304 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1912.
Brechungsindex der Lösung und demjenigen des Prismenglases durch das
Snelliussche Brechungsgesetz zusammen, er ist für verschieden konzentrierte
Lösungen eines und desselben Salzes verschieden, Hand in Hand mit einer
Änderung dieses Grenzwinkels im Prisma geht eine Verschiebung der Grenzlinie
im Gesichtsfeld des Okulares, Die Lage der Grenzlinie kann man an einer
Skala ablesen. So hängt also die Ablesung der Grenze an der Okularskala direkt
von dem Grenzwinkel im Prisma ab, und indirekt von der Konzentration der
Lösung, in die das Prisma eintaucht. Die Grenzlinie ist von Natur bunt und
anscheinend unscharf, weil jeder Farbe des Spektrums eine besondere Grenzlinie
zukommt. Man kann aber durch Drehen eines zwischen Prisma P und Fernrohr-
objektiv © eingeschalteten Kompensatorprismas A (vgl. Fig. 2) erreichen, daß
praktisch alle verschiedenfarbigen Grenzlinien auf diejenige Grenze fallen, die
Fiz, 2, (1, nat. Größe.)
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Untersuchung einer Flüssigkeit unter Luftabschluß mit dem Eintauch-Refraktometer und Trog B.
Die Substanz ist in dem metallenen Becher M eingeschlossen und berührt das Refraktometer-
prisma P. Dieses hat in der Figur die frühere Form, die neuerdings durch die in Fig. 1 ab-
gebildete ersetzt ist. Das vom hellen Himmel oder einer Lampe kommende Licht fällt auf den
Spiegel S und tritt durch die matte Glasplatte G in das Wasserbad, von da durch das Fenster
des Deckels D in die Substanz, und schließlich, wie skizziert, in das Refraktometer, das durch die
Einrichtung des Troges B in der schrägen, zum Beobachten bequemen Lage gehalten wird.
der Farbe des gelben Natriumdampfes (Ap — 589.3 uu) zukommt; dann ist die
Grenze achromatisch und ihre auf -+ 0.1 Skalenteil genau ablesbare Einstellung
liefert mit Hilfe einer Umrechnungstabelle den Brechungsindex np der Lösung
oder, mit Hilfe einer von G. Schott aufgestellten Konzentrationstabelle, den
Salzgehalt eines Seewassers in Promille. Durch G. Schott (»Valdivia«-Expedition)')
sind die Zusammenhänge zwischen Refraktion einerseits, und Konzentration,
Temperatur und schließlich dem spezifischen Gewichte andererseits festgelegt
und an der genannten Stelle anschaulich dargestellt; die Fehlergrenze (-+ 0.20 %%20)
1) Wissenschaftliche Ergebnisse der Deutschen Tiefsee-Expedition auf dem Dampfer » Valdivia-«
1898 bis 18599. Bd. I. 8. 58ff.. Jena 1902.