Laden für 2600 t Weizen (1 sh 3 d per t) und Überstunden ß 
Brückengeld für Löschen von 700 t Ballast (3 d per t) für | 32£ h 
\WWegfahren des Ballastes von der Brücke (Sd pert). . .) —8 
Übernahme von 1800 Sack Weizen (Stiffning per Sack 1 d) 7 £ 10sh 
Tonnengelder (2 d per R-T. netto). . .. 14£ 5sh 
Schlepplohn . . 0.0.0... 35 £ 14 sh 
Lotsengeld. . 2.0. 0.0... 0. 56 £ 18 sh 
Holz und Sacktuch zur Garnierung 30 £ — sh 
Proviant usw. . 0.0.0.0.4 60 £ — sh 
Mannschaft . . 2.0.0.0... 00 £ — sh 
Hafenmeister, Besichtiger, Bootgeld 133 £ — sh 
Summa 850£ Osh 
Hierzu würden noch die in neuerer Zeit eingeführten Kaigelder kommen, 
die für »Hassia« 3 £ 11 sh 3 d betragen würden, 
Die Stadt Geelong liegt 45 Sm südwestlich von Melbourne; sie zählt etwa 
30000 Einwohner. Sie ist gut angelegt mit großen Gebäuden und breiten, recht- 
winkelig sich schneidenden Straßen. Die Industrie besteht aus verschiedenen 
Tuchfabriken, Fleischkonservenfabriken und ausgedehnten Gerbereien. 
Handelsverkehr. Über Schiffsverkehr siehe weiter hinten. 
Die Einfuhr besteht aus Holz, Kohle, Flachs, Hanf, Eisen, Stahl und 
sonstigen Stückgütern. 
Die Ausfuhr besteht aus Wolle, Weizen, Leder, gefrorenem Fleisch, Butter, 
gepreßtem Futter, Mehl und Talg; auch Pferde und Schafe werden ausgeführt. 
Dampferlinien. Dampfer verkehren täglich zwischen Geelong und Melbourne. 
Geelong ist an das australische Eisenbahnnetz angeschlossen. Telegraphische 
Verbindung ist vorhanden, 
Schiffsausrüstung,. Bunkerkohlen australischen Ursprungs sind zu haben. 
Frischer und Dauerproviant sind ziemlich wohlfeil, andere Ausrüstung 
kann man für mäßigen Preis von Melbourne erhalten. Ballast wird für etwa 
3 sh 6d die Tonne längsseit geliefert. Trinkwasser erhalten die Schiffe an 
der Eisenbahnbrücke zum Preise von 3 sh per 1000 Gallonen. Das Wasser soll 
schmutzig sein. 
Auskunft für den Schiffsverkehr. Das Deutsche Konsulat befindet sich 
in Melbourne, Das Zollamt liegt in der Nähe der Wurzel der Moorabool-Brücke. 
Ein Lotse ist in Geelong stationiert. Mannschaftsentweichungen kommen 
häufig vor. Kapt. P. Bergeest schreibt darüber: „Die von der »Hassia« deser- 
tierten Leute sind teilweise direkt, teilweise über Melbourne auf den vor der 
‚Hassia« in Geelong beladenen Schiffen »Mayfield« und »Grandie« nach See 
gegangen, so daß ein förmlicher Rundhandel speziell für Geelong mit den Leuten 
betrieben sein mußte. Ich selbst habe in Melbourne Leute geheuert, bei denen 
es sich nach Antritt der Reise herausstellte, daß sie vom Schiffe »Sophie«, das 
gleich nach »Hassia« beladen wurde, entlaufen waren. Das Schiff lag direkt vor 
der »Hassia« an der Ladebrücke, Um solchen Unfug am sichersten Abbruch zu 
tun, ist es Schiffsführern zu empfehlen, unter keinen Umständen Leute in Privat-
	        
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