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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1912. 
Öffnet man nun auch die zweite Spaltblende, so zeigt sich das bisher rein 
weiße Maximum von sehr feinen, schwarzen und bunten Streifen durchzogen, die 
Wirkung der Interferenz der beiden kohärenten durch die Spaltblende gegangenen 
Strahlenbüschel. 
Diese Interferenzerscheinung verträgt bei den vorliegenden Dimensionen 
des Instrumentes eine fünfzigfache Okularvergrößerung. Der mit einer so hohen 
Vergrößerung notwendig verbundene Übelstand der geringen Helligkeit ist von 
Lord Rayleigh in eleganter Weise durch die Anwendung einer Zylinderlinse Ok 
als Okular überwunden worden. Eine solche vergrößert nur in der Richtung 
senkrecht zu ihrer Achse, wirkt aber in Ebenen, die durch die Achse gehen, wie 
ein Fenster, eine Eigenschaft, die beim Rayleighschen Interferometer einen 
zweiten, weiter unten zu erläuternden großen Vorteil bietet. 
Fig. 3. 
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Fig. 4. 
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Schematischer Aufriß (Fig. 3) und Grundriß (Fig, 4) des Laboratoriums-Interferometers, 
Das aus dem Kollimator Kl kommende parallele Strahlenbüschel geht zur Hälfte über den Gas- 
zammern hinweg (Fig. 8) durch die Hilfsplatte H über dem Kompensator Pl hin, durch die Doppel- 
olende (Fig. 4) ins Fernrohr F; die untere Hälfte dagegen geht zum Teil durch die Gaskammer G, 
zum Teil durch die Luftkammer L, unter H hin, durch die Kompensatorplatten Pg oder Pl, durch 
die Doppelblende ebenfalls in das Fernrohr F. Im Okular Ok sieht man die Beugungsspektren, 
Die Mikrometerschraube mit Trommel Tr dient zum Verstellen der Kompensatorplatte Pl; 
Pr ist fest, Von den kleinen unteren Figuren stellt die linke einen Blick ins Innere des Fernrohres, 
ohne Okular gesehen, dar, die rechte den Querschnitt der Gaskammern, vom Kollimator aus gesehen. 
Setzt man nun zwischen Kollimator und Fernrohr noch die Doppelkammer GL 
(Fig. 4), die beiderseits mit der gleichen Substanz, z. B. Luft, gefüllt ist, ein, so 
verändert die Erscheinung ihr Aussehen nicht. Hat aber die Substanz in G eine 
andere Lichtbrechung als diejenige in L, so ist die optische Weglänge in beiden 
Kammern verschieden, und die maßgebenden schwarzen Streifen, sofern sie über- 
haupt noch zu sehen sind, liegen seitlich gegen ihre bisherige Lage verschoben, 
Wie Fig. 3 lehrt, nimmt die Doppelkammer nur die untere Hälfte des 
Raumes zwischen den Fernrohren ein, die obere Hälfte des Strahlenbüschels 
wird also von den Vorgängen in der Doppelkammer nicht berührt. Sobald es 
nun gelingt, die von der oberen Hälfte des Strahlenbüschels erzeugte Interferenz- 
erscheinung unabhängig von der bisher beschriebenen, veränderlichen Erscheinung 
sichtbar zu machen, stellt das unveränderliche System eine ideale Nullmarke dar. 
Diese vorteilhafte Trennung beider Streifensysteme besorgt aufs beste das 
Zylinderokular, und das ist dessen zweiter, oben angedeuteter Nutzen. 
Man sieht nämlich in den zur Zylinderachse parallelen Ebenen auf die 
innere Fläche des Fernrohrobjektivs und erkennt z. B. scharf die wagerechte 
Deckelplatte der beiden Kammern, die sich als schwarzer wagerechter Strich 
projiziert. Über diesem Strich, der durch die Wirkung der Hilfsplatte H sehr
	        
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