Löwe, F,: Die optische Bestimmung des Salzgehalts im Seewasser. 309
betragende Masse des Temperierwassers dient, die gegen Verdunstung und Ver-
unreinigung durch etwa verspritztes Versuchswasser vermöge der Gestaltung des
die Versuchswasserkammer bildenden Gußstückes völlig gesichert ist. Die zu
untersuchende Probe wird also von allen Seiten vom Temperierwasser umspült,
was einen sehr raschen Temperaturausgleich gewährleistet.
Der Meßbereich des Kompensators ist auf An- Fig. 8.
regung von Herrn M. Ruppin so erweitert worden, M
daß man bei Benutzung der kürzesten (5 mm-) Kammer |
Meerwasser bis zu 40%) Salzgehalt direkt mit N B
destilliertem Wasser vergleichen kann. ( .
Man benutze also bei den allgemeinen Salinitäts- I=—_-. zz [.) A
bestimmungen die neue Einzelkammer von 5 mm CE ZZ
Länge und nur bei besonders genauen Einzelunter- \= 792: hm zz
suchungen die alte Doppelkammer von 20 mm Länge X\= LA LE)
und Seewasser bekannten Salzgehalts als Vergleichs- SZ LEE
wasser, eventuell mit einer Schicht Paraffinöl darüber, EZ
Bei der starken Abhängigkeit des Lichtbrechungs-
vermögens des Meerwassers von der Temperatur ist es nicht überflüssig, sich
von den aus ungenauer Ermittlung oder unvollkommenem Ausgleiche der Tem-
peraturen zu erwartenden Fehlern in der Bestimmung des Salzgehaltes Rechen-
schaft zu geben. Reichliches Material dafür hat G. Schott!) mit dem Eintauch-
Refraktometer ermittelt, und dessen Tabellen und Diagramme bilden auch die
experimentelle Grundlage des folgenden rechnerischen Überschlags:
Bei Seewasser von
35% 9 als Vergleichs-
wasser bewirkt 0.1°C
Temperaturdifferenz
eine %,9-Differenz
von
Salz- ) in pro 0.19 C
gehalt 6 ——
in "in Skalenteilen' in Einheiten |
0/ des Eintauch- d. 6. Dezimale
00 ’efraktometers von n
Bei destilliertem
Wasser als
Vergleichswasser
bewirkt 0.1° C
eine %/,9- Differenz
von
L0
Lö
20
25
39
35
10
2.026
7.0268
10274
),0279
10281
\0283
10284
).0283
9 0981
10.0
(0.3
(0.5
(0,7
10.8
10.9
10.9
10.9
10.8
0.058339
0.0549 Im
0.0562
D.0572
0.0576
9.0580
0.0582
0.0580
00576
3.0016 % oe
3.0029
2.0039
3.0048
3.0047
9.0049
0.0047
9.0043 |
0.008319
).0018
2.0008
5.0004
0.0000
0.0002
0.0000
0004
In der Tabelle enthält. die erste Reihe die Salzgehalte der betrachteten
Seewässer, die zweite die Veränderung der Lichtbrechung jedes Wassers für
einen Temperaturunterschied von 0.1°C in Skalenteilen des Eintauch-Refrakto-
meters und in Einheiten der sechsten Dezimale von n. Schon hier ist ersichtlich,
wie wenig diese Temperaturempfindlichkeit von dem Salzgehalt selbst abhängig ist.
Die dritte Reihe enthält die durch 0.1° C Temperaturunterschied erzeugten
Brechungsunterschiede der beiden ersten Reihen mit Hilfe der Schottschen
Konzentrations-Tabelle umgewertet in Gehaltsunterschiede, und zwar ausgedrückt
in %>o; 0.1° Temperaturfehler bedingt rund !/„,°/,, Fehler in der Gehaltsbestimmung.
Von dieser hohen Temperaturempfindlichkeit wird man durch jede Differenz-
methode frei, die einen guten Temperaturausgleich verbürgt. Dies lehren die
vierte und die fünfte Reihe. . Bei Differenzmessungen wirken ja. nur die Unter-
schiede der Temperaturkoeffizienten von Vergleichs- und Versuchswasser, Der
Fehler in der Gehaltsbestimmung, den ein Temperaturfehler von 0.1° C erzeugt,
ist höchstens: !/,0p %/o und nimmt in der letzten Reihe, d. h. bei der in erster
Linie zu empfehlenden Verwendung von Seewasser als Vergleichswasser, bis auf
den Wert Null ab.
Aus dem Vergleich beider Reihen geht also hervor, wie unempfindlich
gerade die Methode, Seewasser mit Seewasser zu vergleichen, von der Temperatur
1) Siehe ohen.