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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1912,
entfernt zu verlegen. Krümmel schreibt: Es erscheint der Flutstrom wesentlich
erodierend, der Ebbestrom auftragend. (Pet. Mitteilg. 1889, S. 135.) Als
Resultat dürfte sich etwa folgendes Profil ergeben: Fig. 5e.
Fix, 5e,
X
Doch das so geschaffene Bild mit dem im allgemeinen parallel mit der
Streichrichtung des Flusses laufenden und zwischen den beiden Gezeitenrinnen
gelegenen Sandrücken wird bald einer Umänderung unterworfen, zunächst durch
die Gezeiten, die in dem submarinen Ästuariensystem ähnlich wie in selbständigen
Mündungsarmen wirken dürften und dadurch sowohl den typischen O-Steilrand
und den flachen im W markanter gestalten, als auch zu dem ersten neue Sand-
rücken aufwerfen, wodurch das Gesamtprofil ein wesentlich unregelmäßigeres und
verwickelteres wird, was Skizze 5f andeutet. Ferner erinnere man sich der Ein-
Fig. 5f.
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wirkung der nach Richtung und Stärke verschiedenen Winde, die den ruhigen
Verlauf der an und für sich regelmäßigen Gezeitenschöpfungen in völlig
unberechenbarer Weise beeinflussen, Weststürme beispielsweise erregen manch-
mal die Grundseen,!) die den Bodenbelag aufwirbeln lassen, Ebenso dürften
den Sturmfluten starke Veränderungen zuzuschreiben sein. Kurz: das vor
unsern Augen sich entwickelte ruhige Bild der angenommenen Jade wird
regellos umgestaltet. Frühere Erhebungen sind verschwunden, neue ent-
standen, die Rinnen verlegt worden, Diese Unregelmäßigkeit in der Konfigu-
ration des Grundes wirft wiederum ihre Reflexe auf die Gezeitenströmungen
zurück, wodurch zahlreiche Interferenzen hervorgerufen werden. So nur sind
ans folgende Angaben des Segelhandbuchs?) erklärlich: »Im Wangerooger Fahr-
wasser setzt der Strom unter Wangeroog in der Richtung des Fahrwassers,
weiter Östlich von der Blauen Balje jedoch schräg über dieses, so daß die Schiffe
bei Flut nach S, bei Ebbe nach der Jade Plate versetzt werden. In der Alten
Jade setzt der Strom in der Richtung des Fahrwassers. Im betonnten Fahr-
wasser setzt die Flut etwas südlicher zur Kursrichtung nach der Jade Plate und
dem Minsener Sand zu, die Ebbe etwas nördlicher zur Kursrichtung. In der
unbetonnten Rinne zwischen der Jade Plate und dem Minsener Land setzt der
Strom etwa in der Richtung des Fahrwassers und beeinflußt die Strömung im
Minsener Fahrwasser.« — Kurzum: man sieht, die Einheit ist gestört, und die
schließliche Folge sind die Bildungen gesonderter kuppenartiger
Sanderhebungen, die man Sandbänke, Riffe, Untiefen, Sände, Platen,
Gründe nennt. — —
)
°)
Segelhandbuch 1906, I, 3, S. 205, 378, 379.
Segelhandbuch 1906. I. 3; S. 353,
Schluß folgt.)
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